Stich
stich m. ‘Einbohren eines spitzen Gegenstandes, die dadurch entstandene Wunde, Einstechen einer Nadel (mit Faden), das dadurch entstehende Fadenmuster, stechender Schmerz, steile Anhöhe, beginnende Fäulnis’, ahd. stih (um 900), mhd. stich, auch ‘Knoten, Punkt, Augenblick, abschüssige Stelle, steile Anhöhe’, asächs. stiki, mnd. stēk(e), mnl.stēke, nl. steek, aengl. stice, engl. stitch, got. stiks ‘Stich, Punkt’ (germ. *stiki-) steht als Verbalabstraktum zu den unterstechen
(s. d.) angeführten Wurzelerweiterungen ie. *(s)teg- bzw. *(s)teig-, *(s)tig- ‘stechen, spitz’. Die Wendung im Stich lassen ‘bei Gefahr allein lassen, verlassen’ (15. Jh., geläufig seit 17. Jh.) bedeutet eigentlich ‘im Stich des Gegners lassen’ (beim ritterlichen Turnier). Aus dem Nd. wird übernommen Stek