Sprechung
SPRECHUNG, f., sehr seltne bildung: ahd. in nâhsprechunga inlatio [ Graff] 6, 386, mhd. sprechunge narratio, in [ M. v. Beheims]evangelienb. von 1343. [ Lexer] handwb. 2, 1113; nhd. sprechung, f. dicimento, peroramento etc. [ Kramer] dict. 2, 879a; sprechung, die,et das sprechen, loquela. [ Stieler] 2101; dictio, sententia [ Steinbach] 2, 640 (als erschlossenes stammwort); die sprechung des segens,besonders in zusammensetzungen wie be-, freisprechung; auch für sprecherei. Campe. wenig üblich. in der litteratur besonders beiKlopstock belegt:
fürchte die treue sprechung, die ganz, was du, dichter, ihr gabest,
bildet dem ohre, wie du, steiget, und sinket, wie du.
höre sie, lerne von ihr, warum kein Rousseau Horaz ist,
und, was Friedrich auch sagt, kein Voltäre Virgil.
reichen dir diese fremden nicht zu; nun so frage der treuen
sprechung kenner. es giebt deutscher exempelchen auch.
oder wo sonst unsere sprache zu eigenthümlicher sprechung ausartete. Voss bei Campe.
„SPRECHUNG, f.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/23, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=S36814>, abgerufen am 30.01.2024.