Kopf
Kopf ml. Ez. Vorlage:dt. 'Haupt'
- ‘Haupt, Schädel’,
- ahd. koph ‘Schöpfgefäß, Becher’ (8. Jh.), auch ‘Hinterhaupt’ (Hs. 13. Jh.),
- mhd. kopf, koph ‘Trinkgefäß, Becher, Hirnschale, Haupt’,
- mnd. kop, koppe,
- mnl. cop ‘Schale, Becher, Haupt’,
- nl. kop,
- aengl.cuppe,
- engl. cup ‘Becher, Tasse’,
- anord. (aus dem Mnd.) koppr ‘Tasse’
- sind wahrscheinlich entlehnt aus slat. cuppa ‘Becher’ (s. Kuppe),
- Die heutige Bedeutung (vorgebildet in ahd. koph ‘Hinterhaupt’) entwickelt sich in mhd. Zeit, und zwar über ‘Gefäß, Schalenförmiges’ zu ‘Hirnschale’ und ‘Haupt’.
- Kopf verweist danach (vom 16. Jh. an) die ältere Bezeichnung Haupt (die eine ähnliche Bedeutungsentwicklung zeigt, s. d.) in einen gehobeneren Sprachbereich.
Mit dem Begriff Kopf (auch: Kern[1] bzw. Nukleus; im österreichischen Sprachgebrauch auch Haupt, engl. head) wird in der Linguistik ein Bestandteil eines zusammengesetzten Ausdrucks bezeichnet, der die grammatischen Eigenschaften des gesamten Ausdrucks festlegt, und von dem begleitende Ausdrücke abhängen.
Der Kopfbegriff lässt sich hierbei in gleicher Weise auf der Wortebene (Morphologie) und auf der Satzebene (Syntax) anwenden und stellt damit ein fundamentales Strukturprinzip für die gesamte Grammatik dar. Es wird davon ausgegangen, dass normalerweise alle Merkmale eines zusammengesetzten Ausdrucks von einem Kopf herrühren (dies ergibt dann eine „endozentrische Konstruktion“). Im Bereich der Syntax unterscheiden sich Theorien darin, ob „kopflose“ Gebilde lediglich einen selteneren Fall darstellen, oder ob sie vollständig ausgeschlossen werden können. In der Morphologie sind Ausnahmen häufiger anzutreffen, vor allem in Form der exozentrischen Komposita.
Ein System, wie sich in der Syntax ein Kopf zu einem komplexen Ausdruck ausbauen lässt und dabei dessen Merkmale bestimmt, wird von der X-Bar-Theorie formuliert.