erweg
erweg
besondere aufmerksamkeit verlangt ein dem mhd. 'sich bewëgen' (1, 1770) entsprechendes reflexives 'sich erwegen', das im 16 jh. häufig erscheint, im 17 seltner wird, im 18 ganz verschwindet. meistens hat es einen gen. der sache oder person neben sich, doch kann auch die praep. stehn oder ein abhängiger satz folgen. es hat aber genau den doppelsinn des mhd. wortes, und bedeutet bald sich zu etwas entschlieszen, sich eines dinges unterfangen, gewarten, getrauen, bald auf etwas verzichten, daran verzweifeln, ihm entsagen. im ersten fall gibt der erwegende sich an etwas, im andern von etwas. zuweilen bleibt man der bedeutung unschlüssig. die vielen belege aus Luther zeigen aber, dasz er dem verbum in beiderlei sinn, meistens im positiven, gern schwache flexion verleiht durch verwechslung mit erwegen commovere.