reihen
Erscheinungsbild
- reihen Vb. ‘zu einer Reihe ordnen, aneinanderfügen, auffädeln, Stoff auf einem durchgezogenen Faden zu Fältchen zusammenschieben’,
- ahd. rīhan (aus germ. *reihan) in (wenn hierherzustellen) inrīhan ‘einreihen’,
- mhd. rīhen ‘auf einen Faden ziehen, reihenweise anheften, fälteln, durchstechen’,
- mnd. rīgen ‘reihen, auffädeln, mit Schnur, Besatz versehen’,
- mnl. rīen, rīghen,
- nl. rijgen ‘auffädeln, durchstechen, schnüren, heften’
- ist zunächst ein starkes Verb,
- am ehesten wohl mit einer Ausgangsbedeutung ‘durchstechen’,
- dann ‘nach Durchlöcherung auf einen Stab, eine Schnur ziehen’.
- Im Mnd. und Mnl. treten auch schwach flektierte Formen auf,
- und im Nhd. setzt sich schwache Flexion durch,
- vielleicht weil das Verb als denominative Ableitung empfunden wird.
- In der alten, vorwiegend in mundartnaher Sprache bewahrten Bedeutung
- ‘auf einen Faden ziehen, heften, fälteln’
- sind allerdings bis in die Gegenwart auch starke Präteritalformen gebräuchlich.
- Vom oben genannten Verb zu trennen ist offenbar (vgl. Seebold 566)
- ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’),
- nur belegt im Part. Prät. girigan ‘zusammengenäht, gewunden’ (9. Jh.),
- sowie (schwach flektierend)
- ahd. girigit ‘ausgeschmückt, zusammengenäht, geflochten’ (10. Jh.),
- girigōt ‘zusammengebunden, verbrämt, verziert’ (um 1000),
- die besser an uig. *u̯reik- ‘drehen, umwickeln, binden’ (s. Rist) anzuknüpfen sind.
- ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’),