Erkenntnistheorie
Erkenntnistheorie
Die Erkenntnistheorie (auch Epistemologie oder Gnoseologie) ist ein Hauptgebiet der Philosophie, das die Fragen nach den Voraussetzungen für Erkenntnis, dem Zustandekommen von Wissen und anderer Formen von Überzeugungen umfasst. Dabei wird auch untersucht, was Gewissheit und Rechtfertigung ausmacht und welche Art von Zweifel an welcher Art von Überzeugungen objektiv bestehen kann.
"Wissenschaftslehre";
Das Wort „Erkenntnistheorie“ tauchte erstmals 1847 in einer Rezension im New Yorker Eclectic Magazine auf. Es wurde zuerst als Übersetzung des Wortes Wissenschaftslehre (Fichte) verwendet
Das deutsche Wort Erkenntnistheorie wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlicher, als sich ein praxisorientierterer, eher theorieferner Umgang mit Erkenntnis in den Naturwissenschaften vom philosophischen, eher theoretischen abspaltete. In der Auseinandersetzung mit Immanuel Kant (namentlich in den Arbeiten Wilhelm Traugott Krugs) wurde der Begriff Anfang des 19. Jahrhunderts vorformuliert. Philosophen wie John Locke und David Hume hatten im 17. und 18. Jahrhundert über das „Human Understanding“ (das menschliche Verstehen) ihre Grundlagenwerke geschrieben und sich dabei bereits in einer mindestens bis zur antiken Philosophie zurückreichenden Tradition gesehen.
Begriffe
Epistemologie (von altgriechisch ἐπιστήμη epistéme „Erkenntnis, Wissen, Wissenschaft“ und -logie) ist eine auf das Griechische zurückgreifende Wortbildung. Einige Sprachen benutzen diesen Ausdruck gleichbedeutend mit Erkenntnistheorie: Es gibt im Englischen etwa theory of knowledge neben epistemology, im Niederländischen kennistheorie neben epistemologie. Eine begriffliche Differenz wurde im 20. Jahrhundert in der französischen Philosophie zwischen Théorie de la connaissance und épistémologie angeboten: Das erstgenannte Wort sollte demnach eher für analytische Auseinandersetzung mit den grundsätzlich bestehenden Möglichkeiten der Erkenntnis stehen, das letztgenannte für eine Erforschung epochaler Wissensformationen, der so genannten Epistemen, und ihres Einflusses auf die Konzeptualisierung der Welt. Die französische Schreibweise Épistémologie wird in der Folge im Deutschen zuweilen benutzt, um die spezielle französische Forschung zu benennen. Diese Unterscheidungen werden aber kaum noch durchgehalten, die Begriffe werden zunehmend äquivalent benutzt.
Das deutsche Wort Erkenntnistheorie wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlicher, als sich ein praxisorientierterer, eher theorieferner Umgang mit Erkenntnis in den Naturwissenschaften vom philosophischen, eher theoretischen abspaltete. In der Auseinandersetzung mit Immanuel Kant (namentlich in den Arbeiten Wilhelm Traugott Krugs) wurde der Begriff Anfang des 19. Jahrhunderts vorformuliert. Philosophen wie John Locke und David Hume hatten im 17. und 18. Jahrhundert über das „Human Understanding“ (das menschliche Verstehen) ihre Grundlagenwerke geschrieben und sich dabei bereits in einer mindestens bis zur antiken Philosophie zurückreichenden Tradition gesehen.
Die auf Gnosis (von altgriechisch γνῶσις gnosis Erkenntnis) zurückgehenden Begriffsbildungen wie neugriechisch γνωσιολογία gnosiologia und spanisch gnoseología verweisen auf die philosophische Debatte der Spätantike zurück (siehe dazu eingehender das Kapitel Gnostik und christliche Spätantike).