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Gymnasion

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Gymnasion Vorlage:agrie.-dt. 'Gymnasium'

Ein Gymnasion war im antiken Griechenland ein Ort der körperlichen, charakterlichen und intellektuellen Erziehung für die männliche Jugend. In der frühen Entwicklung dieser Institution trainierten dort dicht geschlossene Verbände Schwerbewaffneter, deren Kampfweise ein intensives und regelmäßiges Training erforderte. Jedoch entstand aus dem Gymnasion schnell eine soziale Einrichtung, deren Fokus aber immer noch auf die sportliche Ertüchtigung gerichtet war. Den Unterrichtsräumen angegliedert war in der Regel ein von Säulenhallen gesäumter Hof (Palästra). In römischer Zeit kamen in vielen Fällen Badeanlagen dazu, welche aber zum Standardrepertoire von Gymnasion und Palästra zählten.

Der Begriff Gymnasion (altgriechisch γυμνάσιον gymnásion, deutsch ‚öffentlicher Platz für Leibesübungen; Übungsplatz‘; erst später der Versammlungsort der Philosophen, woraus der Begriff Gymnasium entstand;[1][2] Plural Gymnasia bzw. deutsch heute meist Gymnasien) geht auf altgriechisch γυμνός gymnós, deutsch ‚nackt‘ zurück,[3] weil sich die Athleten in den Apodyteria genannten Umkleideräumen auszogen und nackt trainierten, wobei die Körper mit Olivenöl eingerieben und anschließend mit der στλεγγίς stlengís, deutsch ‚Streicheisen‘[4] (lateinisch strigilis),[5] dem Schabeisen, gereinigt wurden. Aus dem Wort „Gymnasion“ entstand auch der Begriff „Gymnastik“.

  1. Johann Baptist Hofmann: Etymologisches Wörterbuch des Griechischen.R. Oldenbourg Verlag, München 1950, S. 49 (Digitalisat).
  2. Friedrich Kluge,Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. vonWalther Mitzka. De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975,ISBN 3-11-005709-3, S. 278.
  3. Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (zeno.org[abgerufen am 9. Januar 2020]).
  4. Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (zeno.org[abgerufen am 9. Januar 2020]).