anwandeln
Erscheinungsbild
ANWANDELN,
accedere, incedere, irrumpere, angehen, anfallen, anstoszen, doch leichter als diese, oft nur vorübergehend, launenhaft, richtiger mit dem acc., häufig aber auch mit dem dat. der person: es wandelt mich schlaf an (opprimor somno); ihn wandelte die lust an den apfel zu brechen; es wandelte ihr gähling eine kleine schwachheit an. 2, 49; dasz mir ganz gewis eine ohnmacht anwandeln würde. 171; er hatte zu viel lebensart, um dem trieb zum lachen, der ihn anwandelte, freien lauf zu lassen. 6, 215; eine kleine ungeduld wandelte den sohn der Venus an. 10, 64; ihr bisweilen anwandelt. 12, 110;du bist mir heute ganz fremd, was ist dir angewandelt? nov. kr. 3, 112; ein bedürfnis der speculation, welches ihr (der gemeinen vernunft) niemals anwandelt. 4, 24.
wie anwandelnder sturm hinter dem herbstgewölk.
3, 16;
wer jung freit, den wandelt
die reue nicht an.
3, ⅬⅩⅩⅤⅠⅠⅠ;
ich habe einen gekannt, den dergleichen abwesenheit der gedanken zuweilen anwandelte.
3, 385;
es wandelt mir zuweilen an.
14, 159;
mir wandelte ein groszer widerwillen an.
12, 42;
so wandelt auch jeden der pfaffengeist an.
11, 35;
und färbet gleich auch unser blut
das feld des krieges roth,
so wandelt furcht uns doch nicht an.
112ᵇ;
was wandelte den ritter an?
es schien ihn gleich nur anzuwandeln,
mit dieser dirne grade hin zu handeln.
12, 165;