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anwandeln

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Anwandel-n Vorlage:dt. 'angehen, anfallen, anstoßen'

ANWANDELN[1],

accedere, incedere, irrumpere, angehen, anfallen, anstoszen, doch leichter als diese, oft nur vorübergehend, launenhaft, richtiger mit dem acc., häufig aber auch mit dem dat. der person: es wandelt mich schlaf an (opprimor somno); ihn wandelte die lust an den apfel zu brechen; es wandelte ihr gähling eine kleine schwachheit an. Lessing 2, 49; dasz mir ganz gewis eine ohnmacht anwandeln würde. Liscov 171; er hatte zu viel lebensart, um dem trieb zum lachen, der ihn anwandelte, freien lauf zu lassen. Wieland 6, 215; eine kleine ungeduld wandelte den sohn der Venus an. 10, 64; ihr bisweilen anwandelt. Klopst. 12, 110;

wie anwandelnder sturm hinter dem herbstgewölk. Voss 3, 16;

wer jung freit, den wandelt die reue nicht an.Gotter 3, ⅬⅩⅩⅤⅠⅠⅠ;

ich habe einen gekannt, den dergleichen abwesenheit der gedanken zuweilen anwandelte.

3, 385; es wandelt mir zuweilen an.

Hippel 14, 159;

mir wandelte ein groszer widerwillen an.

12, 42; so wandelt auch jeden der pfaffengeist an.

Klinger 11, 35;

und färbet gleich auch unser blut

das feld des krieges roth, so wandelt furcht uns doch nicht an.

Bürger 112ᵇ;

was wandelte den ritter an? Schiller;

es schien ihn gleich nur anzuwandeln, mit dieser dirne grade hin zu handeln.Göthe 12, 165;

du bist mir heute ganz fremd, was ist dir angewandelt? Tieck nov. kr. 3, 112; ein bedürfnis der speculation, welches ihr (der gemeinen vernunft) niemals anwandelt. Kant 4, 24.
  1. ↑ „wenden“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wenden>, abgerufen am 26.04.2024.