gualdus
Anm. Schon bey dem Kero vuald, im Niedersächsischen Woold, im Angelsächsischen Weald, Wald und Wold, im mittlern Lateine Gualdus, mit Ausstoßung des e im Englischen Wood, und im Schwedischen Ved, welche aber auch Holz, und einen Baum bedeuten. Der Stammbegriff läßt sich in diesem Worte nur errathen. Viele sind auf wild gefallen, weil ein Wald doch der wildeste Anblick in der Natur ist. Allein zu geschweigen, daß wild schon wieder ein übertragener Begriff ist, so scheinet in Wald vielmehr das dicke, enge Beysammenseyn der Theile der herrschende Begriff zu seyn, indem man dicke, buschige Haare, nahe an einander stehende Gewächse u.s.f. mehrmahls mit einem Walde zu vergleichen pflegt. Und alsdann würde dieses Wort mit Wolle, Welt u.s.f. verwandt seyn. Ehedem bedeutete Wald auch Holz, wie das Englische Wood und Schwedische Ved, und auch im Deutschen Holz so wohl Lignum als Sylva ist.
Vil waldes wart uf siner brust
An rechter Tiost verswendet,
Heinr. von Veldeck.
Siehe Holz, die Anmerkung. Wenn im Osnabrückischen ein Bezirk, über welchen man zu gebiethen hat, eine Wälde genannt wird, so gehöret dieses Wort nicht hierher, sondern zu Gewalt, S. dasselbe.
Das Wort Wald wird in sehr vielen Zusammensetzungen gebraucht, besonders mit Gewächsen, diejenige Art zu bezeichnen, welche vornehmlich in Wäldern angetroffen wird. Im folgenden können nur die vornehmsten davon aufgeführet werden, indem die meisten sich schon von sich selbst erklären.