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GDSG/Thraker und Geten

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Den Griechen nordwärts über den Hämus nach der Donau und zum schwarzen meer dehnte sich Thrakien, sie pflegten aus nordwesten her wehenden wind gaozias zu nennen[1], mit ihrem frühsten alterthum war thrakisches eng verwachsen: es ist schwer zu sagen, ob die Griechen bei ihrer ankunft schon thrakische stämme vorfanden, oder diese, wie mir wahrscheinlicher wird, ihnen unmittelbar nachrückten. Bereits Homer gedenkt der Thraker und Herodot 5, 3 sagt sogar: Θρηίκων δὲ ἔθνος μέγιστόν ἐστι μετά γε Ἰνδοὺς πάντων avoúлov[2], es musz sich also vormals viel tiefer nach osten erstreckt[3], im lauf der zeit zusammengezogen haben. den Griechen mag lebensart und sprache der Thraker, schon ihrer nachbarschaft wegen, und weil einzelne derselben als knechte oder fremdlinge in Griechenland auftraten, bekannt gewesen sein. weiter ab lagen ihnen die Römer, Plinius 4, 11 die einzelnen thrakischen völker herzählend, beginnt: Thracia sequitur inter validissimas Europae gentes, in strategias qirquaginta divisa.[4] Als sich römische herschaft in Illyrien, Makedonien und Thrakien gefestigt hatte, konnte es auch den Römern nicht an gelegenheit fehlen, über die thrakischen verhältnisse eigne kunde einzuziehen. wie hätte, seit den dakischen kriegen, diese sich nicht noch erweitern sollen?

Die Griechen, bevor sie den Römern unterwürfig wurden, wusten fast noch nichts von den Deutschen und diese verschmolzen ihnen unter dem namen der Galater mit den Kelten. Römern dagegen, welche Gallier von Germanen zu scheiden gelernt hatten, konnte auch ein abstand germanischer von thrakischer sprache kaum verborgen bleiben. sie hatten krieger und gefangne von allen solchen völkern in Rom vor augen.

Hinten an die östlichen Germanen, wie sie zur Römerzeit des ersten jahrhunderts nach Chr. bestanden, da wo die Donau als Ister den letzten theil ihres laufs zurücklegt, in dem heutigen Siebenbürgen, der Moldau und Walachei, stieszen Daken und Geten. beide dürfen für nahverwandte stämme fast eines einzigen volks gelten, das vorzugsweise Griechen das getische hiesz, Römern das dakische. Tacitus mag sich die Daken etwa als nachbarn der Quaden denken, Strabo stellt Geten dicht an Sueven. gleich zu eingang seines werks drückt sich jener so aus: Germania omnis a Sarmatis Dacisque mutuo metu aut montibus separatur[5]; auch hist. 4, 54 verknüpft er Sarmatis Dacisque, und Agric. 41 stehn Moesia Daciaque et Germania et Pannonia nebeneinander, der ältere Strabo aber sagt 290 von Sueven und Semnonen redend: πλὴν τά γε τῶν Σοήβων ἔθνη, τὰ μὲν ἐντὸς ᾤκει, τὰ δὲ ἐκτὸς τοῦ δρυμοῦ, ὅμορα τοῖς Γέταις μέγιστον μὲν τὸ τῶν Σοήβων ἔθνος[6], und nochmals 294: τὸ δὲ νότιον μέρος της Γερ μανίας, τὸ πέραν τοῦ Ἄλβιος, τὸ μὲν συνεχὲς ἀκμὴν ὑπὸ των Σοήβων κατέχεται. εἶτ ̓ εὐθὺς ἡ τῶν Γετῶν συνάπτει γῆ, κατ' ἀρχὰς μὲν στενὴ, παρατεταμένη τῷ Ἴστρῳ κατὰ τὸ νότιον μέρος. κατὰ δὲ τοὐναντίον, τῇ παρορίᾳ τοῦ Ερκυνίου δρυμού, μέρος τι καὶ αὐτὴ τῶν ὁρῶν κατέχουσα, εἶτα πλατύνεται πρὸς τὰς ἄρκτους μέχρι Τυριγετῶν· τοὺς δὲ ἀκριβεῖς ὅρους οὐκ ἔχομεν φράζειν[7]. genaue nordgrenze kannte er nicht. zwischen Geten und Daken gibt er s. 304 folgende scheide: Γέτας μὲν τοὺς πρὸς τὸν Πόντον κεκλιμένους καὶ πρὸς τὴν ἕω. Δάκους δὲ τοὺς εἰς τἀναντία πρὸς Γερμανίαν καὶ τὰς τοῦ Ἴστρου πηγάς und s. 313 heiszt es: ταῦτα δ ̓ ἐστὶ τὰ συνεχὴ τῇ Ἰταλίᾳ τε καὶ ταῖς Αλπεσι, καὶ Γερμανοῖς, καὶ Δάκοις, καὶ Γέταις.[8]

Beide schriftsteller halten also diese völker zwar für nachbarn der Germanen, nicht selbst für Germanen. noch entscheidender scheint, dasz ihnen Strabo ausdrücklich thrakischen ursprung, thrakische sprache beimiszt, nicht allein sagt er s. 305 ὁμόγλωττοι[9] δ ̓ εἰσὶν οἱ Δάκοι τοῖς Γέταις[10], woran niemand zweifeln wird, sondern ein blatt vorher s. 304 hiesz es: ἔτι γὰρ ἐφ' ἡμῶν γοῦν Αίλιος Κάτος μετώκισεν ἐκ τῆς περαίας τοῦ Ἴστρου πέντε μυριάδας σωμάτων παρὰ τῶν Γετῶν, ὁμογλώττου τοῖς Θραξὶν ἔθνους, εἰς τὴν Θρᾴκην· καὶ νῦν οἰκοῦσιν αὐτόθι, Μοισοί καλούμενοι.[11] in dieser stelle, wenn man ihre absicht erwägt, liegt ihm daran zu widerlegen, dasz in Thrakien keine Myser seien: Aelius Catus (unter August) habe über die Donau 50000 Geten nach Thrakien geführt, die nun daselbst wohnen und Myser heiszen; über die Donau waren sie nach Moesien gewandert, wo die späteren Moesogothen hausten. da dies lauter altgetische landstriche sind, so versteht sich von selbst, dasz kein sprachunterschied stattfand und diese übergeführten einwohner in Moesien ihre angeborne sprache behielten, die Strabo der thrakischen für gleich achtet. wir wissen leider nicht, welche ansicht Dio Chrysostomus hatte, der die Geten aus eigner anschauung kannte. kein römischer schriftsteller des ersten oder zweiten jh. hat in den Geten etwas anders als einen thrakischen volkstamm gesehn.

Es scheint darum vermessen, dasz ich in ihnen deutsche Gothen ahne und dasz in dämmernder nacht unseres Alterthums mir die Geten als ein weiszer stein entgegen schimmern.

Ich will mit dem anheben, was sich zuerst aufdrängt, mit dem getischen namen. nach dem verhalten der laute zwischen griechischer lateinischer und deutscher sprache stimmt Téra Getae zu unserm Guþai oder Gupans, welche germanische namensform die Gothi und Gothones römischer schriftsteller von Tacitus an folgern lassen. in das römische ohr über den Rhein drang nemlich der name des östlichsten germanischen volks nur lautverschoben und mit dem tiefen statt des hellen vocals; diese bedeutende verschiedenheit der klänge darf in anschlag gebracht werden, um zu begreifen, dasz die Römer nicht darauf verfielen, solche Gothen an die ihnen von andrer seite her bekannten Geten zu halten. ich musz hier einen einwand, der sich gegen die richtigkeit des namens Gothi oder Gupai erheben könnte, noch bei seite lassen und werde im verfolg darauf zurückkehren. angenommen dasz Tacitus, wie er sonst pflegt, die deutschen laute treu wiedergiebt und dasz bei ihm Gothones (nicht Gotones) gelesen werden musz, was durch die später allgemein übliche schreibung Gothi und bei Griechen Toto bestätigt wird; so erscheint dies TH wie im goth. mih viþra rabjo apn anpar tunpus gulb brobar: μετά iterum ratio ἔτος ἕτερος dens zlato frater. gleich gern, obschon nicht nothwendig zeigt die deutsche sprache U oder O statt des E oder I der gr. und lat., z. b. in þuk þus us fruma un- kuni muns tunbus hund tuggô faur vaurms: te tibi ex primus, in- yévog genus mens dens centum dingua πɑqά vermis.

Zwar, scheint es, sollte man auch im anlaut verschobnes Kupai erwarten wie Krêks für Graecus (ahd. Chriah) gesagt wurde. volksnamen pflegen sich aber oft der lautverschiebung des übrigen wortvorrats zu entziehen, aus demselben grund, der den eigennamen insgemein auch sonst alterthümliche laute und formen sichert. Ulfilas läszt z. b. die fremden Galatia, Galeilaia unverschoben und erst der volksmäszige gebrauch erlaubt sich davon abzuweichen: diese bemerkung wird für das aufsuchen der wurzel unseres volksnamens wichtig; fallen Geta und Guþa zusammen, so darf auch zu letztem das lat. getes in indigetes, das gr. γετος in τηλύγετος - τηλέγονος gehalten werden und Guba scheint weder mit gub deus gemeinschaft zu haben, noch mit gôds bonus, deren beider G verschoben ist, d. h. dem gr. 180 X, lat. H entspricht.

Aus derselben ursache würde Δázos und Dacus, begegneten wir ihm noch in goth. denkmälern, Dags geschrieben sein, weil auch in diesem namen die uralte anlautende media ihr volles recht behält; der inlaut G hingegen steht zur gr. tenuis nach dem gesetz der verschiebung, wie in Geta Guba die inlaute T und TH fortgeschoben sind.

Dieser grammatische einklang beider namen Geta und Dacus weckt das günstigste vorurtheil. es war höchst natürlich, dasz die dem deutschen organ angemessene gestalt des namens der Gothen theils in den meldungen der Römer auftauchte, theils im verlauf der zeit, beim steigenden wachsthum der deutschen macht, sich überall geltend machte und die ältere form Geta zuletzt verdrängte.

Grösseres gewicht wird meiner ansicht die geographische und historische betrachtung verleihen.

Die Gothen als sie später in der geschichte erscheinen werden fast ganz an derselben stelle getroffen, wo zuletzt die Geten saszen, in der Donaugegend und den nördlichen noch herkynischen waldgebirgen, die ihnen schon Strabo anweist. Zwar Tacitus nennt im nordosten Deutschlands hinter den Lygiern auch Gothones und legt ihnen königthum, nicht die freie verfassung der übrigen Germanen bei: trans Lygios Gothones regnantur, paulo jam adductius quam ceterae Germanorum gentes, nondum tamen supra libertatem.[12] wie bei den alten Geten wurzeln auch bei den jüngern Gothen könige; es verschlägt nichts, dasz sie, z. b. zur zeit des Ulfilas Athanarich und Fridigern, judices heiszen. im jahr 19 nach Chr. tritt Catualda, einer ihrer edlen jünglinge in marcomannische händel verflochten auf. Bei diesen Gothonen musz dem Tacitus wirklich kein zusammenhang mit den Geten eingefallen sein, weil es zu nahe gelegen hätte, darüber etwas anzumerken; aber ihm vorzugsweise war der begrif und name Germaniens von Gallien her ausgegangen und das wenige, was er über die abgelegnen Gothonen in erfahrung brachte, ihm aus dem bericht rheinischer Germanen zugeflossen, während die eigentlichen Geten von der Donauseite in Rom bekannt sein musten. man könnte auch einräumen, dasz diese Gothonen ein gen westen vorgerückter zweig der damaligen Geten waren, so wie früher die von Pytheas wahrgenommenen Guttonen am gestade der Ostsee vorsprung gewonnen hatten: den kern der Geten gieng das noch nichts an. Nicht anders halte ich die dem Tacitus sogar gallisch erscheinenden Gothinen wiederum für getische vordringlinge, wie die [acad. abh. s. 22, Lobeck pathol. 194] aufgewiesne nebenform Terηvoí bei Arrian allein auszer zweifel setzt; das keltische element mag hier bloszer irthum sein. Die deutschheit der von suevischen, quadischen, bastarnischen nachbarn umgebnen Geten wird aber noch mehr bestärkt durch Strabons versicherung s. 305, dasz das getische reich von der Römer macht bedrängt durch germanische bundesgenossen unterstützung empfieng. schon bevor sie eines gesamtnamens theilhaft waren wohnte deutschen stämmen dies gefühl ihrer gemeinschaft bei, und an fremde wäre die hilfe nicht verschwendet worden. sollten umgekehrt nicht auch in des Maroboduus herschaft und kriege gothische d. i. getische bundesgenossen geflochten gewesen sein? dem Domitian weigerten sich die Quaden und Markomannen des mitzugs gegen die Daken (Dio Cass. 67, 7.) Wie, das kriegerische, an der Donau her einziehende volk der Deutschen hätte den auslauf des mächtigen stroms ins meer fremden händen überlassen?

Trajans sieg über die Daken fällt ins j. 105 unsrer zeitrechnung, Eutropius 8, 6 sagt: Trajanus victa Dacia ex toto orbe romano infinitas eo copias hominum transtulerat ad agros et urbes colendas. Dacia enim diuturno bello Decebali viris fuit exhausta[13]; die getische bevölkerung mochte geschwächt sein, ausgerottet war sie nicht und über das eigentliche Dacien hinaus noch weniger vertilgt. aber durch diese römischen colonen mag sich damals die lateinische sprache festgesetzt haben und grundlage des dort bis auf heute fortlebenden walachischen idioms geworden sein[14]. im nordosten und nordwesten Getenlands muste sich daneben deutsche zunge in kraft erhalten. Jul. Capitolinus in Pio cap. 5 läszt zur zeit des Antoninus Pius, im dritten oder vierten zehnt des zweiten jh. Germanen und Daken sich empören: Germanos et Dacos et multas gentes atque Judaeos rebellantes contudit per praesides ac legatos[15]. von da an bis zum j. 166. 167, wo Astinge, d. h. unbestreitbare Gothen an der dakischen grenze einrücken, ist nicht einmal ein sprung, und unbefangnem blick der Geten fortdauer in den Gothen fast erwiesen. Wie im raum lassen sich auch in der zeit Geten und Gothen nicht von einander reiszen: weder schwinden jene an der stelle und in der zeit, wo diese auftreten, noch treten diese als neulinge auf da wo und seitdem jene schwinden. es wäre der unbegreiflichste zufall, dasz zwei gleichnamige völker sich unmittelbar in derselben gegend folgen sollten, ohne etwas mit einander gemein zu haben. das aufhören der Geten schiene kein geringeres räthsel[16] als das anheben der Gothen.

Weiter anzuschlagen für ihre identität bleibt der spätere sprachgebrauch und die ausdrückliche ansicht der dichter und schriftsteller, welche beide völker in namen und ursprung gleichsetzt. Schlug man dem Caracalla den beinamen Geticus vor, so konnte ein halb jh. nachher dem Marcus Aurelius Claudius schon besser gefallen Gothicus zu heiszen (auf münzen bei Eckhel 7, 472) und nun gar Justinian zu seinen tagen durfte blosz letzteren namen wählen. es heiszt dem 4. 5. 6. jh. und den anfängen der einheimischen geschichte allen tact absprechen, wenn man sie hierin immerfort des irthums zeiht. In Julians ἐγκώμιον εἰς τὸν αὐτοκράτορα Κωνστάντιον[17] (orat. 1 ed. Spanh. p. 9.) liest man: ὁ δὲ τὴν πρὸς τοὺς Γέτας ἡμῖν εἰρήνην яaqεozεvασεv ἀσφαλής[18], der officielle lobredner nennt Geten, die, wenn unsre gewöhnliche meinung recht hat, gar keine mehr waren. Claudian, der doch die einfälle wirklicher Gothen darstellt, verleiht ihnen beständig noch den namen Geten, während in prosa und seit die macht der deutschen aufsteigt, die deutsche namensform üblicher wird, aber ganz dasselbe bezeichnet. Gar an der stätte selbst, wo sie lebten, musz sich doch eine kunde von dem zusammenhang der älteren und jüngeren stämme fortgepflanzt haben, den kein zwischenraum einiger jahrhunderte so schnell tilgt. ich getraue mir zu wetten, dasz unser unsterblicher Ulfilas, dem die hälfte seines thätigen lebens auf thrakischem, altgetischem boden, am fusze des Hämus verstrich, bei seinem verkehr mit Griechen und Römern, oft die volksnamen Geten und Gothen gleichbedeutig im munde geführt haben wird. Von Ulfilas, den er Urfilas nennt, sagt Philostorgius in seiner um den beginn des 5. jh. geschriebnen kirchengeschichte: ὅτι Οὐρφίλαν φησὶ κατὰ τούτους τοὺς χρόνους ἐκ τῶν πέραν Ἴστρου Σκυθῶν, οὓς οἱ μὲν πάλαι Γέτας, οἱ δὲ νῦν Γότθους καλοῦσι, πολὺν εἰς Ῥωμαίων διαβιβάσαι λαὸν, δι ̓ εὐσέβειαν ἐκ τῶν οἰκείων ἠθῶν ἐλαθέντας, und bald darauf: ὁ τοίνυν Οὐρφίλας οὗτος . . . ἐπίσκοπος χειροτονεῖται τῶν ἐν τῇ Γετικῇ χριστιανιζόντων[19][20]. Socrates scholasticus und Sozomenus, die nicht lange nachher die kirchengeschichte behandeln und wieder auf Ulfilas zu sprechen kommen, nennen sein volk nur Tótol, wie auch Auxentius im lateinischen bericht von Ulfilas 'gens Gothorum' sagt. aber Orosius, Hieronymus, Augustinus verwenden die getische benennung statt der gothischen, die gothischen geschichtschreiber selbst, Cassiodor, Jornandes und Procop haben nicht vergessen, dasz beiden ausdrücken gleicher sinn beiwohnt[21], und blicken mit stolz von den Gothen weiter rückwärts auf die Geten. Ennodius († 521 zu Pavia) im panegyricus dictus regi Theoderico wechselt ab mit geticum robur und Gothorum nobilissimus. Umgekehrt nimmt noch spä184 ter könig Älfrêd, nach des Orosius vorgang, keinen anstand Gotan zu nennen die unbezweifelt alte Geten waren: in þære tide pe Gotan of Scidda mägde vid Romanarice gevin upâhôfon; be eástan þæm sind Datia þâ þe iu væron Gotan. Hätten sich des Dio Chrysostomus Getica erhalten, sie würden uns zusammenhänge der Geten und Gothen vielleicht so beweisen, dasz alle zweifel verstummten; aus ihm schöpfte wol Iornandes cap. 10 die Worte: Philippus quoque pater Alexandri magni cum Gothis amicitias copulans Medopam Gothilae (al. Medorum Gudilae) filiam regis accepit uxorem, ut tali affinitate roboratus Macedonum regna firmaret.[22] an den namen Medopa (Mɛnŋ?) wage ich mich ungern; der könig Gupila klingt überaus gothisch. [Κιθήλας ὁ τῶν Θρακῶν βασιλεὺς ἄγων Μήδαν[23] Athenaeus 13 p. 557, wo auch die lesart Konλas. Gudila Thrax, Procop. 3, 30. Sadala des Cotys sohn Caes. b. civ. 3, 4.] hatte des Iornandes quelle Tétηha, was er verdeutscht? [vgl. Kotys s. 210.]

Ich bin fern davon dieser ansicht der späteren jahrhunderte entscheidenden werth beizumessen, aber auch bereit sie mitgelten zu lassen, wo andere gründe reden; ebensowenig darf man sich allem unterwerfen, was die classiker über die lage und verwandtschaft der völker des alterthums ausgesprochen haben. wie manches, was ihnen klar war, ist uns dunkel geworden und wie manches uns klare ihnen dunkel geblieben. es sei nur an das ausgedehnte volk der Movio oder Lygier, das Strabo und Tacitus den Germanen beizählen, erinnert, aus welchem heutige forscher Slaven machen wollen, oder an die das Rheinufer bewohnenden Nemetes, worin man Kelten erblickt. niemand wird aus Strabo folgern, dasz Skythien bis zum Rhein reiche, demnach Germanien mitbegreife, wenn er einmal sagt ή μεταξὺ τοῦ Ῥήνου καὶ τοῦ Τανάϊδος ποταμοῦ[24] (s. 312); also brauchen auch seine Γέται ὁμόγλωττοι τοῖς Θραξί[25] nicht nach aller strenge aufgefaszt[26], noch des Philostorgius getische Skythen belächelt zu werden.

Nahe verwandtschaft der Thraker und Geten scheint unleugbar, dennoch bricht merkliche verschiedenheit hervor zwischen beiden. schon bei Herodot, der zu eingang des fünften buchs von den Thrakern sprechen will, und bereits 4, 92 ff. auf die Geten gekommen war, welche ihm Θρηίκων ἀνδρειότατοι καὶ δικαιότατοι[27] erscheinen, und wahrend er 5, 3 allen Thrakern einstimmige bräuche zuschreibt, bilden. ihm gleich die Γέται οἱ ἀθανατίζοντες[28] und einige ihrer nachbar ausnahme von dem groszen haufen der übrigen Thraker. Strabo geht von den Germanen und Kimbern unmittelbar auf die Geten über und behandelt sie im dritten cap. seines siebenten buchs so unverhältnismäszig ausführlich, dasz ihm von den andern Thrakern wenig zu sagen übrig bleibt. sie ragten also auch in seinen quellen eigenthümlich vor, und nicht anders Mela 2, 2, nachdem er angehoben hat: una gens Thraces habitant, aliis aliisque praediti et nominibus et moribus; quidam feri sunt et ad mortem paratissimi, Getae utique,[29] steht gleich bei den Geten. Unter allen Thrakern sind aber die Geten die nördlichsten, d. h. sie reichen unmittelbar an die Germanen, bilden also fast ein gesondertes volk[30], von dem später, wie wir sahen, wieder einzelne haufen über die Donau zurückgeführt wurden. Gesetzt nun, die Thraker nehmen in der ganzen weltordnung den raum zwischen Germanen und Griechen ein und vermitteln beide; so begriffe sich, dasz wiederum zwischen Germanen und Thrakern die Geten in der mitte halten. weicht doch selbst die gothische sprache von den übrigen deutschen vielfach ab; die verschiedenheit getischer und germanischer zungen könnte ein römisches ohr so getroffen haben, dasz ihm darüber ihre gemeinschaft entgangen wäre? aller wahrscheinlichkeit nach drangen die meisten deutschen stämme am südlichen gestade des Pontus durch Kleinasien in Europa vor, ein theil von ihnen konnte in Thrakien haften. wenn es vielen anschein hat, dasz die falkenjagd über Thrakien sich weiter nach Europa verbreitete (s. 47), brachten sie die Thraker alsbald mit in die neue heimat? oder schon vor ihnen Germanen? oder kam sie beiden nach?

Frühste kunde von den Geten empfangen wir durch Herodot, der uns ihren sitz noch auf der rechten seite der Donau im eigentlichen Thrakien bezeichnet. Darius durchzog es auf einer heerfahrt gegen die Skythen im j. 513 vor Chr.; nachdem er vom Bosporus aus über den Tearus und Artiscus vorgedrungen war, Skyrmiaden und Nipsaeer am salmidessischen meerbusen unterhalb Apollonia und Mesembria ohne widerstand sich ergeben hatten, stiesz er auf jene mannhaftesten und gerechtesten, sich für unsterblich haltenden Geten: beiwörter von gewicht im munde stolzer Griechen, denen sonst alle Thraker für barbaren galten. Fast hundert jahre nachher (429 vor Chr.) weist den Geten dieselbe wohnstätte zwischen Haemus und Ister Thucydides 2, 96 an. im verfolg der zeit finden wir sie nördlicher und mächtiger. Alexanders thrakischer krieg fällt ins j. 335, er überzog Triballer und dann Geten, welche schon jenseit des stroms unfern der insel Peuke ihre stadt hatten. Strabo s. 301. Damals mag sich ein theil von ihnen noch mehr nordwärts geworfen haben, wiewol sie das linke Donauufer behaupteten; eine steppe oder ein waldgebirge zwischen Ister und Tyras hiesz seitdem Tr TETOV Qnuía. Strabo s. 305. [deserta Getarum georg. 3, 462.] aber ihr reich wuchs empor und im j. 292 vor Chr. wurde der makedonische Lysimachus von ihrem könige Dromichaetes aufs haupt geschlagen (Strabo s. 302. 305, Pausan. I. 9. 5), seitdem müssen sie lange zeit zwischen Donau und Tyras gewalt und einflusz behauptet haben. Ungefähr funfzig jahre vor Chr. wurden alle städte am linken ufer des Pontus von Olbia bis nach Apollonia hin genommen und durch sie verheert (Dio Chrysost. 1, 75); es mag unter ihrem könige Boroistes geschehn sein, welchen Strabo s. 303 in des Augustus frühere jahre, Iornandes unter Sylla setzt. im beginn unserer zeitrechnung zu Ovids tagen streiften sie in denselben landstrichen. Dio Chrysostomus aber reiste noch zu des Tacitus zeit durch Skythien in das Getenland, um ihre sitten und bräuche zu erkunden, während die ihnen verbrüderten Daken mehr nach westen ihr reich unter Decebalus fortsetzten. Dies allmäliche vorrücken und lange verweilen während fünfhundert jahren verbürgt uns den gehalt und wachsthum eines lebensvollen volks.

Jene adavari ovras und ihren gott Zalmoxis oder Gebeleizis schildert uns Herodot schön und ausführlich; in Griechenland mochten darüber abweichende meldungen umgehn, dasz Zalmoxis nicht für den bloszen lehrling des Pythagoras gelten dürfe, vielmehr daemon und gott sei, durchschaute schon der geschichtschreiber, unbefangne werden die auffallende ähnlichkeit germanischer lehre und sitte nicht verkennen. an seines lebens ende, nachdem er drei jahre lang in einem unterirdischen haus verblieben war und von den Geten todtgeglaubt wurde, erschien Zalmoxis nochmals unter ihnen. das gemahnt an Freys hügel, worin der göttliche herscher nach seinem tode drei jahre hindurch aufbewahrt und dem volk als noch lebend dargestellt wurde, weil davon fruchtbarkeit und friede im ganzen land abhiengen. sterbende liesz man zu Zalmoxis gehn, entsandte sie zu Zalmoxis oder Gebeleizis; was könnte genauer übereintreffen mit dem tiefwurzelnden deutschen und slavischen volksglauben, dem fara til Odins, leita Odin, hitta Odin, sækja Odin, fadar suokian, Swatopluka hledati?[31] pluk, held oder könig, führt zurück auf einen göttlichen Swatowit, wie Zalmoxis auf den daemon; diese analogie des mythus begegnet der äuszerlichen berührung zwischen Geten und Sarmaten. Azvázys entspricht unserm Zio und Eor, Avεuos dem Odinn und Biflindi (s. 120), mich dünkt die ορεινοὶ Θρᾷκες καὶ μαχαιροφόροι bei Thucyd. 2, 96. 188 7, 27, worauf ich zurückkommen werde, passen als schwertträger zu Zio und zu Acinaces, nicht blosz Alanen, auch Suevi und Bojoarii waren Marsverehrer; wie der name Zalmoxis an unser helm, das litth. szalmas erinnere, habe ich dargethan. Gebeleizis dürfte ein Gibalaiks oder Gibuka sein, vielleicht auch Gibaleis, da sich bei Irmino 67b der mannsname Witleis, 38 42 der frauenname Bertleis, Wulfleis findet, den Litthauern war Gabjauja göttin des reichthums, [Gabjaujis deus horreorum, vgl. gabenti holen, bringen, gabanà last.] wir sind schon öfter bei den Geten auf die Litthauer geleitet worden, und jener Samogeta = Guddas (s. 170) wird immer wichtiger[32].

Auch die getische sitte schlieszt sich an deutsche. Herodot 5, 5 von den nachbarn der Geten, den thrakischen Trausen und Krestonaeer redend, legt ihnen vielweiberei bei: ἔχει γυναῖκας ἕκαστος[33] Tolkas und erzählt dann, was ich schon s. 139 anführte, wie die geliebteste derselben auf des mannes grab getödtet wurde. allbekannt sind die von Strabo s. 297 geretteten stellen Menanders

πάντες μὲν οἱ Θράκες, μάλιστα δ' οἱ Γέται κ. τ. λ. [34]

und

γαμεῖ γὰρ ἡμῶν οὐδὲ εἷς, ᾧ οὐ δέκ' ἢ κ. τ. λ.[35]

Tacitus hingegen preist die strenge und reinheit germanischer ehen. nec ullam morum partem magis laudaveris, nam prope soli barbarorum singulis uxoribus contenti sunt, exceptis admodum paucis, qui non libidine sed ob nobilitatem plurimis nuptiis ambiuntur[36]; also er kennt auch ausnahmen, Caesar 1, 53 erwähnt zweier weiber des Ariovist, Adam von Bremen weisz der Sueonen vielweiberei und die altn. sagen sind voll von beispielen: könig Hiörvarðr hatte vier frauen (Sæm. 140), Hâraldr, als er Ragnhild heiratete, verliesz neun andere, Alrekr hatte zwei frauen (fornald. sög. 2, 25. 26.) Samo ein könig der Slaven: duodecim uxores ex gente Vinidorum habuit. Fredegar. ad a. 623. von polygamie der edeln und freien, die ohne zweifel vorkam, haben sagen und geschichtschreiber zu reden keinen anlasz. Wenn sie bei 189 den ihm bekannten Germanen Tacitus seltener beobachtete, so bezeugt das der westlichen stämme, deren ackerbau auch mehr ausgebildet war, gröszeren fortschritt; dem hirtenleben lag vielweiberei nah[37]. man musz auch zwischen vermählter ehefrau und den kebsen unterscheiden, welcher es in ganz Europa das mittelalter hindurch viele gab, ohne dasz daraus den männern vorwurf und laster erwuchs. Kriemhilt nennt Nib. 782, 4. 789, 3. 796, 3 ihre schwägerin 'mannes kebse' und will damit Siegfried nicht schelten; allen dichtern musz freilich das verhältnis unedel erscheinen, zumal den geistlichen. Crescentia sagt, als arme dirne (cod. pal. 361, 73o):

ouch wâre im ze sunden getân,

ob er mich ze kebese wolde hân:

ze wibe wâre ich im ze smâhe. (cod. kol. 260 ze kone.)

Menanders worte dürfen nicht einmal den Geten zu Strabons zeit zur last fallen, geschweige den Germanen des Tacitus verglichen werden, da um 320 vor Chr. die sitte freier und ausgelassener sein mochtc, wenn man überhaupt den comiker keiner übertreibung, wie sie seinen absichten entsprach, zeihen will. recht verstanden ist also hier nicht verschiedenheit, sondern einstimmung.

Diese zeigt sich weit stärker noch bei dem zusammenhalten vielbesprochner äuszerungen Caesars und Tac. über die ackerbestellung der Sueven und Germanen insgemein mit dem, was Horaz von der getischen meldet. Caes. 4, 1. 6, 22. Tac. Germ. 26. Hor. carm. III. 24, 11. wie angemessen auch dem übertritt aus dem hirtenland in die feldwirtschaft der jährliche ackerwechsel erscheint, war er doch etwas unter allen übrigen völkern so wenig wahrgenommnes, dasz man daraus auf stammverwandtschaft derer, die ihn beobachten, einen wahrscheinlichen schlusz zu ziehen berechtigt wird[38].

Sind nunmehr in namen, lage, geschichte und brauch der Geten erhebliche gründe dafür gefunden worden, dasz sie mit den Deutschen wo nicht gleiches, doch verwandtes ursprungs erscheinen, so mangelt es nicht an andern noch weiter greifenden bestätigungen.

Vor allem rechne ich dahin das merkwürdige verhältnis der Geten zu den Daken, welche beide entweder völlig in einander aufgehn oder unmittelbar zusammen stehn.

Wer mit der griechischen und römischen comoedie des Menander und Plautus bekannt ist, weisz dasz in ihr ein Téras oder 4άos als ständige person des oizérηg oder dovλos auftreten; ist es nicht wunderbar, dasz uns damit eins der ältesten zeugnisse für die deutsche geschichte erhalten wird? es waren mancipien, die der verkehr mit Thrakien, sei es durch gefangenschaft oder kauf nach Griechenland brachte; solche αἰχμάλωτοι, δορυάλωτοι oder αργυρώνητοι, ἁλώνη τοι musten, durch treue oder anstelligkeit, wie bei andern völkern deutsches gefolge, den griechischen herrn willkommen sein: sonst wären sie nicht häufig geworden. den comikern lieferten blosz. die ausnamen stof. Gerade so bezeichnete hernach waltenden Deutschen der name Winid, Walah oder Sclav einen aus der fremde erworbnen knecht. Γέτας war also der dienende Gete; wer aber Δάος, lat. Davus? es kann gar kein zweifel sein, dasz darunter ein abkömmling aus dem dakischen stamm gemeint werde, dessen verbrüderung mit dem getischen aus allen nachrichten erhellt.

Das erste was hier erwogen werden musz, ist die abweichende wortgestalt. Δάος Davus[39] , nach aller sprachanalogie, scheint nichts als trauliche abschleifung des volleren Dacus Dacvus. wie aus goth. magus mavi hervorgeht und neben lat. raucus (für racvus?) ravus[40] verhalten sich Dacus und Davus; die gr. sprache mit ausgestosznem 191 digamma setzt Δάος wie νέος ναῦς οῖς ὠόν δαήρ für novus navis ovis ovum levir devir) oder σπέος πῶν = specus pecu. Strabo verkennt keinen augenblick dasz Δάκος und Δάος dasselbe sind, s. 304: γέγονε δὲ καὶ ἄλλος τῆς χώρας μερισμὸς συμμένων ἐκ παλαιοῦ· τοὺς μὲν γὰρ Δάκους προςαγορεύουσι, τοὺς δὲ Γέτας. Γέτας μὲν τοὺς πρὸς τὸν Πόντον κεκλιμένους καὶ πρὸς τὴν ἕω. Δάκους δὲ τοὺς εἰς τἀναντία πρὸς Γερμανίαν καὶ τὰς τοῦ Ἴστρου πηγὰς, οὓς οἶμαι Μάους καλεῖσθαι τὸ παλαιόν· ἀφ ̓ οὗ καὶ παρὰ τοῖς Αττικοῖς ἐπεπόλασε τὰ τῶν οἰκετῶν ὀνόματα Γέται καὶ Λάοι. τοῦτο γὰρ πιθανώτερον, ἢ ἀπὸ τῶν Σκυθῶν, οὓς καλοῦσι Λάας πόῤῥω γὰρ ἐκεῖνοι περὶ τὴν Υρκανίαν· καὶ οὐκ εἰκὸς ἐκεῖθεν κομίζεσθαι ἀνδράποδα εἰς τὴν Αττικήν. sicher waren jene griechischen knechte aus dem nahen Thrakien, nicht dem fernen Skythien geholt und für Strabons zeit unter August europäische Aάot, asiatische άa (lat. Daci und Dahae) zu sondern. Aber früherhin, wie wir sahen, saszen Γέται und Δάοι südlicher in Thrakien, auf der rechten seite des Ister, am fusze des Haemus, und Thucydides 2, 96 stellt den damaligen Geten schwerttragende Thraker vom gebirg zur seite, welche an der Rhodope, d. h. westwärts gegen den Nestus und Strymon wohnen: οἳ Δίοι καλοῦνται, 7, 27 heiszen ihm die nemlichen μαχαιροφόροι: τοῦ Διακοῦ γένους, wo eine scholie hat: γράφεται τῶν Λακικοῦ. offenbar sind Λάοι und Δίοι ganz derselbe volkstamm, was Cassius Dio 51, 22 auszer zweifel setzt: οἱ δὲ ἐπέκεινα Δάκοι κέκληνται, εἴτε δὴ Γέται τινὲς, εἴτε καὶ Θρᾷκες τοῦ Δακικοῦ γένους τοῦ τὴν Ῥοδόπην ποτὲ ἐνοικήσαντος ὄντες. die lesart zu ändern bedarfs nicht, δίοι, die göttlichen, war ein übliches beiwort auch andrer volksnamen, so dasz griechisches ohr oder selbst thrakische überlieferung leicht for und Δᾶοι, Δάοι verwechselte. Beide namen Γέται und Δάκοι waren den Griechen von alters her bekannt, doch sie begriffen gewöhnlich unter ersteren auch die letzten, während umgedreht hernach die Römer die ihnen etwas näheren Daci für die Getae mit verwandten. wo Γέται Getae und Δάοι Daci unterschieden werden, liegen früher wie später jene immer nordöstlich, diese südwestlich, beide aber rücken in den nordwesten vor.

  1. ↑ wie andere völker winde nach der gegend des landes, woher sie streifen: ein wint von Barbarie wet, der ander von Türkie, heiszt es beim Tanhûser MS. 2, 68b. Auch nachtigall und schwalbe fliegen den Griechen aus Thrakien zu, Babr. 12, 8 sagt die eine zur andern: πρώτον βλέπω σε σήμερον μετὰ Θρᾴκην.
  2. ↑ Aber die griechische Nation ist nach allen Indern die größte, avoúlov
  3. ↑ Herodot 1, 28. 3, 90. 7, 75 kennt natürlich noch in Asien Thraker.
  4. ↑ Thrakien zählt zu den mächtigsten Nationen Europas und ist in vierzig Schichten unterteilt
  5. ↑ Ganz Deutschland war von den Sarmaten und Dakern durch gegenseitige Angst oder durch Berge getrennt
  6. ↑ mit Ausnahme derjenigen der suebischen Nationen, derjenigen innerhalb des Waldes und derjenigen außerhalb des Waldes, die ebenso an die Getae gebunden sind wie die suebische Nation
  7. ↑ aber der südliche Teil Deutschlands, jenseits des Albius, der ein durchgehender Bergrücken unter den Sueben ist, ist besetzt. Eyt ̓ euthys verbindet das Getae-Land zunächst mit einer Meerenge, die sich im südlichen Teil bis zur Istrien erstreckt. an den Ufern des Hercynian-Waldes, von dem ich ebenfalls die Bezeichnungen besaß, soll er sich in Richtung der Bären bis nach Tyrigeton erstrecken, aber die genauen Bezeichnungen liegen uns nicht vor;
  8. ↑ Beseitigen Sie diejenigen, die zum Pontus und zum Meer neigen. Und man hört die in Tanandien in Richtung Germania und die von Istro gehen und s. 313 heiszt es: Dies sind die Fortsetzungen von Italien und den Alpen und Germanen und Daker und Getae.
  9. ↑ ahd. samararte, folglich goth. samarazdai.
  10. ↑ Die Daker sind Homoglotten unter den Getae
  11. ↑ denn in unserer Zeit marschierte Aelius Catos von den Ufern des Istro zu fünf Myriaden von Körpern vor den Getae, einem Volk thrakischer Sprache, nach Thrakien;
  12. ↑ Jenseits von Lygien regieren die Goten, bereits etwas unterworfener als die anderen Völker der Germanen, aber noch nicht über der Freiheit.
  13. ↑ "Trajans Eroberung Dakiens brachte unzählige Männer aus der gesamten römischen Welt mit sich, um die Felder und Städte zu bestellen. Denn Dacia wurde während des langen Krieges von den Männern des Decebalus erschöpft"
  14. ↑ vgl. Massmanns libellus aurarius p. 99.
  15. ↑ "Durch Gouverneure und Botschafter vernichtete er die Germanen und Daker sowie viele Nationen und jüdische Rebellen."
  16. ↑ denn mit des Aelius Catus überführung der Geten nach Moesien wird es so wenig gelöst als mit dem untergang der Daken seit Trajans sieg.
  17. ↑ "Lobpreis an Kaiser Konstantion"
  18. ↑ "aber der Frieden für die Getae ist sicher"
  19. ↑ "denn nach dieser Zeit kamen die Urfilaner von jenseits Istriens, die Skythen, die früher Getäer waren, aber jetzt sind die Goten gut, ein Volk, das wegen seiner Frömmigkeit, die aus den Häusern der Nationen stammte, sehr stark an die Römer weitergegeben wurde, und bald darauf: dies ist Urfilas. . . In Getica wird ein Bischof der Christen geweiht"
  20. ↑ Photii epitome Philostorgii H. E. 2, 5.
  21. ↑ vgl. meine academische abhandlung s. 20. 21.
  22. ↑ "Auch Philipp, der Vater Alexanders des Großen, schloss Freundschaft mit den Goten und heiratete Medopa Gothila (Al. Medorum Gudila), die Tochter des Königs, damit er, gestärkt durch diese Verwandtschaft, die Königreiche der Mazedonier stärken konnte."
  23. ↑ Kithilas, König der Thraker, Agon Medan
  24. ↑ oder zwischen den Flüssen Ribenos und Tanais
  25. ↑ Die Thraxes sind einsprachig
  26. ↑ Cassius Dio 51, 22 erzählt, wie im j. 725 (28 vor Chr.) ein kampf zwischen Daken und Sueven in Rom zur schau gegeben wurde: gói rods ἀλλήλους Δακοί τε καὶ Σουήβοι ἐμαχέσαντο, und figt hinzu εἰσὶ δ ̓ οὗτοι μὲν Κελτοὶ, ἐκεῖνοι δὲ δὴ Σκύθαι τρόπον τινά. das ist τρόπον τινὰ ganz richtig, als er aber nods to azoßes sprechen will folgt nur, dasz die Sueven über dem Rhein, die Daken zu beiden seiten des Ister wohnten; keltische, germanische, thrakische, skythische sprache zu sondern fiel ihm nicht ein. zweihundert jahre vor ihm hatte Strabo die Sueven als nachbarn der Geten geschildert.
  27. ↑ Der mutigste und gerechteste der Griechen
  28. ↑ Vorbei sind die Unsterblichen
  29. ↑ "Die Thraker sind eine Nation, ausgestattet mit Namen und Manieren. einige sind wild und die meisten bereit für den Tod, ganz sicher die Getae"
  30. ↑ ich weisz nicht aus welchem grund Ukert im anhang zu Skythien, nicht bei Thrakien, das getische und dakische land abhandelt; aber es geschieht mit gutem fug.
  31. ↑ mythol. s. 132. 913. 1205. 1225. Ad. Schmidts zeitschr. 3, 348. 4, 544. Schafarik s. 804. Palacky 1, 135.
  32. ↑ der zufall spielt seltsam, wenn in Zauódogs die nemliche bildung ist, ich bestehe aber nicht das abenteuer mich hier auf den samothrakischen cultus einzulassen.
  33. ↑ jeder hat eine Frau
  34. ↑ alle außer den Thrakern, sogar den Getae
  35. ↑ denn keiner von uns heiratet, noch zehn
  36. ↑ Sie würden auch keinen Teil ihrer Manieren mehr loben, denn fast nur die Barbaren geben sich mit einer Frau zufrieden, mit Ausnahme einiger weniger, die nicht aus Wollust, sondern aus Adel viele Ehen eingehen.
  37. ↑ vgl. oben s. 18. die pellex hiesz ahd. auch ella giella kiella gella, mhd. gelle, altn. elja, d. i. aemula, rivalin, wie ello aemulus, rival, von ellan eljan, goth. aljan pugna, certamen, Šūkos.
  38. ↑ Orelli zur horazischen stelle meint: hunc Suevorum morem ad Getas transtulisse videtur poeta. so auszulegen wie unerlaubt! dem Strabo sind Geten und Sueven gerade unmittelbare nachbarn.
  39. ↑ aeol. Δάνος. Prisc. 6, 264. Ahrens dial. aeol. 35.
  40. ↑ beide formen zusammen stellt die plautische redensart: usque ad raucam ravim.