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Verfolg

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verfolg mhdt.

VERFOLG[1], m.

das folgende, die nachfolge, die aufeinanderfolge; mhd. vervolc, mnd. vorvolch. das wort scheint im nhd. in vergessenheit gerathen zu sein, fehlt bei Maaler, Stieler, Steinbach, Frisch. im laufe des vorigen jahrhunderts wieder neu belebt(Herder), in diesem jahrhundert meist durch fortsetzung oder das einfache folge ersetzt.

1)

das äuszerlich folgende, fortsetzung einer erzählung: höre also den verfolg meiner geschichte mit der schönen und tugendhaften Aruja. Wieland 8, 384; wir sehen es also nicht gern, dasz einige unter ihnen, welche noch geduld genug gehabt haben, dieses neunte buch durchzublättern, ... den verfolg seiner geschichte kaltsinnig aus ihren schönen händen entschlüpfen lassen. 2, 231; verfolg und beschlusz der geheimen begebenheiten der Danae. 3, 317; der verfolg wird beispiele liefern, wie schielend es sei, über den übelstand homerischer götter und helden und menschen nach den begriffen unsrer zeit zu urtheilen. Herder lit. u. kunst (1821) 5, 16; ich werde in dem verfolg dieser abhandlung kein bedenken tragen, den satz eines noch so berühmten mannes freimüthig zu verwerfen, wenn er sich meinem verstande als falsch darstellt. Kant 8, 9; der verfolg des tagebuchs war an Makarien gesandt und man wollte dir durch erzählung das ernstanmuthige ereignisz nicht verkümmern. Göthe 23, 166; von der aufeinanderfolge anderer dinge: er merke sich aber .. dasz der, der uns viel gutes erzeigt hat, oft wider seinen willen uns auch böses erzeigen könne, so dasz zuweilen auch hier die schaalen der waage im verfolg der zeiten gleich schweben. Herder gesch. u. phil. (1820) 7, 16; da es aber im verfolg wissenschaftlichen hestrebens gleich schädlich ist ausschlieszlich der erfahrung als unbedingt der idee zu gehorchen, so .. Göthe 58, 115.

2)

als geistige aufeinanderfolge, d. i, zusammenhang: nichts ist hier so sonderbar, als eine scene heraus zu heben; ohne zu betrachten, wie sie mitten im verfolge sich ausnimmt, oder besser zu sagen sich fortdränget, sich aus andern entwickelt und andere vorbringet. Herder lit. u. kunst (1821) 5, 42; ein Thersites an sich sei was er wolle, was ist er zum ganzen der Iliade? was ist er in seinem verfolge? ebenda.

3)

im verfolge gewinnt adverbiale bedeutung, bezeichnet einen äuszerlichen und innern zusammenhang, aus ursache (vergl.in folge von): ihre kaiserl. majestät könnten hingegen nicht anders, als in verfolg dero wahlcapitulation bei demjenigen verharren, was demselben reichsconstitutionsmäszig verfüget worden seie. weim. staats-archiv 1737 (Regensburg); in verfolg unseres jüngsthin an eure liebden erlassenen schreibens. ebenda 1763. heute ist das wort auch in dieser(adverbialen) bedeutung veraltet, wir gebrauchen statt dessen etwa im fortgange oder für 2, b aus anlasz, in folge.

  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1888), Bd. XII,I (1956), Sp. 346, Z. 39.