Zum Inhalt springen

Heide

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Juni 2024 um 14:31 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „heid-e Heide<sup>1</sup> m. ‘Anhänger einer nichtchristlichen Religion’. * Das Substantiv ** ahd. heidan (8. Jh.), ** mhd. mnd. mnl. nl. heiden, ** aengl. hǣþen, ** engl. heathen * und die Adjektive ** ahd. heidan ‘heidnisch’, heidanisc, ** asächs. hēðin (vgl. auch die Substantivierung hēðino neben hēðin man), ** mnl. heiden, ** anord. heiðinn * schließen sich an got. ''haiþnō'' ‘Heidin’ an, * das M…“). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

heid-e

Heide1 m. ‘Anhänger einer nichtchristlichen Religion’.

  • Das Substantiv
    • ahd. heidan (8. Jh.),
    • mhd. mnd. mnl. nl. heiden,
    • aengl. hǣþen,
    • engl. heathen
  • und die Adjektive
    • ahd. heidan ‘heidnisch’, heidanisc,
    • asächs. hēðin (vgl. auch die Substantivierung hēðino neben hēðin man),
    • mnl. heiden,
    • anord. heiðinn
  • schließen sich an got. haiþnō ‘Heidin’ an,
  • das Mark. 7, 26 griech. Hellēnís (Ἑλληνίς, Ἑλληνῐ́ς) ‘Hellenin, Griechin’, daher ‘Nicht-Jüdin’, wiedergibt.
  • Man sieht in der got. Bildung, die mit der gotischen Mission ins Westgerm. gelangt,
    • eine singularisierte Entlehnung aus griech. (neutestamentlich) tá éthnē (τὰ ἔθνη) ‘die Heiden’ (eigentlich ‘die Völker’).
    • Für dieses ist, wie auch für griech. ethnikós (ἐθνικός) ‘zum (fremden) Volke gehörig, volkstümlich, heidnisch’, spätgriech. Aspirierung anzunehmen,
      • so daß got. haiþn- entsteht,
      • wobei got. ai als Wiedergabe (in Lehnwörtern) von griech. ε betrachtet werden muß;
      • vgl. Seebold in: PBB (T) 93 (1971) 29 ff.
  • Man kann ferner vermuten,
    • daß got. haiþn- mit got. haiþi ‘Feld, Acker’ (s. Heide2 f.) in Verbindung gebracht
    • und als ‘zum fremden (nichtchristlichen) Volk gehörig, auf dem freien, unbebauten Lande lebend’ verstanden wurde;
    • vgl. W. Schulze Kl. Schr. 517 ff.
  • Die im Nhd. gültige Form Heide
    • tritt zuerst md. im 14. Jh. auf,
    • setzt sich im 16. Jh. durch und bezeichnet, vor allem in der Sprache der Bibel,
      • den Nichtjuden und Nichtchristen,
      • im Mittelalter und bis ins 16. Jh. speziell auch den Mohammedaner,
      • in neuerer Zeit ferner den dem Christentum Fernstehenden (vgl. moderner Heide).
  • – heidnisch, Heidentum

Heide2 f. ‘ebenes unbebautes Land, Heidekraut, Erika’,

  • WF
    • ahd. heida (10. Jh.),
    • mhd. heide,
    • asächs. hēða,
    • mnd. mnl. hēde, heide,
    • nl. heide,
    • aengl. hǣþ,
    • engl. heath,
    • anord. heiðr,
    • swed. hed,
    • got. haiþi ‘Feld, Acker’
  • führen zusammen mit
    • akymr. coit ‘Wald’,
    • bret. coet, coat ‘Wald, Gehölz’
  • auf uig. *kait- ‘Wald, unbebauter Landstrich’, das nur in germ. und kelt. Sprachen auftritt.
  • Nicht gesichert ist die Zuordnung von
    • lat. būcētum ‘(Kuh)trift’ (vgl. Walde/Hofmann ³1, 120).
  • Heide bedeutet im Dt. ‘unfruchtbares, wildbewachsenes Land’,
    • in der Regel unter Ausschluß dichter Wälder,
    • steht in mhd. Zeit Anger und Aue nahe und bewahrt im Nhd. die Grundauffassung ‘landwirtschaftlich wenig ertragreiche Landschaft’
    • (vgl. Lüneburger Heide).
  • Oft steht Heide auch für auf kargen Böden wachsende lockere Waldgebiete (Bernauer, Rostocker, Dübener Heide).
  • Die übertragene Verwendung