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Werk:TDPC/54.1

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▷Iohannes: Quantum tradi potest doctrina ignorantiae illius quae ad ineffabile pergit, videtur dictum. Sed adiciam aliquod mei conceptus speculum. Nam licet aenigmata multa nos ducant, sine quibus ad incognitum deum non habemus accedendi modum – oportet enim ad aliquod cognitum respicere incognitum quaerentem –, tamen in minimis principia maxime relucent. Capio igitur abbreviatum verbum concisum valde puta IN. Dico: Si volo intrare divinas contemplationes, per ipsum IN, cum nihil possit intrari nisi per ipsum IN, intrare conabor. Primo ad figuram eius adverto quomodo est ex tribus aequalibus lineis quasi unitrinum et quomodo I et N per spiritum conexionis nectuntur. In ipso enim IN est primo I, deinde N et utriusque nexus, ut sit una simplex dictio IN I et N et utriusque nexu consistens. Nihil simplicius I. Nulla littera figurari potest sine illa simplici linea, ut sit principium omnium. N primo omnium ex simplicissimo I in se ducto generatur. Nec N littera est bis I littera, sed ex I semel in se ducta, ut sit una littera. In N enim est I explicatum. Unde si I additur ad N, non plus vocis habetur. Iam enim erat in N eius virtus. N enim non consonat ipsi E quasi N sit EN, sed ipsi I ut sit IN, ut sciunt illi, qui Graecarum litterarum peritiam habent. Nexus igitur utriusque naturalissimus est. Figura igitur unitrini principii conveniens ipsius IN videtur. Deinde adverto quomodo est primo I, scilicet principium. Ex quo N, ubi se I primo manifestat. N enim est notitia, nomen seu relatio potentiae ipsius I principii.

Johannes: Soweit es möglich ist, die Lehre von jener Unwissenheit, welche zum Unaussagbaren vordringt, zu vermitteln, scheint alles gesagt zu sein. Aber ich möchte das, was ich begriffen habe, in einem Bild zur Darstellung bringen. Zwar führen uns viele Rätselbilder, ohne die wir keine Möglichkeit haben, uns dem unbekannten Gott zu nähern, und es ist gut, wenn jemand, der das Unbekannte sucht, auf etwas Bekanntes zurückblickt, doch leuchten die Ursprünge am stärksten in den geringsten Dingen. Ich nehme ein ganz kurzes und zusammengedrängtes Wort, z. B. IN. Ich sage nun: wenn ich in die Betrachtung des Göttlichen eindringen will – und in alles kann man nur durch das IN gelangen – dann versuche ich in das IN einzutreten. Zuerst wende ich mich seinem äußeren Bild zu und sehe, wie es aus drei gleichen Linien gleichsam dreieinig zusammengesetzt ist und wie das I und N durch den Geist der Verknüpfung verknüpft werden; denn darin ist zuerst das I und dann das N und beider Verknüpfung, so daß sich das eine einfache Wort IN ergibt, das aus I und N und beider Verknüpfung besteht. Es gibt nichts einfacheres als das I. Ohne diese einfache Linie kann kein Buchstabe gebildet werden; darum ist sie der Ursprung von allen.

N wird als erster von allen weiteren Buchstaben dadurch gebildet, daß das I zu sich selbst geführt wird. Der Buchstabe N ist nicht zweimal I, sondern einmal I, das in sich selbst weitergezogen ist, so daß ein Buchstabe vorhanden ist. In dem N ist das entfaltete I. Wenn man daher das I zu dem N hinzufügt, hat man trotzdem nicht mehr Ton. Denn seine Kraft war schon im N. Das N klingt nämlich nicht zusammen mit dem E, so daß ein EN entstünde, sondern mit dem I, so daß IN entsteht; das wissen alle, die der griechischen Sprache kundig sind – die Griechen sagen NI und stellen dabei das I nach, so wie sie auch das X als XI aussprechen, während wir das I voranstellen und IN und IX sagen.

Die Verknüpfung der beiden ist also ganz natürlich. Die Figur des dreieinigen Ursprungs sieht man treffend in der des IN. Ich bedenke, daß zuerst das I ist, nämlich der Ursprung, aus diesem wird das N, in dem sich das I zuerst manifestiert. Das N ist nämlich Begriff, Name oder Bezug der Mächtigkeit des Ursprunges Drittens ist IN die Verknüpfung beider. ◀▷