TDPC/Efg/n. 7–8
▷n. 7 - 8 Der »deus gloriosus« ist der Gott der endzeitlichen Herrlichkeit. Dieser Name ist wieder ein Ausdruck dafür, daß Gott selbst im Blick ist, er zeichnet das videre aus, das nicht auf etwas an Gott geht. Im folgenden werden Identität (n. 7,9) und Koinzidenz (n. 8,9) von Potenz und Akt in Gott erläutert. »Actualitas« (7,4) ist die Verwirklichtheit, die unterschieden wird von einer sie transzendierenden Möglichkeit; »possibilitas« (5) ist ein möglicher Inhalt, der unterschieden werden muß von seiner Seinssetzung. Das posse hat bei Gegenüberstellung mit dem actus (7) immer den Horizont des Mehrseinkönnens. Allein die absolute Möglichkeit, die Mächtigkeit Gottes fällt zusammen mit dem, was er tatsächlich ist (8). Actus ist damit verstanden als Daß-sein; wobei es bei Gott nicht um das Daß-sein von etwas geht, sondern um das Daß-sein von absoluter Mächtigkeit. Der Kardinal entfaltet also nicht »Akt«, sondern »Potenz«. Daß diese Interpretation richtig ist, zeigt sich an der theologischen Wiederholung in n. 8, die die potentia absoluta von der verändernden Macht Gottes her auslegt als potentia creativa (14f.). Möglichkeit sprengt immer das Wirklichsein, und weil Gott der nexus von beidem ist, enthält er alles, was Möglichkeit und Sein hat (21). Das posse esse ist die transzendierende Macht, die jedes aktuale Sein hinführt zu Gott, weil Gott es ist (6-8). So ist die Verschiedenheit in der Identität enthalten.