Zum Inhalt springen

Werk:TDPC/50.1

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. Juli 2024 um 09:30 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

▷Non esset enim unitas naturalis et perfectissima, nisi in se haberet omnia quae ad perfectissimum principium sunt neces saria, quae per trinitatem exprimuntur. Neque trinitas esset perfecta, nisi esset una quae unitas. Non enim unitas quae de deo dicitur est mathematica, sed est vera et viva omnia complicans. Nec trinitas est mathematica, sed vivaciter correlativa. Unitrina enim vita est, sine qua non est laetitia sempiterna et perfectio suprema. Unde de essentia perfectissimae vitae est, quod sit perfectissime unitrina, ut posse vivere sit adeo omnipotens, quod de se sui ipsius generet vitam. A quibus procedit spiritus amoris et laetitia sempiterna.


◀▷

Die Einheit wäre nämlich nicht natürlich und die voll. kommenste, wenn sie nicht all das in sich hätte, was zum vollkommensten Ursprung notwendig ist; und dies wird durch die Dreiheit ausgedrückt. Aber auch die Dreiheit wäre nicht vollkommen, wäre sie nicht in der Weise eine, daß sie die Einheit ist. Denn die Einheit, die von Gott ausgesagt wird, ist keine mathematische, sondern die wahre und lebendige, alles einfaltende. Und auch die Dreiheit ist nicht eine mathematisch gedachte, sondern auf lebendige Weise wechselbezüglich.[1] Dreieinheitlich nämlich ist das Leben, ohne das es keine ewige Freude und höchste Voll- kommenheit gibt. Daher gehört es zum Wesen des vollkommensten Lebens, daß es auf vollkommenste Weise dreieinig ist, so daß das Lebenkönnen in dem Maße allmächtig ist, daß es aus sich Leben seinesgleichen erzeugt.[2] Und aus diesen beiden geht der Geist der Liebe[3] und die ewige Freude[4] hervor.

Die Einheit wäre nicht natürlich und vollkommen, wenn sie nicht in sich alles hätte, was zum vollkommenen Ursprung notwendig ist und was durch die Dreiheit ausgedrückt wird. Und die Dreiheit wäre nicht vollkommen, wenn sie nicht so eine wäre, daß sie Einheit ist. Die Einheit, die von Gott ausgesagt wird, ist auch nicht die mathematische, sondern die wahre und lebendige, die alles in sich einfaltet. Und die Dreiheit ist nicht mathematisch, sondern lebendig und wechselbezüglich. Das dreieinige Leben ist es, ohne das es keine immerwährende Freude und höchste Vollendung gibt. Darum gehört es zur Seinsheit des vollkommensten Lebens, in vollkommenster Weise dreieinig zu sein, so daß das Leben-Können so allmächtig ist, daß es aus seinem eigenen Leben Leben zeugt; aus diesen geht der Geist-Hauch der Liebe und die immerwährende Freude hervor.

  1. ↑ ▷50,1 Vel. Symbolum conc. Tolet. XI (ES 528); Sermo I n. 6,9-14 (XVI 1S. 7).
  2. ↑ ▷50,2 Vgl. Compend. 10 n. 30,2-4 (XI 3 S. 24).
  3. ↑ ▷50,3 Vgl. Clarenbaldus von Arras, Tractatus II 40 (LaW 123); Cribr. Ale. II 5 m. 100,11-13.
  4. ↑ ▷50,4 Vgl. Augustinus, De trin. VI 10 n. 11 (CCSL L 242,29-34); De beryllo n. 39,8-12.