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Werk:Compendium/E

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▷Epilogus

▷Tendit tota directio ad unitatem obiecti, ad quam Philippus apostolus per Christum, qui verbum dei, ductus dicebat: «Domine, ostende nobis patrem, et sufficit nobis». Patrem verbi ac aequalitatis, quia omnipotens, posse supra nominamus; unum est obiectum visus mentis et visus sensus, visus mentis, uti est in se, visus sensus, uti est in signis, et est ipsum posse, quo nihil potentius. Hoc cum sit omne, quod esse potest, tunc et omnia, quae esse possunt, ipsum est sine sui variatione, augmento sive diminutione. Res igitur omnes cum non sint nisi quod esse possunt et posse, quo nihil potentius, sit omne posse esse, nec est alia omnium, quae sunt, causa nisi ipsum posse esse. Est enim res, quia ipsum posse esse est; et est hoc et non aliud, quia summa aequalitas est; et est una, quia summa unio est. Hinc nihil se offert visui mentis in omnibus et per omnia nisi quo nihil potentius. Non enim ille visus res appetit multas et varias, quoniam ad multa et varia non inclinatur, sed naturaliter ad id fertur, quo nihil potentius, in cuius visione vivit et quiescit.

Schlußwort

Die gesamte Anleitung strebt auf die Einheit des Gegenstandes; zu ihr hat der Apostel Philippus, von Christus, dem Wort Gottes geführt, gesagt: Herr, zeige uns den Vater, und das genügt uns. Den Vater des Wortes und der Gleichheit haben wir oben das Können genannt, weil er allmächtig ist. Eines ist der Gegenstand der Schau des Geistes und des Sehens der Sinne; der geistigen Schau, wie er in sich ist, der sinnlichen Schau, wie er in den Zeichen ist; und er ist das Können, demgegenüber es nichts Mächtigeres gibt. Da dies alles ist, was es sein kann, ist es auch alle Dinge, die sein können; ist es selbst ohne Veränderung, Verringerung oder Vergrößerung. Da alle Dinge nichts anderes sind als das, was sie sein können und das Können, demgegenüber nichts mächtiger ist, alles Können-Sein ist, gibt es für alles, was ist, keinen Grund außer diesem Können-Sein. Das Ding ist nämlich, weil das Können Sein ist. Und es ist das und nichts anderes, weil die höchste Gleichheit ist. Und es ist eines, weil die höchste Einung ist. Darum tritt der Schau des Geistes in allem und durch alles nichts anderes entgegen als das, demgegenüber es nichts Mächtigeres gibt. Denn diese Schau strebt nicht nach vielen und verschiedenen Dingen, weil sie sich nicht zum Vielen und Verschiedenen neigt, sondern von Natur dorthin gezogen wird, wo das Mächtigste ist, in dessen Anschauung sie lebt und Ruhe findet.▷Et quoniam potentia, qua nihil potentius, est virtus maxime unita, hinc unitatem ipsam nominat, qua nihil potentius. Res vero, quae esse possunt, numeros appellat. Obiectum vero visus mentis est unitas omnipotens invariabilis et immultiplicabilis, non numerus, cum in numero nihil sit, quod videre cupiat, nisi ipsa unitas, quae est omne id, quod omnis numerus est et esse aut explicare potest. Respicit enim, quid in omni numero numeratur, et non ad numerum. Nihil autem in quocumque et qualitercumque magno aut parvo, pari aut impari numero esse potest quam virtus illa, qua nihil potentius, quae unitas dicitur. Non est igitur obiectum visus mentis aliud quam posse, quo nihil potentius, cum illud sine sui mutatione solum possit esse omnia et sit etiam, sine quo nihil esse potest. Quomodo enim quidquam esset sine ipso posse, quando esse non posset? Et si sine ipso aliquid esse posset, utique sine ipso posse posset.

Weil die Mächtigkeit, der gegenüber nichts mächtiger sein kann, die am meisten geeinte Kraft ist, nennt sie diese Einheit, der gegenüber nichts mächtiger ist. Die Dinge aber, die sein können, nennt sie Zahlen. Der Gegenstand der Schau des Geistes ist die allmächtige, unveränderliche und unvermehrbare Einheit, nicht die Zahl. Da in der Zahl außer der Einheit, die alles das ist, was jede Zahl ist, sein oder entfalten kann, nichts ist, das er zu sehen sich sehnt, blickt er auf das, was in jeder Zahl gezählt wird und nicht zur Zahl. Nichts vermag in jeder großen oder kleinen, geraden oder ungeraden Zahl zu sein als jene mächtigste Kraft, welche Einheit genannt wird. Der Gegenstand der Schau des Geistes ist also nichts anderes als das Können, demgegenüber es nichts Mächtigeres gibt, da dies allein ohne Veränderung alles sein kann und auch das ist, ohne das nichts sein kann. Wie sollte etwas sein ohne das Können, da es ja nicht sein könnte? Wenn ohne es etwas sein könnte, dann könnte es ohne das Können.▷Obiectum autem sensus visus res aliqua est sensibilis, quae, cum non sit nisi ipsum, quod esse potest, non est nisi idem obiectum visus mentis, non ut in se, quemadmodum se menti, sed ut in signo sensibili, quemadmodum se sensibili visui obicit. Quia igitur ipsum posse, quo nihil potentius, vult posse videri, hinc ob hoc omnia. Et haec est causa causarum et finalis, cur omnia, ad quam omnes rerum causae in esse et nosci ordinantur. Et sic claudo brevissimam compendiosissimamque directionem, quam mundiores acutiorisque visus subtilius contemplantes clarius dilatabunt ad laudem cunctipotentis semper benedicti.

Der Gegenstand der Schau des Sinnes ist irgendein sinnliches Ding, welches, da es nur das ist, was es sein kann, nichts ist als derselbe Gegenstand der Schau des Geistes. Er ist jedoch nicht so, wie er in sich dem Geist entgegentritt, sondern wie er sich in einem sinnlichen Zeichen dem sinnlichen Sehen darstellt. Weil das Können, das Mächtigste, das es gibt, gesehen werden will, verhält sich dies alles auf solche Weise. Das ist der Grund aller Gründe und das Ziel, um dessentwillen alles besteht und auf das hin die Gründe aller Dinge in Sein und Erkanntwerden geordnet sind. So schließe ich diese kurze und gedrängte Anleitung; Menschen mit reinerem Herzen und schärfer und genauer blickendem Auge werden sie klarer und weiter ausführen zum Lobe des Allmächtigen, der stets gepriesen sei.

Ende von Compendium.◀