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NCIT/Einleitung

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Literatur und Quellen

Jede geistige Arbeit geht aus von den Werken anderer Menschen.[1] Wenn hier erstmals eine zusammenfassende Darstellung der religiösen und politischen Wirksamkeit des Cusanus als Fürstbischof von Brixen vorgelegt werden soll, darf dabei nicht unerwähnt bleiben, daß viele Aspekte dieser umfangreichen und ganz verschiedene Gebiete berührenden Problematik seit 250 Jahren von verschiedenen Autoren behandelt wurden.

Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Werke[2], in denen neue Quellen zur Geschichte des Cusanus erschlossen wurden. vermag zugleich aufzuzeigen, welche Aspekte der vielschichtigen Problematik in den verschiedenen Zeiten die Historiker interessierten.
Es werden dabei nur solche Arbeiten erwähnt, die die Forschung um neue Aspekte bereicherten. Daß dies längst nicht immer der Fall ist, mag an einem eindrucksvollen Beispiel illustriert werden: Als Cusanus in seinem Konflikt mit Herzog Sigismund von Tirol zugunsten eines Wittelsbachers auf das Bistum Brixen resignieren wollte, dachte er zeitweise an den Prinzen Rupprecht von der Pfalz († 1480), den späteren Kölner Kurfürsten. Albert Jäger der das Dokument abschrieb, löste dabei die Kürzung einer Verwandtschaftsbeziehung falsch auf und schrieb, Cusanus habe zugunsten des Prinzen Albert von Pfalz-Mosbach[3] zurücktreten wollen. Dieser Irrtum wurde seit 120 Jahren unbesehen von allen Autoren übernommen. In unserem Rückblick auf die Forschungsgeschichte wollen wir uns daher auf Autoren beschränken, die zu den Quellen selbst zurückgegangen sind und die Schriften der Vorgänger kritisch überprüft haben.

Um 1620 berichtete der gelehrte Vizekanzler Matthias Butglechner von Tirol in seinem nur handschriftlich überlieferten Werk „Tiroler Adler“ in einseitiger Weise über den Streit des Cusanus mit Herzog Sigismund.

Viele falsche und populäre Mythen – wie etwa über die Schlacht im Enneberg – nahmen von hier ihren Ausgang. Die erste gedruckte Cusanus-Biographie von Caspar Hartzheim (1730)[4] ist heute natürlich längst überholt und enthält zahlreiche Irrtümer.
  1. ↑ Anm. KF: Gemeint ist eher die Gelehrtentätigkeit, die bedingt ihrer Gelehrtheit von den Werken und Lehren früherer und anderer Gelehrten ausgeht, meist darauf aufbaut und oft so auch deren Irrtümer „vererbt“. Bei mir ging jegliche „geistige“ Tätigkeit von der Erkenntnis allgemein schlechter Daseinszustände aus und diese beruhen auf die geistigen Tätigkeiten der Gelehrten und insofern ist ein hauch Wahrheit in dieser Aussage enthalten, nur anders als man denken mag. wobei „gesitig“ auch noch begrifflich mißverständlich ist, da Geist ein ein uneinheitlich verwendeter Begriff der Philosophie, Theologie, Psychologie und Alltagssprache ist.
  2. ↑ Um den Leser nicht zu verwirren werden hier nur die Namen der Autoren und das Jahr der Werke in Klammern angeführt; genauer dazu s. Lit.-Verz .
  3. ↑ Anm. KF: Es gibt aus dieser Zeit nur einen "Albrecht von Pfalz-Mosbach"
  4. ↑ Anm. KF: Hartzheim: Caspar H., geb. zu Köln 1678, trat 1698 zu Trier in den Jesuitenorden, lehrte an verschiedenen Lehranstalten seines Ordens (Trier, Paderborn, Köln etc.) Rhetorik, Philosophie, Theologie, und hinterließ eine „Vita Nicolai de Cusa“, Trier 1730. Literatur Vgl. Backer, Ecrivains de la Comp. de Jésus I. p. 385.