Zum Inhalt springen

Wiener Neustadt

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Juli 2024 um 12:07 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „<div class="mw-heading mw-heading3"> === Residenz des Landesfürsten, des Königs und des Kaisers === </div><p>Nach dem Tod von Herzog Friedrich dem Streitbaren, der keine Nachkommen hatte, kam es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu kriegerischen Auseinandersetzungen um seine Nachfolge in beiden Herzogtümern, aus denen schließlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_I._(HRR) Graf Rudolf IV. von Habsburg], als deutsch-römischer König Rudol…“). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Residenz des Landesfürsten, des Königs und des Kaisers

Nach dem Tod von Herzog Friedrich dem Streitbaren, der keine Nachkommen hatte, kam es in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu kriegerischen Auseinandersetzungen um seine Nachfolge in beiden Herzogtümern, aus denen schließlich Graf Rudolf IV. von Habsburg, als deutsch-römischer König Rudolf I., als Gewinner hervorging. Die Habsburger, die sich in der Folge auch Herzöge von Österreich nannten, konnten sich als neue Landesherren durchsetzen. In dieser Zeit wurde am 3. Juni 1285 ein gewisser Merboto zum Bürgermeister der Neustadt gewählt,[17] die erste namentliche Nennung eines Bürgermeisters. Erst von 1380 bis 1382 ist mit Michael Prenner ein weiterer Bürgermeister von Wiener Neustadt namentlich nachgewiesen, der damals auch als ihr reichster Bürger galt.[18]

Als Folge des im September 1379 geschlossenen Vertrags von Neuberg an der Mürz spalteten sich die Habsburger in zwei Familienzweige auf: die Albertinische und die Leopoldinische Linie. Zusammen mit den Städten Graz und Innsbruckgehörte die Neustadt in der Folge zu den Hauptresidenzen der „Leopoldiner“ und erlebte im 15. Jahrhundert eine Zeit des Aufschwungs. Unter Herzog Friedrich V. von Österreich, als deutsch-römischer König und Kaiser Friedrich III., war die Neustadt Mitte des 15. Jahrhunderts viele Jahre neben Graz die Hauptresidenz des Kaisers. 1453 fand hier sogar ein Reichstag statt, der allerdings von den Reichsfürsten nur schlecht besucht wurde. Der Dom und das Neukloster (in dem später seine Ehefrau und die meisten seiner Kinder ihre letzte Ruhestätte fanden) wurden unter Friedrich III. wesentlich umgebaut, die Wappenwand an der Burg (heute die Kaserne) zeigt ihn inmitten der Wappen jener Besitzungen, die den Habsburgern seit der Österreichischen Chronik von den 95 Herrschaften zugeschrieben wurden. Im Jahre 1469 erreichte er bei Papst Paul II. die Zustimmung zur Gründung eines eigenen Bistums in Wiener Neustadt, welches aber wegen des Widerstandes der bisher zuständigen Bischöfe von Passau nur für die Stadt selbst zuständig war und nicht zum Landesbistum ausgebaut werden konnte. Es wurde bald mit dem Wiener Bistum zusammengeführt, ehe es im 19. Jahrhundert nach St. Pölten verlegt und später zum Landesbistum für Niederösterreich gemacht wurde. Friedrichs Sohn und Nachfolger Maximilian I. wurde in Wiener Neustadt geboren und verbrachte hier seine Jugend. In der Kapelle der Burg, der St.-Georgs-Kathedrale, wurde er nach seinem Tod auf seinen eigenen Wunsch hin beigesetzt.

Im August 1487 wurde die Neustadt (ungarisch: Bécsújhely) nach einer fast zweijährigen Belagerung durch den ungarischen König Matthias Corvinuseingenommen. Der König gewährte den Verteidigern freien Abzug und soll der Stadt aufgrund ritterlicher Traditionen in der Folge jenen Prunkpokal geschenkt haben, der heute als der Corvinusbecher im Stadtmuseum besichtigt werden kann. Nach seinem Tod wurde die Stadt von König Maximilian I.ohne wesentlichen Widerstand zurückerobert.