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Brixen

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Brixen ([ˈbrɪksn̩]; italienisch Bressanone, ladinisch Persenon oder Porsenù, lateinischBrixina, bis 1919 offiziell Brixen am Eisack) ist eine Stadt und Gemeinde im SüdtirolerEisacktal in Italien. Das über Jahrhunderte von Fürstbischöfen regierte Brixen ist eine der ältesten Städte der Region Tirol und mit 22.728 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2022) die drittgrößte Stadt Südtirols. Heute ist Brixen Hauptort der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, ein lokales Wirtschaftszentrum sowie Standort von Hochschuleinrichtungen, mehrerer weiterführender Schulen und eines öffentlichen Krankenhauses.

Geschichte

Im Brixner Talkessel und an den klimatisch günstig gelegenen Hängen zur Plose wurden mehrere prähistorische Siedlungen nachgewiesen; etwa auf der Anhöhe von Stufels, auf die sich wohl der Name Brixen ursprünglich bezog, aber auch in Elvas, Karnol, Milland und auf dem Rosslauf wurden Siedlungsstrukturen ausfindig gemacht.[3] Aus der Antike ist der Stammesname der Isarken bekannt, die allgemein im Eisacktal verortet werden. Nach der Unterwerfung der Alpenstämme im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet vom römischen Imperiumannektiert.

Wahrscheinlich ist Brixen schon am 4. Juli 828 n. Chr. in einer Urkunde unter dem Namen „Pressena“ genannt.[4] Erstmals urkundlich sicher erwähnt wurde Brixen 901 als Meierhof „Prihsna“ in einer Schenkungsurkunde des Karolingers Ludwig IV. an Bischof Zacharias von Säben. Jahrhundertelang war Brixen ein weit über die Tiroler Landesgrenzen hinaus einflussreicher Sitz von Fürstbischöfen, die von 1027 bis 1803 deutsche Reichsfürsten waren.

Brixner Dom

1080 fand in Brixen ein Konzil statt, das Wibert von Ravenna als Clemens III. gegen Gregor VII. zum Papst wählte. Kirchengeschichtlich bedeutsam wurden außerdem Bischof Poppo, der 1048 zum Papst gewählt wurde (Damasus II.), Nikolaus von Kues (1450–1464), genannt Cusanus, und Georg Golser (1464–1488). Heute teilt sich Brixen den Bischofssitz mit der Landeshauptstadt Bozen(Diözese Bozen-Brixen).

Im unmittelbaren Stadtumfeld kam es im Mittelalter zu Konflikten zwischen den Fürstbischöfen und lokalen Adligen. Im 13. Jahrhundert versuchten die Voitsberger, Ministerialen am Hof des Fürstbischofs, Teile des heutigen Stadtteils Burgfrieden ihrer Gerichtsbarkeit zu unterstellen.[5] So erbauten sie auf dem sogenannten Burgerhügel die Pfefferburg, um dort Gericht zu halten. Erst Fürstbischof Bruno von Kirchberg konnte sich in jahrelangen Fehden gegen die Voitsberger durchsetzen, die Stammburg in Vahrn und die Pfefferburg wurden 1270 geschleift und der eigene Gerichtsbezirk Pfeffersberg/Salern geschaffen.

1174, 1234 und 1445 wurde die Stadt Brixen durch Feuersbrünste verheert. 1512 wurde sie von den Franzosen unter Gaston de Foix erobert. 1525 litt sie auch im Bauernkrieg.

1802 fiel Brixen an Österreich, 1805 an Bayern (Landgericht Brixen), 1814 wieder an Österreich. Im 19. Jahrhundert dehnte sich das Stadtgebiet westwärts Richtung Burgfrieden aus, das bis dahin noch landwirtschaftlich geprägt war und wo viele Bürger Güter zur Lebensmittelversorgung unterhielten. Im Jahr 1900 hatte Brixen einschließlich der Garnison 5783 meist katholische Einwohner, deren Haupterwerbsquellen der Wein- und Obstbau sowie die Schafwollweberei und der Handel waren; die Stadt mit Sitz eines Fürstbischofs und eines Domkapitels hatte ein staatliches Gymnasium, ein bischöfliches Gymnasium und eine theologische Lehranstalt.[6]

Das heutige Rathaus an der Nordseite des Domplatzes ist das frühere Palais Taurenstein, das seine historistische Gestaltung seinem früheren Inhaber Hofrat Ferdinand Kaltenegger verdankt, der das vormalige Bürgerhaus Oberhaidacher ab 1895 schlossartig ausbauen ließ, und das 1911 an die Stadtverwaltung überging, die es als Gemeindesitz adaptierte.

Der ehemalige Kasernenkomplex beherbergt heute die italienische Mittelschule „Alessandro Manzoni“

In den Jahren 1912/13 errichtete die Stadt einen Kasernenkomplex aus 18 Gebäuden. Die Kasernewar nach Erzherzog Karl benannt. In der Kaserne war das Gebirgsartillerieregiment Nr. 8 des VIII. Armeekorps untergebracht. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die italienische Armee die Kaserne.[7] 1920 kam Brixen durch das Inkrafttreten des Vertrags von Saint-Germain zu Italien.

Unter dem Faschismus wurde das Gemeindegebiet durch Eingemeindungen enorm erweitert: 1928 kamen Milland-Sarns, Pfeffersberg, Albeins sowie das von Natz losgelöste Elvas samt Kranebitt hinzu, 1941 folgte auch noch St. Andrä.

In den 1960er Jahren wurde am Hang des Oberraggengerhofes am Pfeffersberg, nach den Plänen des Brixner Architekten Othmar Barth, das Südtiroler Kinderdorf errichtet.

Etymologie

Die Herkunft und die Bedeutung des Namens Brixen sind nicht gesichert. Die 901 nachgewiesene althochdeutsche Form lautet Prihsna, die dann zu Prixina (935–955) und Bricsina (952) wurde. Die oben genannte Form Pressena (828) kann nicht eindeutig zugeordnet werden. Im Hochmittelalter setzte sich schließlich die Lautung Brixen durch.[8] Der Ortsname lässt sich zu einer Reihe anderer Tiroler Ortsnamen stellen wie etwa Brixen im Thale (790: Prixina), Brixental (902: Prihsnatala) oder Brixlegg (788–790: Prisslech).

Der Name ist jedenfalls vorrömisch. Vermutlich leitet sich der Name vom urkeltischen Wort *brigsina ab und bedeutet kleine (befestigte) Anhöhe oder Berg. Andere führen Brixen auf einen rätischen Namen zurück und rekonstruieren das Ausgangswort *Prikse-na (eventuell deutsch „Gebiet des Prikse“). Die Räter hatten diesen Namen womöglich aus einer noch früheren Lautung übernommen und rätisiert.[9]