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adoptierter Adel

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adoptierter Adel

Neben den geborenen Namensträgern gibt es auch noch adoptierte Namensträger adelig klingender Namen. Sie können bereits im Kindesalter adoptiert worden und von den Adoptiveltern aufgezogen worden sein, wie bei Adoptionen üblich. Doch zumeist handelt es um Volljährigenadoptionen. Eine Besonderheit ist hier, dass man im Normalfall lediglich mit dem Adoptivvater und/oder mit der Adoptivmutter verwandt ist, nicht jedoch mit dessen bzw. deren Verwandten. Auch bleibt die Verwandtschaft zu den leiblichen Eltern bestehen. Der Adoptierte erhält jedoch den neuen Familiennamen wie beispielsweise Prinz von Anhalt.

Da das Adoptionsrecht in Deutschland relativ liberal ist, konnten Titelhändler wie Hans-Hermann Weyer solche Volljährigenadoptionen kommerziell vermitteln. Besonders betroffen davon ist die Familie Anhalt, aus der heraus eine erste Adoption (des häufig in den Medien präsenten Frédéric Prinz von Anhalt durch Marie Auguste Prinzessin von Anhalt) erfolgte. Anschließend gab der nicht zur Familie der Askanier gehörige Adoptierte deren Familiennamen durch eine Reihe von kommerziellen Volljährigenadoptionen an andere Personen weiter, die teilweise ihrerseits neue Adoptionsketten in Gang setzten, sodass es heute etwa 60 Träger des Namens Prinz/essin von Anhalt gibt.[1]

Eine Eintragung von Namensträgern, die aufgrund von Kindes- oder Volljährigenadoptionen ihre Nachnamen erlangt haben, in das Gothaische Genealogische Handbuch erfolgt jedoch nur dann, wenn die adoptierte Person aufgrund ihrer Geburt selbst die Eintragungsvoraussetzungen erfüllt.[2] Da bei kommerziellen Volljährigenadoptionen die Zugehörigkeit zum „historischen Adel“ nach dem historischen Adelsrecht oft nicht gegeben ist, gelten die betreffenden Personen nicht als adelig und damit nicht als eintragungsfähig.

  1. ↑ Der wahre Prinz von Anhalt, auf: ovb-heimatzeitungen.de, 3. Dezember 2021. Siehe auch: Eduard Prinz von Anhalt: Das verfluchte Jahrhundert, Eine Dynastie am Abgrund, Langen-Müller Verlag 2021, ISBN 978-3-7844-3605-0
  2. ↑ Aufnahmebedingungen auf der Website des Verlags des Deutschen Adelsarchivs, gotha-handbuecher.de