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Bastard

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Bastard m.

  • in feudalistischer Zeit ‘außerehelich geborenes Kind eines Adligen und einer Frau niedrigeren Standes’,
  • in der Biologie ‘Tier oder Pflanze aus einer Kreuzung unterschiedlicher Rassen oder Arten’.
  • Ende des 12. Jhs. in den Formen
    • mhd. basthart, basthert und baster
    • aus gleichbed. afrz. bastart, mfrz. bastard (frz. bâtard) entlehnt.
  • Das frz. Wort ist wie seine Entsprechung mlat. bastardus ein Rechtsausdruck,
    • der der Sprache der fränkischen Eroberer entstammen muß,
    • doch stoßen alle Deutungen auf Schwierigkeiten.
  • Man hat afrz. bastart
    • teils mit got. bansts ‘Scheune’ verbunden und als ‘den in der Scheune Gezeugten’ interpretiert,
    • teils zu afries. bōst ‘eheliche Verbindung’ (germ. *banstu- ‘Ehe mit einer zweiten Frau niederen Standes’),
      • einem Abstraktum zu dem unter binden (s. d.) behandelten Verb,
    • gestellt.
      • Dann wäre jedoch für das Frz.
        • eine Variante afries. *bāst (ohne Verdumpfung von ā zu ō)
        • oder eine Form anord. *bāstr
        • vorauszusetzen.
  • Auch die Endung -art, -ard ist germ. Herkunft.
    • Sie entspricht nhd. -hard in Eigennamen (zum Adjektiv hart, s. d.),
      • erscheint in frz. Personennamen, die aus dem Germ. entlehnt sind,
        • vgl. Gérard und renard ‘Fuchs’ (entsprechend Reinhart Fuchs),
      • und bekommt früh Suffixcharakter in Personenbezeichnungen
        • (vgl. vieillard ‘Alter’ zu vieux, vieille ‘alt’).
  • Knobloch in: Balkansko ezikoznanie 27 (1984) 57 ff.
    • hält Bastard für ein altes Wanderwort iran. Ursprungs
    • und erklärt es als ‘Kind vom Bündel’, d. h. ‘Kind von Leuten, die mit Sack und Pack reisen’,
      • aus osset. bast ‘Bündel’ und -ard, dem Partizip von aryn ‘gebären’.