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ADHM/AdH/Herm. 030

aus AufEinWort, der freien Forschung
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▶30) Die Überlegungen, die zu diesem – falschen – Schluß geführt haben, lassen sich nicht allzuschwer rekonstruieren. Zwischen einem Tatbestand und der ihn betreffenden Aussage gibt es einen Kreisgang (18 a 39–b 4): Sagt eine Behauptung einen Sachverhalt aus, der wirklich besteht, so ist sie wahr: Weil S, so w. Aber auch umgekehrt, ist eine Behauptung wahr (und wir wissen das), so muß der von ihr behauptete Sachverhalt bestehen: Weil w, so S.(Das jeweilige kontradiktorische Gegenteil ist dann falsch.) Dies gilt für Aussagen vom Typ »ist« und »war« ausnahmslos – und es gilt auch für »wird sein«- Aussagen. Ein Fallbeispiel: Zwei Vulkanologen stehen auf dem Vesuv, der eine sagt: In den nächsten drei Jahren wird er ausbrechen; der andere: Genau das wird nicht sein. (Vgl. 18 a 35 f.) Dann ist jetzt schon die Aussage des einen wahr, die des anderen falsch. Man muß nur die drei Jahre abwarten, das entscheiden zu können. Aber umgekehrt geht es nicht (vgl. 18 b 38-19 b 1): Der Vesuv bricht nicht aus, weil die Prognose des einen richtig war (und vice versa), sondern die Aussage wird erst durch die Ereignisse (die in dem Fall von ihr nicht abhängen) »verifiziert«. Dies beim Wort genommen, bedeutet: Sie konnte vorher nicht im gleichen Sinn wahr sein wie eine »ist«-Aussage. Zukunftsaussagen haben einen anderen Wahrheitsmodus. Von dem anderen Fall, den Aristoteles wählt, in dem Menschen durch Entschlüsse und Abwägungen die Zukunftsereignisse beeinflussen können (Seeschlacht), noch gar nicht zu reden.

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