verteidigen
verteidig,verteidige,verteidigend,verteidigt,verteidigte,verteidigten,
ver + teidigen | Vb. eigtl. verteidingen, ursprgl. vertagedingen; ‘Angriffe abwehren, vor Angriffen schützen, für jmdn., etw. eintreten, vor Gericht vertreten’, mhd. vertagedingen, verteidingen ‘vor Gericht laden, verhandeln, übereinkommend festsetzen und ausgleichen, vor Gericht verteidigen’, spätmhd. (omd.) vorteidigen (mit Kontraktion von -age- zu -ei- und Nasalausfall), frühnhd. (obd. md.) vertheidigen (16. Jh., seit 18. Jh. in dieser Form allein üblich), mnd. vordē(ge)dingen, vordādingen, vordēdigen, mnl. verdādinghen, verdēdinghen, nl. verdedigen sind Präfixbildungen neben ahd. gitagathingōn ‘zeitlich verschieben, neu festsetzen’ (11. Jh.), mhd. tagedingen, tegedingen, teidingen ‘gerichtlich verhandeln, unterhandeln, Übereinkunft treffen, vor Gericht laden’, mnd. dēgedingen, dēdingen, dāge-, dachdingen, mnl. dādinghen, dēdinghen.
Zugrunde liegt das Substantiv ahd. tagathing (9. Jh.), mhd. tagedinc, tegedinc, teidinc ‘auf einen Tag anberaumte Gerichtsverhandlung, Gericht, Termin, Verhandlung, Übereinkunft’, mnd. dāgedinc, mnl. dāghedinc (vgl.ahd. tag im Sinne von ‘Gerichtstag’ und ahd. thing ‘Gerichtsversammlung, -verhandlung, -termin, -platz, Urteil’; s. Tag und Ding). Bereits im 14. Jh. erweitert das aus der Rechtssprache stammende Verb seinen Bedeutungsumfang zu ‘einen Angriff abwehren’.