trachten
tracht,trachte,trachtet,getrachtet,trachtete,
tragt ➪ tracht + en | eigentlich ‘(auf dem Boden) (herum)schleppen, -ziehen’; etwas oder jemand heranziehen wollen, streben, von etwas oder jemand angezogen werden;
¦⊕¦ steht zu den Begriffen tragen, Tracht, betrachten, trächtig, Betrachtung in Beziehung;
¦⊗¦ ‘bestrebt sein, beabsichtigen, etw. Bestimmtes zu erreichen, zu erlangen suchen’,
¦√¦ uig. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’; uig. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’; Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt.
¦↵¦ ahd. trahtōn (8. Jh.), trahten (9. Jh.), mhd. trahten ‘betrachten, woran denken, worüber nachdenken, worauf achten, erwägen, überlegen, bedenken, nach etw. streben’, asächs. gitrahton, mnd. trachten ‘betrachten, bedenken’, mnl. nl. trachten ‘streben, suchen, versuchen’, aengl. trahtian ‘erklären, erörtern, betrachten’;
Von Sprachwissenschaftlern wird angenommen das tragen von lat. tractāre abstammen würde, doch reicht die Wortwurzel von tragen, die ähnlich ausgesprochen und sinnübereinstimmend ist bis ins vorgermanische zurück und beide Begriffe müssen sich wohl aus ihrer Urindogermanischen Wortwurzel herausgebildet haben; lat. tractāre ‘behandeln, betreiben, sich mit etw. beschäftigen, bearbeiten, untersuchen, überdenken’, eigentlich ‘(herum)schleppen, -ziehen’, einem Intensivum zulat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’. S. hierzu Traktat.