Gefug
ge-Fug mhdt.-dt. Bedarf, Gebühr u. Ähnl.; Schicklichkeit; Wrtdtng: angemessenes passend gemachtes Gebilde, sowie selbstbezüglich daß Können dies zu vollbringen
verstärktes fug m. (s. d.), wie mhd. gevuoc neben vuoc, beide noch nicht ahd.; aber ags. gefôg n. gefüge 1, 401, wie auch mnd. gevôch n. und zugleich f., s. Sch. u. L. 2, 96, nnl. gevoeg n., mnl. ghevoech, hier wie md. sehr entwickelt; nhd. nur in verklingenden resten (so häufig fug ist), vielleicht nur norddeutsch. s. auch ungefug.
1) bedarf, gebühr u. ähnl. (s. fug 3 und 7):deutlich als n., wie nd. sîn gevôch hebben, was man braucht, wünscht u. ähnl.; er esz sein gefug 1421, 22, esse sich satt, aus einem schriftsteller; ironisch, als hohnwitz im kampfe (vgl. sp. 1684):o schon doch, schon, ich habs genug. 'wir andern haben auch unser gfug'. miles christ. 5, 8,
bis jeder sein gehöriges theil bekam, 'genug hatte'. daneben doch fug als m. ebenda:denselbigen warf er verwegen
seine keul in die spiesz entgegen, darauf er sie noch tratt und schlug,
bisz einer bekam sein gefug. froschm. Aaa 7ᵃ (III, 3, 8),
2) seinen gefug thun, als schonende wendung, von der 'leibes notdurft': in des geht ein grafe, der an des bischofs hofe war, in den hofe, seinen gefug zuthun, und da er in den stall will .. sprichw. 220ᵇ (erklärung zu no. 342). noch bei 577, vielleicht doch nur von 1421 veranlaszt, der es als vox belg. anführt, d. h. aus Kilian; noch nl. zijn gevoeg doen (und nur so).und seinem ross ein bein abschlug,
dadurch es bekam seinen fug.
Zz 6ᵇ (III, 3, 6).
3) die bedeutung schicklichkeit u. ähnl., wie bei mhd. gevuoc, nd. gevôch (vgl. gefüge 5) wird auch nhd. nicht fehlen, vergl. ungefug gleich unfug z. b. bei Alberus ( 1, 303ᵇ).
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1879), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2163, Z. 72.