Samt
samten,
Samt | m. ursprüngl. hexámitos ‘aus sechs Fäden gewebt, sechsfädig'; weiches, dichtes Stoffgewebe (ursprünglich aus Seide) mit kurzem, aufrecht stehendem Flor.
samten Adj. ‘aus Samt, wie Samt’ (16. Jh.).
Mhd. samīt, samāt, semīt, frühnhd. Sammet (15. Jh.) ist eine Entlehnung von afrz. samit ‘dicker, farbiger Seidenstoff’, das auf mgriech. hexámiton (ἑξάμιτον) zurückgeht (woraus auch mlat. (e)xamitum, samitum).
Diese Substantivierung von griech. hexámitos (ἑξάμιτος) ‘aus sechs Fäden gewebt, sechsfädig’, einem mit hexa- (ἑξα-) ‘sechs-’ gebildeten Possessivkompositum zu griech. mítos (μίτος) ‘(Kett)faden’, bezeichnet einen sechsfädigen, schweren, wohl in Byzanz hergestellten Seidenstoff, der durch die Kreuzzüge nach Westeuropa gelangt. Die heute unter Samt verstandene Stoffart stammt möglicherweise aus Italien. –