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vergessen

aus AufEinWort, der freien Forschung
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vergeß,vergesse,vergißt,vergaß,

ver + gessen | , zu ger. geten "erlangen, ergreifen",

ugerm. *getaną uwgerm. *fragetan, *fra- +‎ *getan; (zu ger. ; *getan ‘erlangen’ ahd. geʒʒan ‘erlangen’ (8. Jh.)),  ahd. vergezzen, firgezzan; daneben asächs. geten jäten;

Aus dem Mittelenglischen geten, aus dem Altnordischen geta, aus dem Urgermanischen *getaną (verwandt mit dem Altenglischen ġietan (woher noch Englisch), dem Althochdeutschen pigezzan („festhalten“), dem Gotischen (bigitan, „finden, entdecken“ )), von Proto-Indo-Europäisch *gʰed- („ergreifen“).

vergessen bedeutet eigentlich ‘nicht mehr ergreifen, halten können, aus seinem (geistigen) Besitz verlieren (21 Jh. ndt.); im Grunde daß breits (fast) erlangte, was man bereits getan hat nicht mehr nutzen zu können oder zu nutzen; im Englisch ist aus ger. getan  engl. get "erhalten, bekommen" geworden (21 Jh. ndt.);

Die Bedeutung des Grundwort geten "gessen"wird durch die Voranstellung (s. ver- in verneinender Bedeutung) ins Gegenteil gewendet, vergessen bedeutet eigentlich ‘nicht mehr ergreifen, halten können, aus seinem (geistigen) Besitz verlieren’.

‘aus dem Gedächtnis verlieren, sich nicht mehr erinnern können’, reflexiv ‘die Beherrschung verlieren’, ahd. firgeʒʒan (9. Jh.), mhd. vergeʒʒen ‘

aus den Gedanken verlieren, vergessen’, reflexiv ‘in Vergessenheit geraten’,

asächs. fargetan, mnd. vorgēten, mnl. verghēten, nl. vergeten, aengl. forgietan, engl. to forget ‘vergessen’.

Daneben steht mit dem unter er- behandelten Vorsilbe gebildetes ahd. irgeʒʒan ‘vergessen’ mit dem Kausativum ahd. irgeʒʒan ‘vergessen machen’ (s. ergötzen).

Es handelt sich um präfigierte Verben zu einem Grudnwort ger. *getan ‘erlangen’, das in ahd. geʒʒan ‘erlangen’ (8. Jh.), ahd. bigeʒʒan ‘erhalten’ (8. Jh.), anord. geta ‘schaffen, erreichen, erzeugen, lernen, nennen, vermuten’ (woraus mengl. geten, engl. to get ‘erhalten, bekommen’), dän. gide ‘mögen’ erhalten ist, wozu auch ahd. bigeʒʒan ‘erhalten’ (8. Jh.), asächs. bigetan ‘finden, ergreifen’, aengl. begietan ‘erlangen, bekommen, finden, erwerben, erzeugen’, got. bigitan ‘finden’ gebildet sind.

Außergermanisch vergleichen sich lat. praeda (aus *prai-hedā, -hidā) ‘(Kriegs)beute, Gewinn’ und lat. prehendere ‘(an)fassen, ergreifen’, (schwundstufig) grie. chandánein, chadé͞in ‘fassen, in sich begreifen, enthalten’, air. rogeinn ‘findet Platz in’, so daß von einer Wortwurzel uig. *ghe(n)d- ‘anfassen, fassen, ergreifen’, auch ‘geistig erfassen’ ausgegangen werden kann (dazu s. möglicherweise verwandtes beginnen), zu uig. *gʰed-; uig. *gʰe(n)d- (“erlangen, ergreifen”);