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Meineid

aus AufEinWort, der freien Forschung
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mein + Eid | m. ‘auf eine vorsätzlich falsche Aussage abgelegter Eid’, ahd. meineid (8./9. Jh.), mhd. meineit, asächs. mēnēð, mnd. mēnēt, mnl. meineet, nl. meineed, afries. mēnēth, aengl. mānāþ, anord. meineiðr, schwed. mened.

Die Zusammensetzung weist als zweites Glied das unter Eid dargestellte Hptw. auf.

Erstes Glied ist der Nominalstamm germ. *maina- ‘falsch’, der im Adjektiv ahd. (9. Jh.), mhd. mein ‘falsch, betrügerisch’ (vgl. ahd. mein eid, mhd. meiner eit ‘Meineid’), aengl. mān ‘niedrig, schlecht, falsch’, anord. meinn ‘schädlich, schlecht’ (daneben germ. *mainja- in mhd. meine, aengl. mǣne) ebenso vorliegt wie im Hptw. ahd. mein n. (8. Jh.), mhd. mein m. und n. ‘Frevel, Unrecht, Missetat’, asächs. mēn n. ‘Frevel, Sünde’, aengl. mān n. ‘Verbrechen’, anord. mein n. ‘Schaden, Unglück’.

Dazu stellen sich die unter gemein  angegebenen Formen sowie aind. minā́ti ‘tauscht, wechselt, täuscht’, mēnāmēnam ‘Tausch für Tausch’, lat. mūnia (älter moenia) Plur. ‘Leistungen, Pflichten’, mūnus ‘Leistung, Amt, Abgabe, Geschenk’, lit. maĩnas ‘Tausch’, aslaw. měna, russ. ména ‘Tausch, Wechsel’, aslaw. měniti ‘ändern, verändern’, russ. menját’ ‘tauschen, wechseln’, sämtlich Bildungen mit Nasalsuffix zur Wurzel ie.*mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’). Auf eine Dentalerweiterung dieser Wurzel gehen die unter meiden, miß- und missen genannten Formen zurück. – meineidig Adj. ‘falsch schwörend’, mhd. meineidec, -eidic.