heil
hei + l | Egw. ‘unversehrt, vollständig, von guter Vorbedeutung’; ‘unbeschädigt, unverletzt, gesund’, ahd. heil ‘gesund, ganz, vollkommen, unversehrt, errettet, erlöst’ (8. Jh.), mhd. heil;
heil ahd. heil ‘gesund, ganz, vollkommen, unversehrt, errettet, erlöst’ (8. Jh.), mhd. heil, asächs. mnd. hēl, mnl. nl. heel, aengl. hāl, engl. whole ‘ganz, vollständig, unverletzt’, anord. heill ‘heilvoll, unverletzt, vollständig’, schwed. hel ‘ganz’, got. hails ‘gesund’ (ger. *haila-) läßt sich mit griech. kó͞ily (κοῖλυ) ‘das Schöne, Gute’, kymr. coel ‘Vorzeichen’, apreuß. kailūstiskun ‘Gesundheit’, aslaw. cělъ ‘gesund, unversehrt, ganz, heil’, russ. célyj (целый) ‘ganz, lauter, heil’ auf uig. *kailo-, *kailu- ‘heil, unversehrt, von guter Vorbedeutung’, eine Bildung mit l-Suffix, zurückführen.
Die ursprüngliche Zugehörigkeit des Adjektivs zum magisch-religiös-kultischen Bereich im Sinne von ‘Heil bringend, heilvoll’ (s. auch Heil n.) ist resthaft bewahrt in der Wunschausdruck und Grußausdruck ahd. heil (wis)!, heil thu! (9. Jh.), heilo! (10. Jh.), aengl. wes hāl!, anord. ver þu heill!, got. hails! Zum Komplex vgl. Baetke Das Heilige im Germanisch (1942) 68 ff.