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Nichte

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Nicht + -e eigtl. "Nifte, Nefte" f.

‘Tochter des Bruders oder der Schwester’ stammt aus dem Nd., dringt im 16. Jh., verstärkt im 17. Jh. in die Literatursprache ein und verdrängt dort (endgültig im 18. Jh.) hd. Niftel f. Mnd. nichte(ke), mnl. nicht(e), nl. nicht ‘Nichte, Enkelin, weibliche Blutsverwandte’ entspricht (mit nd. nl. cht für hd. ft, s. sacht, Schacht, Schlucht) ahd. nift (9. Jh.), nifta (um 900), mit Deminutivsuffix niftila (10. Jh.) ‘Nichte, Enkelin, Verwandte’, mhd. niftel(e) ‘Nichte, Mutterschwester, Verwandte’, afries. aengl. nift ‘Nichte, Enkelin’, anord. nipt ‘nahe Verwandte, Schwester, Schwestertochter’. Germ. *nefti- ist das Femininum zu dem unter Neffe (s. d.) behandelten Substantiv und führt mit aind. napt́͞iḥ ‘Tochter, Enkelin’, lat. neptis ‘Enkelin’, spätlat. ‘Nichte’, air. necht, lit. (älter) neptė̄ ‘Enkelin, Nichte’ auf ie. *neptī-‘Enkelin, Nichte’ (neben ie. *nepōt-, s. Neffe), das einzelsprachlich allerdings meist in die Deklination der Stämme mit kurzvokalischem i überführt wird; hierher auch die Weiterbildung aruss. netii (aus *ne(p)tijo-) ‘Neffe’.