von
vo + n | die räumliche Trennung kennzeichnet (mit Blick entweder auf den Vorgang des Entfernens oder auf dessen Ausgangspunkt), doch auch einen zeitlichen Anfang, Herkunft, Ursache sowie bestimmte mengenmäßige und eigenschaftliche Verhältnisse angibt; ‘weg, entfernt, fort’;
¦⊕¦ woher etwas stammt oder kommt; "von dem" wird gekürzt zu vom; von bezieht jeweils das Ganze eines Dasein, Gruppe und so weiter ein, wie in "eine Zug fährt von Köln nach Hamburg" anstelle "der Zug kommt aus Köln und fährt nach Hamburg", da im zweiten Fall nicht die Ganze Stadt, sondern das bedacht wird, wo der Zug herauskommt, und somit sind von und aus verschiedene reäumliche Betrachtungen;
¦√¦ uig. *h₂pó "von-weg, von-ab, von-her ;
¦↵¦ ahd. fon(a) (8. Jh.), seltener fan(a) (8. Jh.), mhd. von(e), (md.) van(e), asächs. fan(a), fon, mnd. van, anfrk. fan, van, mnl. nl. van, afries. fon, fan. Im Mhd., Mnd. und Mnl. wird die Präposition oftmals nachgestellt und nähert sich damit adverbieller Verwendung (‘weg, entfernt, fort’, vgl. mhd. den bin ich billīchen von). Als Adverb erscheint von heute noch in nordd. Umgangssprache, die die getrennte Stellung der sonst zu einem Wort verschmolzenen Pronominaladverbien davon (mhd. dā von, dāvon, dar von, dervon, s. da1, dar-), wovon (mhd. wā von, siehe wo) häufig beibehält (vgl. nordd. da nehme ich nichts von).
Die etymologische Herleitung der nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Partikel ist ungeklärt. Vielleicht handelt es sich um eine Erweiterung mit nasalem Formans zu uig. *po (vgl. lat. po- in positus ‘hingelegt, -gesetzt, gelegen’, awest. pa- in pazdaya- ‘wegscheuchen’, aslaw. po, russ. po, по ‘auf, in, nach, längs, über etw. hin’), der Schwundstufe zu uig. *apo ‘ab, weg’ (s. ab), was allerdings nur die germ. Bildungen mit -a- erklären würde. Der o-Vokalismus ginge, falls er nicht erst im Germ. durch Schwachtonigkeit der Präposition entsteht, auf ein daneben anzusetzendes uig. *apu, *pu zurück; ahd. fona wäre dann mit aind. púnaḥ ‘zurück, wieder, ferner, gleichwohl’ und möglicherweise mit griech. pýmatos (πύματος) ‘der äußerste, letzte’ zu vergleichen.