Zum Inhalt springen

miß

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Juni 2025 um 05:57 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „{{dt.}}“ durch „Sprachstufe::deu.“).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

mi-ß deu. 'messe'

miß-, gekürzt aus missen; nicht nach rechtem, genauen, angemessenen Maß (21 Jh. ndt.);

vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktive Vorsilbe zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (vorverurteilend) Üblen, Schlechten in eigenschaftlichen, vergegenständlichen und sprachlichen Bildungen.

¦√¦ uig.*mitsto- "verfehlen, missen" oder uig. *med- 'messen';

¦↵¦ Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform uig. *mitsto-, die (ablautend) zu uig. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel uig. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. ;

  • miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix
    • zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden
    • und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen.
      • Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’,
      • mhd. mnd. misse-, mis-,
      • nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten),
      • asächs. mis(si)-,
      • mnl. nl. aengl. engl. anord. aswed. mis-,
      • swed. miss-,
      • got. missa-
    • entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen
      • aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform uig. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei-‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen.