Fug
fug ml. deu. ‘Zuständigkeit’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit Fug und Recht (16. Jh.); Geduld, Sanftmuth; Bequemlichkeit.
Fug, der[1]
Zwo fuoge han ich doch swie ungefuege ich si,Walther von der Vogelweide.
Eine gleichfalls veraltete Bedeutung. 3) * Bequeme Zeit, gute Gelegenheit.Swenne icht leides mir geschichtMit fuoge ichs tougenlichen trage,Reinmar der Alte.
Darnach als den knecht daucht sein füg, Theuerd. Kap. 26,
als er seine Zeit ersah.
Nun ist mein FugKhomen das ich mich understeeIn zu bringen in leyd vnnd weh,
Theuerd. Kap. 75.
Zum Fliehen fehlt mir Fug und Macht, Opitz.
Auch diese Bedeutung ist im Hochdeutschen nicht mehr gangbar.Wo irgend Fug kann werden,
Die Wahrheit wiederum zu reden hin auf Erden,
Opitz.
4) * Bequemlichkeit; ein gleichfalls veralteter Gebrauch.
Hierumb so es nun wer ewr fug
So wolten wir reyten darvon,
Theuerd.
so es euch beliebig wäre.
Wo nirgend Städte stehen,
Da Fug zu wohnen sey,
Opitz Ps. 107.
5) Recht, Befugniß.
Kunde ich nu mit fuoge erwerben
Das ich ir gelege bi,
Heinrich von Sax.
Fragt nicht ob ihr des habet fueg,
Theuerd. Kap. 7.
In dieser Bedeutung gebraucht man es im Hochdeutschen nur noch ohne Artikel und am häufigsten in der dritten und vierten Endung. Fug und Recht zu etwas haben. Ich thue es mit gutem Fuge, mit allem Fuge.
Wenn Fug und Ursach ist zu brechen, Opitz.
Nun hab ich guten Fug die Feder hinzulegen, Günth.
Uns klagst du nicht und hast es Fug, Lichtw.
S. befugen, fuge und fügen.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 338-339. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000170712; Lizenz: Gemeinfrei