verworten
ver-worten deu. —Vrb Wrtdtng:: 'Vernommenes und oder Vernehmen wörtlich sprechend vermittelbar wandeln; in sprachlich vermittelbare Worte fassen'; (HfwB)
verwort,verworte,verwortet,vergewortet,verwortete,verworteten,verwortetem,verworteter,verwortetes,
ver- + worten | Gedanke, Bild, Verbildlichung, Wahrnehmung, Erinnerung, Vortsellung, Bewußtseinsinhalt, ... in Worte fassen,
reflexiv; sich in unterhandlungen einlassen: und ensal mich an sie (die gegner) nicht forworten, friden ader sunen qu. v. j. 1365 bei Kurhessen 459. sich durch worte binden, verabreden: men wuste wol dat sik Strobart mit her Corde van dem Steine und mit heren Apel wes vorwordet hadde ... dat he se meinde vor de stad to Magdeborch to bringen (15. jh.) städtechron. 7, 390. 'sich in worten ausdrücken':wirn haben an ir (der minne) niwan das wort:
uns ist niwan der name beliben und han ouch den also zetriben, also verwortet und vernamet, daz sich diu müede ir namen schamet
Tristan 12 285 R.
in worte umsetzen, verwandeln: (ich) war einst kosmisches wesen, durch das der hahnenschrei und kuckucksruf ging; ohne sinn ist nichts mehr bei mir. ich habe diese welt verwortet br. u. ged. 255 Jenssen. mundartlich: verwörden sich mit worten verteidigen schlesw.-holst. 5, 447; sich verworteⁿ beteuern, ein gelübde tun schwäb. 2, 1419; verworten darlegen, schweiz. id. 1, 907. — dazu vgl. die ableitungen:verwörteln 'durch blosze und leere worte ersetzen' (zu wort I E 6 b, teil 14, 2, sp. 1523): so sollte die wahrheit verwörtelt, ... und die öffentliche meinung verwirrt werden w. (1884) 2, 262; s. auch verwörtelung 'weggegebenes oder falsch gegebenes wort' bei schwäb. 2, 1419. —aus einem kurtzen ach entstund ein langes lachen,
die zungen konten nicht viel gleiche sylben machen, weil heisse liebe sich nicht wol verworten kann
dt. übers. u. ged. (1717) hochzeitged. 15.
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1954), Bd. XII,I (1956), Sp. 2356, Z. 34.