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Wortfamilie

aus AufEinWort, der freien Forschung
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Wort–Familie lat.-deu.

Eine Wortfamilie, auch Wortsippe, Lexemverband ist eine Reihe von Wörtern, die sich um denselben Wortstamm gruppen und ein gemeinsames lexikalisches Morphem enthalten. Ihnen ist also dasselbe Etymon (Wortwurzel) gemeinsam.

Wortfamilien können im Deutschen bis zu tausend Einzelwörter umfassen, wobei allerdings der Zusammenhang der Wortherkunft häufig nicht mehr durchsichtig ist (zum Beispiel Herzog, Zeuge, Zucht usw. von ziehen).

Die Wortfamilie wird meist als „zeitgleiche Größe“ beschrieben, d. h. verwandt sind nur Lexeme, deren Verwandtschaft „für das zu einer bestimmten Zeit als gegeben vorausgesetzte Wissen einer Sprachgemeinschaft über morphologische Zusammenhänge“ erkennbar ist.

Bedeutungen:

[1] Historiolinguistik: Gruppe von Wörtern, die auf das gleiche Ursprungswort, Etymon zurückgeht.
[2] Allgemeine Linguistik: Gruppe von Wörtern, die in einem Grundwort/ Grundmorphem übereinstimmen

Synonyme:

[1] Wortsippe

Sinnverwandte Wörter:

[1] Wortbildungsnest

Gegenwörter:

[2] Wortfeld

Oberbegriffe:

[1] Historiolinguistik, Semantik, Etymologie
[2] Allgemeine Linguistik, Semantik

Beispiele:

[1] Zur Wortfamilie der indogermanischen Wurzel *kap- gehören u.a. die deutschen Wörter "haben", "Habicht" und "heben".
[1] „Wir nennen solche Gruppen von Wörtern, die etymologisch verwandt sind und deren Kernwort in der Gegenwartssprache noch existiert, Wortfamilie.“[1]
[1] „Die Gesamtheit aller Bildungen aus einem Grundwort oder einer Wurzel nennen wir Wortfamilie.“[2]
[1] „Es bettet dabei die Geschichte der Einzelwörter in größere Zusammenhänge ein, arbeitet die Wortfamilien heraus und zeigt Verwandtschaften mit Wörtern anderer Sprachen.“[3]
[2] Zur heutigen Wortfamilie von haben gehören u.a. "haben", "Habe" und "Gehabe".
[2] „Die Zusammenhänge der Wortfamilien wurden durch eine Anordnungsweise gewahrt, die nur die Grundwörter alphabetisch ordnet, die Bestimmungswörter aber innerhalb des Grundwortartikels alphabetisch anführt.“[4]
[2] „Damit wurde nun aber eine Wortfamilie zerstört.“[5]
[2] „Da ist zum einen die Häufigkeit der Meldungen und zum anderen der Umfang der entsprechenden Wortfamilie mit einem ausgefächerten Bedeutungsspektrum.“[6]

Beispiele

Schulbeispiel: binden, Band, Binde, Gebinde, Bund, bündeln, bündig, Verband, Verbandtasche, Entbindung, Entbindungsklinik …

Beispiel: lehren, Lehrer, gelehrt, gelehrig, unbelehrbar …

Wörterbücher, die mehr oder weniger nach Wortfamilien aufgebaut sind, sind etwa das Bayerische Wörterbuch von Johann Andreas Schmeller, das Schweizerische Idiotikon, der Althochdeutsche Sprachschatz von Eberhard Gottlieb Graff, das Mittelhochdeutsche Wörterbuch von Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Konrad Hermann Müller und Friedrich Zarncke, das Althochdeutsche Wörterbuch von Jochen Splett und das Deutsche Wortfamilienwörterbuch des gleichen Autors. Lexikographiegeschichtlich handelt es sich dabei um ein Konzept aus der Barockzeit, das noch im 19. Jahrhundert aktuell war und in jüngerer Zeit wieder aufgegriffen wurde.