Zum Inhalt springen

fehl

aus AufEinWort, der freien Forschung
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Juni 2025 um 07:50 Uhr durch Nikolaos (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „{{lat.-frz.-dt.}}“ durch „Sprachstufe::lat.-frz.-deu.“).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

feh-l lat.-frz.-deu. Wrtdtng: an sich sich täuschen oder getäuscht werden und infolge dessen sich irren, ein falsches Ergebniß erlangen, versagen, …

fehl Adj. Adv.

  • ‘falsch, irrig, ergebnislos’,
  • das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist,
  • heute nur noch in der jungen Wendung fehl am Platz(e) sein ‘unpassend, unangebracht sein’.
  • Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht, vglw. Fehltritt

fehlen Vb

  • fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’,
    • Aus afrz. falir, faillir ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’
      • (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’),
      • dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’),
    • das über vlat. *fallīre auf lat. fallere ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht,
      • wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt,
      • daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form
        • (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’,
      • Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. fallire, im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’,
        • in diesem Sinne unmittelbar aus dem vlat. *fallīre, from Latin fallere „täuschen, enttäuschen“).
    • Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’)
      • gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für
        • ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’.
    • Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. feilen fort, namentlich im Md.,
      • wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’.


Ergebnis Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall oder Scheitern gebracht hat; auf Grund von Auslassen, übersehen, übergehen, nicht beachten oder ähnlich bewirkter zustand der Unvollständigkeit, welcher Ursache für einen Mangel wurde;

Zustand der Abwesenheit der Vollständigkeit eines Dasein, welches jemand oder etwas zu Fall bringt, scheitern lässt; daran hindert zu vervollständigen, schließen, beenden, etwas zu beginnen oder richtig zu machen;

¦√¦ möglicherweise aus uig. *bʰāl- „lügen, täuschen“ oder uig. *(s)gʷʰh₂el- „stolpern“; die Wortrückbildungen sind sowas von wirr und unglaubwürdig, nach meinem Eindruck ist fehl eher mit fallen verwandt und die Wortwurzel daher eher uig. *h₃elh₁-; möglicherweise auch mit helen "bedecken, verbergen, verstecken" verwandt;

fehl,fehle,fehlt,gefehlt,fehlte,fehlten,fehlend,fehlende,fehlenden,fehlendem,fehlender,fehlendes