Roman
Erscheinungsbild
- Roman m. epische Prosagroßform, die durch die Gestaltung ausgeprägter Individuen
- in ihren vielfältigen Beziehungen zu ihrer gesellschaftlichen Umwelt
- eine umfassende realistische Aussage ermöglicht.
- Die Gattungsbezeichnung (mit den frühen Varianten Romain, Romayn, Plur. Romans, bis Ende 18. Jh. Romanen)
- wird in der 1. Hälfte des 17. Jhs. entlehnt aus frz. roman ‘umfangreiche erzählende Prosadichtung’,
- dem afrz. mfrz. romanz, romant ‘Erzählung in französischer Sprache’ (anfangs in Versen, dann in Prosa) vorausgeht.
- Afrz. romanz, romant gilt zuerst für die meist in erzählender Form abgefaßte, auf Übersetzung oder Bearbeitung beruhende volkssprachliche Version eines ursprünglich lat. Textes
- und schließt sich in dieser Verwendung an afrz. mfrz. romanz, roman(t) ‘galloromanische Volkssprache Nordfrankreichs, Altfranzösisch’ (im Unterschied zum Latein der Gelehrten) an.
- Der afrz.Substantivbildung liegt
- (wie mehrfach daneben bezeugtem afrz. romanz Adv. ‘in romanischer Volkssprache’)
- das im Lat. nicht nachweisbare Adverb vlat. *Rōmānicē ‘auf romanisch, in der Volkssprache’
- (vgl. mlat. Romanice, 11. Jh.; auszugehen ist wohl von der Fügung vlat. *Rōmānicē loquī ‘romanisch sprechen’)
- zugrunde.
- Dieses gehört formal zum Adjektiv lat. Rōmānicus ‘aus Rom stammend’,
- könnte aber in nachklassischer Zeit
- (nach dem Muster anderer bedeutungsgleicher Doppelformen wie lat. barbarē, spätlat. barbaricē ‘ausländisch, fremd’)
- auch unmittelbar von dem üblicherweise mit Bezug auf die Sprache gebrauchten lat. Rōmānus ‘römisch, lateinisch’
- (mlat. Romanus ‘volkssprachlich, romanisch’, zu lat. Rōma, s. romanisch)
- abgeleitet sein.
- könnte aber in nachklassischer Zeit
- Dieses gehört formal zum Adjektiv lat. Rōmānicus ‘aus Rom stammend’,
- wird in der 1. Hälfte des 17. Jhs. entlehnt aus frz. roman ‘umfangreiche erzählende Prosadichtung’,