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-ner

aus AufEinWort, der freien Forschung

-ner

-ner[1]

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-nêr[2], eine Ableitungssylbe,
  • vermittelst welcher Hauptwörter männlichen Geschlechtes von andern Wörtern gebildet werden.
  1. Von Zeitwörtern,
    • eine Person männlichen Geschlechtes zu bezeichnen,
      • welche die Handlung des Zeitwortes verrichtet;
        • von welcher Art doch die wenigsten sind.
        • Klämpener, von klampen, klämpen, und vielleicht noch andere mehr.
  2. Von Nennwörtern,[3]
    • besonders von Hauptwörtern,
      • eine Person männlichen Geschlechtes anzudeuten,
      • deren vornehmster Gegenstand das Hauptwort ist,
        • wo aber die Art und Weise ihrer Verbindung oder Beschäftigung mit demselben
          • bloß durch die Gewohnheit und den Gebrauch bestimmt wird.
      • Der Beständner, der etwas in Bestand oder Pacht hat, der Pachter;
      • der Bündner, in der Schweiz, der Theilhaber an einem Bunde, der Mitverbundene, Bundesgenoß;
      • der Büttner, welcher Butten verfertiget;
      • der Clausener, der in einer Clause lebt;
      • der Falkner, der mit Falken umzugehen weiß;
      • der Glöckner, der die Glocken zu lauten hat;
      • der Kellner, der die Aufsicht über den Keller hat;
      • der Kistner, der Kisten verfertiget;
      • der Mauthner, Zöllner, der Einnehmer der Mauth oder des Zolles;
      • der Meßner, der das Meßgeräth in seiner Verwahrung hat;
      • der Kirchner, in ähnlichem Verstande;
      • Pförtner, der die Aufsicht über die Pforte hat;
      • Pfründner, der eine Pfründe in Bestitz hat;
      • Schuldner, im Gegensatze des Gläubigers;
      • Söldner, der um Gold dienet;
      • Wöchner, der Wochenweise arbeitet u.s.f.
  3. Diejenigen Wörter gehören nicht hierher,
    • wo das Hauptwort
      • schon ein -n hat,
      • an welches die Ableitungssylbe -er angehänget worden,
        • wie Gärtner von Garten,
        • Gegener von gegen,
        • Hafener von Hafen u.s.f.
    • Manche der oben angeführten Wörter
      • können freylich wohl von dem Plural auf -en gebildet seyn,
        • da denn auch nur die Sylbe -er angehänget worden;
        • allein in den meisten ist doch die Sylbe -ner unläugbar.
        • Sie kommt mit der Sylbe -er sehr genau überein,
          • und es kann seyn, daß sie auch vermittelst des euphonischen vorgesetzten -n aus derselben gebildet worden.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 467-468. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000337242; Lizenz: Gemeinfrei, Faksimiles: 467 | 468; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [467]
  3. ↑ [467]