-st
Erscheinungsbild
- Wörter wecheln oft bei Verdinglichung oder Zusammenziehung von -en zu -st
- oder hängen ein -st, oder -t zum -s an,
- vglw. längs '(der) Länge (nach) sein', längst 'lang ist (her)', einst zuvor einest eigentlich 'eine ist, einmal' nimmt dann die Bedeutung 'eine ist gewesen' an ... (…)
- -st an Wortendungen bedeutet mit -s- einen gegenwärtig-seienden und mit -t- einen besitzt-habenden Daseinszustand, so dass mit -st ein "gegenwärtiges Haben" durch -st zum Ausdruck gebracht wird, wie "er hat eine Katze" das Besitzen oder Haben eine Katze und "du hast eine Katze" für "du besitzt gegenwärtig eine Katze"als ein 'hab ist' steht.
- -st an Wortendungen bedeutet sein-tun zusammengezogen zu -st, so dass beispielsweise haben-sein-tun zusammengezogen hast ergibt, oder "seiendes tun des Können" zusammengezogen zu Kunst wird; ähnlich wie "fahrend oder folgend tun des Ankommen" zusammengezogen zu Ankunft wird (-ft);
Adelung zu -s, -st:
st ein zusammengesetzter Mitlaut, welcher aus dem angezischten t oder d bestehet, und dessen Figur in der kleinern Schrift durch st angedeutet wird. Die Obersachsen und Oberdeutschen, welche das gelinde s in vielen Fällen gern in den ihnen eigenen Zischer verwandeln, sprechen dieses st zu Anfang einer Sylbe wie scht aus, dagegen die Niederdeutschen hier bloß ein einfaches sanftes s hören lassen, Siehe S, wo von dieser Aussprache und der etymologischen Bestimmung dieses f vor dem t schon das nöthigste gesagt worden.
- Ferner macht dieses -s am Ende der Wörter auch Nebenwörter;
- allerdings, gleichfalls, theils, rechts, links, unversehens, flugs, erstens, zweytens, drittens, abends, mittags, nachts, montags, dienstags, nächstens,
- welche nicht selten eine unbestimmte Bedeutung haben, S. -mahls in 6 Mahl.
- Es scheinet hier aus der Endsylbe -isch zusammen gezogen zu seyn,
- In manchen Wörtern gehet dieses -s in -st über;
- einst, dereinst, längst, immittelst, vermittelst.