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Ausdruck

aus AufEinWort, der freien Forschung

ausdruck deu.

  • Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’,
    • Neubildung zu mfrz. expression im 18. Jh.; entlehnt von lat. expressiōnem „ein Ausdrücken“, vgl. expressiv
      • spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’.

Anm. KF: ein Übrstzngswrt v. lat. ēnūntiātiō mit Übernahme deren Bedeutungen, welche a.s. Äußerung wäre

  • und oder expressis verbis „mit ausdrücklichen Worten“ oder „wörtlich“.

Ausdruck[1]: Darstellung einer Vorstellung durch ein Zeichen (s. d.). Nach HUSSERL bezieht sich jeder sprachliche Ausdruck auf eine Gegenständlichkeit (Log. Unt. II, 46, vgl. 80 f.). Vgl. Name.

In Bezug auf Sprache s. Sprachausdruck

  • oft Kürzung zu Ausdrucksweise, Gesichtsausdruck, Abdruck und Weitere;
  • äußeres, sichtbares Zeichen, in dem sich eine innere Beschaffenheit oder Struktur widerspiegelt;
  • Kennzeichen;
  • Miene, Gesichtszug, Zug o. Ä., der Widerspiegelung einer psychischen Verfassung, einer Gemütsbewegung, Einstellung u. a. ist;
  • durch eine spezielle Zeichenreihe dargestellte Aussage;
  • von einem Drucker geliefertes ausgedrucktes Dokument (Druck);
  • Anm. KF: Gegenwort zu Eindruck; Ausdruck wird erwirkt oder bewirkt um Eindruck zu erzeugen;
  • ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’;
  • seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’;
  • uig. *treuk-, *trū̌k-, *ter(ə)-, uig. *ter- ‘reiben, drehend reiben’;
  • spätmhd. ūʒdruc,
Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Ausdruck die Ausdrücke
Genitiv des Ausdrucks
des Ausdruckes
der Ausdrücke
Dativ dem Ausdruck
dem Ausdrucke
den Ausdrücken
Akkusativ den Ausdruck die Ausdrücke
Worttrennung: Aus·druck, Plural: Aus·drü·cke

Aussprache:IPA: [ˈaʊ̯sˌdʁʊk]

Bedeutungen:

[1] Sprachforschung, Semiotik: ein Wort oder eine Gruppierung von Worten
[2] Logik: eine bestimmte Aussage
[3] Mathematik, Programmierung: ein syntaktisches Konstrukt
[4] Psychologie: die Körperhaltung, Mimik, Miene, Gestik etc.
[5] Kunst: ein Stil des Künstlers
[6] formale Sprachen: ein regulärer Ausdruck
[7] Linguistik: diejenige der Sprachfunktionen, die darin besteht, dass Menschen beim Sprechen etwas über sich preisgeben (kein Plural)
[8] Linguistik: die konkret realisierte Seite der Sprache (schriftlich, mündlich) (kein Plural)
[9] Symbol, Kennzeichen (häufig in Formulierungen wie Ausdruck von, für, Ausdruck mit Genitiv) (kein Plural)

Abkürzungen:

Ausdr.

Synonyme:

[4] Verhalten

Gegenwörter:

[7] Appell, Darstellung

Oberbegriffe:

[7] Sprachfunktion

Unterbegriffe:

[1] Fachausdruck, Kraftausdruck, unpersönlicher Ausdruck
[2] Lambda-Ausdruck
[4] Gefühlsausdruck, Gesichtsausdruck, Mikroausdruck
[4] Gebärde, Gestik, Mimik

Beispiele:

[1] Der Ausdruck "Betrüger" kann eine Beleidigung sein.
[1] „Ich gebrauche seine Ausdrücke spontan wie meine eigenen.“[3]
[2] Dieser Ausdruck ist immer richtig und wird Tautologie genannt.
[3] Dieser Ausdruck kann nie ausgeführt werden, da es ein toter Kode ist und nie erreicht werden kann.
[4] In ihrem Gesicht war ein Ausdruck der Verwunderung.
[5] Gefallen am Ausdruck von Aktionskünstlern wie Hermann Nietsch zu finden ist nicht jedermanns Sache.
[6] „Mit dem Symbol ^ lassen sich Komplemente von Zeichenmengen bilden. Der reguläre Ausdruck [^0-9] beschreibt die Menge der Ein-Zeichen-Wörter, die nicht mit einem der Zeichen aus {0, 1, …, 8, 9} übereinstimmen.“[4]
[7] Ausdruck ist neben Appell und Darstellung eine der Sprachfunktionen, die wir vollziehen, sobald wir uns äußern.
[7] Ausdruck meint die Informationen, die Sprecher beim Sprechen über sich selbst preisgeben, zum Beispiel, welchen Geschlechts sie sind, in welcher Stimmung sie sind usw.
[7] „Wir nennen die semantische Relation des Lautzeichens zum Täter der Sprechtat den Ausdruck und die semantische Relation des Lautzeichens zum Adressaten den Appell.“[5]
[8] Ein Zeichen hat zwei Seiten: Ausdruck und Inhalt. Der Ausdruck des sprachlichen Zeichens „Buch“ etwa sind dabei vor allem entweder die Buchstaben- oder die Lautfolge.
[9] Sein Verhalten war ein deutlicher Ausdruck seiner Angst.
[9] Das Kunstfliegen gilt als die Königsdisziplin des Flugsports. […] Die Sehnsucht des Menschen nach dem Fliegen findet im Kunstfliegen ihren höchsten Ausdruck.“[6]

Redewendungen:

[1] etwas zum Ausdruck bringen
[2] Das ist gar kein Ausdruck.
[3] Dieser Ausdruck ist mir nicht geläufig.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] seinem Unmut Ausdruck verleihen (Lautsprecherbild Audio (Info))
[9] (in etwas) zum Ausdruck kommen

Wortbildungen:

Adjektive: ausdrücklich, ausdrucksvoll
Substantive: Ausdrucksmittel, Ausdrucksmöglichkeit, Ausdrucksstärke, Ausdrucksvermögen, Ausdrucksweise
[7] Ausdrucksfunktion
[8] Ausdrucksebene, Ausdrucksseite
[9] Ausdrucksform

Singular Plural
Nominativ der Ausdruck die Ausdrucke
Genitiv des Ausdrucks
des Ausdruckes
der Ausdrucke
Dativ dem Ausdruck
dem Ausdrucke
den Ausdrucken
Akkusativ den Ausdruck die Ausdrucke

Worttrennung:

Aus·druck, Plural: Aus·dru·cke

Aussprache:

IPA: [ˈaʊ̯sˌdʁʊk]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Ausdruck (Info), Lautsprecherbild Ausdruck (Österreich) (Info)

Bedeutungen:

[1] Druckwesen, EDV: ein Druckwerk als Ergebnis einer elektronisch-mechanischen Reproduktion

Abkürzungen:

Ausdr.

Herkunft:

Ableitung des Substantivs vom Stamm des Verbs ausdrucken durch Konversion

Unterbegriffe:

[1] Computerausdruck

Beispiele:

[1] Der Ausdruck ist so nicht brauchbar; dem Drucker fehlt wohl Tinte.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein besserer Ausdruck, ein guter Ausdruck, ein schlechter Ausdruck
  1. ↑ Quelle: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 111. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001781707; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 111