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Flexion

aus AufEinWort, der freien Forschung

flexio-n lat.-deu. egtl. 'Biegung', wechsel zu "Beugung" im 15. Jh.; Ersatzwort ist Wortbeugung

Flexion f. ‘Beugung, Deklination und Konjugation’ (17. Jh.), nach gleichbed. slat. flexio (Genitiv flexiōnis), lat.‘Biegung, Krümmung’.

In der Grammatik bezeichnet Flexion (lateinisch flexio  ‚Biegung‘), deutsch auch Beugung oder (österreichisch) Biegung, eine Änderung in der Form eines Wortes zum Ausdruck seiner grammatischen Merkmale. Wenn ein Wort flektiert (gebeugt) wird, entsteht somit eine Wortform desselben Wortes, kein neues Wort (im Sinne von Lexem). Dies stellt den Unterschied zwischen Flexion und Wortbildung (Wortableitung und -zusammensetzung) dar. Die Flexion ändert daher nicht die Wortart, sondern nur hinzutretende grammatische Merkmale.

Bedeutungen:

[1] Linguistik/Sprachwissenschaft:
[a] Beugung von Verben (Konjugation) oder von Substantiven, Adjektiven, Artikeln und Pronomen (Deklination)
[b] wie [a], sowie Steigerung/Komparation von Adjektiven und einigen Adverbien
[2] Medizin: Bewegung, welche den Winkel zwischen zwei Knochen eines Gelenks verringert

Herkunft:

Das Wort wurde im 18. Jahrhundert aus lateinisch flexio → la „Biegung, Beugung“ übernommen.[1]

Synonyme:

[1] Biegung
[1, 2] Beugung

Gegenwörter:

[1] Wortbildung
[2] Extension

Unterbegriffe:

[1a, 1b] Deklination, Konjugation
[1b] Komparation
[1] gemischte Flexion, schwache Flexion, starke Flexion
[1] Parallelflexion, Wechselflexion
[1] Adjektivflexion, Artikelflexion, Gruppenflexion, Nominalflexion, Pronominalflexion, Substantivflexion, Verbalflexion/Verbflexion, Wortgruppenflexion
[2] Ventralflexion

Beispiele:

[1a] „Die charakteristischen Merkmale sind Flexion und differenziertere Satzbildung innerhalb der Parataxe.“[2]
[1a] Die Formen „das Auto, des Autos, dem Auto …“ bezeichnet man als Flexion.
[1a] „Man nennt diese Erscheinung Beugung oder Flexion.“[3]
[1a] Komparation wird manchmal als eine Form der Flexion aufgefasst.
[1a] „Die kritischen Aussagen verweisen meistens auf die Flexion des Nomens und des Adjektivs und monieren implizit die Mißverhältnisse zwischen Formenvielfalt und Leistungen in den Bereichen Genus, Numerus und Kasus.“[4]
[1b]
[2] „Es kann die Flexion und Extension und die Abduktion und Adduktion durchführen.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] gemischte Flexion, schwache Flexion, starke Flexion

Wortbildungen:

[1] Flexionsabbau, Flexionsaffix, Flexionselement, Flexionsendung, Flexionsform, Flexionskategorie, Flexionsklasse, Flexionslehre, Flexionsmorphem, Flexionsmorphologie, Flexionsmuster, Flexionsparadigma, Flexionspräfix, Flexionsschema, Flexionssuffix, Flexionssystem

Flektion

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Aussprache:

IPA: [flɛkˈt͡si̯oːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Flektion (Info)
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] Linguistik/Sprachwissenschaft: Änderung in der Form eines Wortes zum Ausdruck seiner grammatischenMerkmale
[2] Medizin: Bewegung, welche den Winkel zwischen zwei Knochen eines Gelenks verringert

Beispiele:

[1] „In diesem Bereich sind vor allem die experimentellen Befunde von Segui & Zubizarreta (1984) und Schriefers et. al. (1987) bedeutsam, da sie Evidenz dafür liefern, daß Flektion und Derivation distinkte und autonome Prozesse sind.“[1]
[1] „Wie oben bereits erwähnt wurde, untersuchte die Studie drei verschiedene sublexikalische Prozesse: (A) Wiederholen, (B) Null-Flektion, eingeführt durch eine Phrase, (C) offene Flektion, eingeführt durch eine Phrase.“[2]
[1] „Hier ist die Flektion zum Teil erforderlich (z. B.: die GmbHs, da sonst die Gefahr des Verwechselns mit dem Singular = die GmbH besteht)“[3]
[1] „Auf implizite Weise erfolgen Hinweise auf lateinische Prätexte auch in den Flektionen vieler Eigennamen.“[4]
[1] „Die Rutenpädagogik zielte vor allem auf die Aneignung von Basislernstoff, der durch Erklärung nicht zu vermitteln ist: auf das Memorieren grammatischer Regeln etwa, auf Flektionen und Vokabellernen.“[5]
[2] „Bei Eingriffen am oberen Sprunggelenk sind Extension und Flektion beginnend mit 10/0/30° bedeutsam.“[6]
[2] „Der Vorteil der Lambrinudi-Arthrodese gegenüber der Chopart-Arthrodese besteht darin, dass gegenüber der Chopart-Arthrodese zusätzlich eine noch weitergehende Korrektur des Rückfußvarus erfolgen kann und durch anteriore Keilentnahme aus dem Subtalargelenk insbesondere eine deutlich höhere Flektion des Talus und damit eine bessere Funktion des oberen Sprunggelenks in schweren Fällen erreicht werden kann.“[7]
[2] „Die Reaktionsebene ‚motorische Antwort‘ fächert sich auf in die Stufen: Ausführen einfacher Anweisungen, gezielte motorische Reaktion, Flektion, abnorme Flektion, Extensionsreflex, keine Reaktion.“[8]
[2] „Wenn man von den Unterarmflexoren die Aktionsströme ableitet, während ganz kurze, scheinbar zuckende Flektionenausgeführt werden, so zeigt sich, daß es sich auch bei diesen schnellsten und kürzest dauernden Willkürkontraktionen stets um Tetani handelt.“[9]
[2] „Eine Schmerzprovokation bei Extension bzw. Reklination gegebenenfalls mit resultierender Schmerzausstrahlung in das Gesäß oder das Bein gilt als Hinweis für eine lumbale spinale Stenose und/oder Spondylarthrose, eine Zunahme der Beschwerden bei der Flektion bzw. Vorneige für eine primär diskogene oder myofasciale Ursache.“[10]