Heraklit Fragment/DK 22 B 10
DK 22 B 10. Pseudo-Aristot., mund. 5,396b 20 f. : Aus Allem Eines wie aus Einem Alles
sunhapsies: hola kai ouch hola,
- Verbindungen: Ganzes und Nichtganzes,
sumpheromenon diapheromenon,
- Zusammenfließen – Einander-Ausschließen,
sunaidon diaidon;
- Konsonanz – Dissonanz;
kai ek pantôn hen kai ex henos panta.
- somit aus Allem Eines wie aus Einem Alles.
DK 22 B 10 (KRS #203, M #46; Text nach KRS): συλλάψιες ὅλα καὶ οὐχ ὅλα, συμφερόμενον
διαφερόμενον, συνᾶιδον διᾶιδον ἐκ πάντων ἓν καὶ ἐξ ἑνὸς πάντα.
Frg. 10: Verbindungen (oder: Zusammengefaßtes) sind Ganzes und nicht Nicht-Ganzes,
zusammengehend auseinandergehend, zusammenklingend auseinanderklingend; aus allem eines
und aus einem alles.
[Auch die Natur strebt wohl nach dem Entgegengesetzten und bringt hieraus und nicht aus dem Gleichen den Einklang hervor, wie sie z.B. das männliche mit dem weiblichen Geschlechte paarte und nicht etwa beide mit dem gleichen, und die erste Eintracht durch Vereinigung des Gegensätzlichen, nicht des Gleichartigen herstellte. Auch die Kunst bringt dies, offenbar durch Nachahmung der Natur, zustande. Die Malerei mischt auf dem Bilde die Bestandteile der weißen und schwarzen, der gelben und roten Farbe und bewirkt dadurch die Ähnlichkeit mit dem Originale; die Musik mischt hohe und tiefe, lange und kurze Töne in verschiedenen Stimmen und bringt dadurch eine einheitliche Harmonie zustande; die Schreikunst mischt Vokale und Konsonanten und stellt daraus die ganze Kunst zusammen. Das gleiche spricht sich auch in dem Worte des dunklen Herakleitos aus:] Verbindungen sind: Ganzes und Nichtganzes, Eintracht, Zwietracht, Einklang, Mißklang und aus allem eins und aus einem alles.
Verbindungen: Ganzes und Nichtganzes, Zusammenfließen – Einander-Ausschließen, Konsonanz – Dissonanz; und aus Allem Eines wie aus Einem Alles.
συλλάψιες ὅλα καὶ οὐχ ὅλα, συμφερόμενον διαφερόμενον, συνᾶιδον διᾶιδον καὶ ἐκ πάντων ἓν καὶ ἐξ ἑνὸς πάντα.