das Schöne
das Schöne. Ästhetik, Schönheit
In mehreren seiner Dialoge behandelte Platon Aspekte der Schönheit. Während im Hippias maior alle Definitionsversuche auch von Sokrates Seite scheitern, wird im Philebos deutlich, dass das Gute nur in Verbindung mit der Schönheit, dem „Ebenmaß“, und der Wahrheit bestimmt werden kann. Den Aufstieg zum Schönen behandelt im Sinne der IdeenlehrePlatons das Symposion. Dabei handelt es sich um die Rückschau auf ein Trinkgelage, in dem eine Reihe von Teilnehmern Reden zur Würdigung des Gottes Eros hielten, meist, indem sie die Attraktivität der sinnlichen und der geistig-seelischen Liebe erörterten. Der später hinzugekommene Sokrates hingegen bezieht sich auf Lehren der Seherin und Priesterin Diotima, die Eros erstlich mit dem Begehren des Schönen verbunden habe, die zweitens vermittelte, dass Schönheit nicht nur eine körperlich-sinnliche Seite habe, sondern auch auf eine innere, geistige Qualität ziele, eine schöne Seele. Diese innere Qualität befähige zu guter Letzt, eine dritte Dimension des Eros zu erschließen, nämlich Wesen und Idee der Schönheit, das „Urschöne“ selbst.[1]
Für Gloy, die insgesamt sechs Stufen im Vortrag des Sokrates unterscheidet, handelt es sich um eine merkwürdige Stufenleiter der Schönheit, bei der die letzte und höchste Stufe gar nicht definiert und begriffen werden könne. Gesucht werde auf dieser Stufe „ein absolut Eingestaltiges“, worin „jede Vielfalt, Differenz, Gegensätzlichkeit aufgehoben ist und in letzter Konsequenz auch seine eigene Differenz zur Vielheit.“ Die Schönheit habe als einzige der Ideen im Sinne Platons eine Doppelbedeutung: Das Schöne sei einerseits das Göttliche selbst und andererseits „der Weg des Göttlichen in die Endlichkeit über alle Stufen.“ Es vollziehe sich im Glänzen und Strahlen, im Scheinen. „Das Schöne ist schön, während es anderes schön macht und verklärt.“[2]