müß
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- Muße f. ‘beschauliche Freizeit’.
- Das nur im Dt. und Nl. nachweisbare Wort
- ahd. muoʒa (um 800),
- mhd. muoʒe ‘freie Zeit zu etw., Bequemlichkeit, Untätigkeit’,
- asächs. mōta,
- mnd. mōte,
- mnl. moete, moet, muete, mote
- gehört der Whk. nach zum Modalverb müssen und bezeichnet eigentlich einen ‘Zustand, der einem die Möglichkeit bietet, etw. zu tun’.
müssen dem Maß entsprechend, angemessen sein, tun oder haben; bedingt erforderlich für das Erreichen oder Erlangen eines vorbestimmten Ergebnis(21 Jh. ndt.);
müsse,mußte,mußten,müßte,müßten,müßtest,gemußt
¦⊕¦ falsche Wortverwendung ist " ‘gezwungen sein, etw. zu tun, nicht anders können’."; urgermanisch *mōtaną bedeutete noch Erlaubnis haben, erlaubt sein; die Wortwurzel bitte beachten, die zu Messen, Rat geben, heilen in Bezug steht; durch die Christianisierung wurde beständig gesagt, man müsse dieses oder jenes und so wandelte sich der Gebrauch zum nachteiligen, da damit meist ein Zwang einherging; müssen liegt in der Wortbedeutung zwischen dürfen und können und bedarf des Messen vor dem Tun;
¦⊗¦ "ich muß dies tun, damit ich dies auch wirklich gut mache und das Ergebnis erreiche; an sich muss, möglichst mit ß schreiben, da die Verbindung zu Maß, Muß und miß- besser gelingt, das frühere Schriftzeichen ʒ für ß dann für ss wurde aus der deutschen Sprache entfernt, wodurch Missverstehen erwirkt wird;
¦√¦ uig. *med ; uig. *mō-, *mē-; von der Wortwurzel her gehören offenbar Motiv, Moral, Mut, Muse, muß, müssen einer Wortfamilie an;
¦↵¦ ahd. muoʒan ‘in der Lage sein, können, mögen, dürfen’ (8. Jh.), mhd. müeʒen, asächs. mōtan, mnd. mȫten, mnl. nl. moeten, afries. mōta, aengl. mōtan(Prät. mōste, dazu engl. must), got. gamōtan (germ. *mōt-). Herkunft ungewiß. Das Verb kann, wenn von einer Grundbedeutung ‘frei zugemessenen Besitz an Raum, Zeit, Gelegenheit und Kraft haben’ ausgegangen wird, als ō-stufige Bildung zur Wurzel uig. *med- ‘messen’ angesehen werden (siehe messen).