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Fragewörter im Altgriechisch

aus AufEinWort, der freien Forschung

Fragewörter

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Im Altgriechischen beginnen die entsprechenden Fragewörter überwiegend mit τ- oder π-. Beide Anlaute gehen jedoch auf denselben indogermanischen Fragewortstamm zurück, der im Lateinischen als qu- und im Germanischen als hw-/w- erscheint.

Die altgriechische Reihe

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Deutsch Altgriechisch Umschrift
wer? τίς; tís?
was? τί; tí?
welcher? ποῖος; poîos?
welcher von zweien? πότερος; póteros?
wo? ποῦ; poû?
wohin? ποῖ; poî?
woher? πόθεν; póthen?
wie? πῶς; pôs?
wann? πότε; póte?
wie viel? πόσος; pósos?
wie groß / welchen Alters? πηλίκος; pēlíkos?

πόθεν bezeichnet ausdrücklich „woher?, aus welcher Quelle oder aus welchem Grund?“, während πῶς nach der Art und Weise fragt. (lsj.gr)

Warum einmal τ-, einmal π-?

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Der indogermanische Fragewortstamm wird ungefähr als

kʷi- / kʷe- / kʷo-

rekonstruiert. Derselbe Stamm liegt zugrunde bei:

  • lateinisch quis, quid, quō, quandō
  • urgermanisch hwaz, daraus deutsch wer, was, wo, wie
  • altgriechisch τίς, τί, ποῦ, πῶς, πότε

Im Griechischen wurde der labiovelare Laut kʷ je nach lautlicher Umgebung unterschiedlich entwickelt:

  • vor einem i-Laut häufig zu τ: kʷis → τίς „wer?“ kʷid → τί „was?“
  • vor einem o-Laut häufig zu π: kʷo- → πο- daraus ποῦ, πῶς, πότε, πόθεν, ποῖος

Die griechischen τ-- und π--Fragewörter sind daher keine zwei voneinander unabhängigen Gruppen. Sie sind die lautlich auseinandergetretenen Nachkommen desselben alten Frageelements. Die rekonstruierte indogermanische Reihe kʷi- / kʷo- wird auch ausdrücklich mit griechisch τίς, ποῦ, ποῖ, πῶς, πότε und πόθεν verbunden. (Wiktionary)

Der direkte Vergleich

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Indogermanisch Lateinisch Germanisch/Deutsch Altgriechisch
kʷis quis wer τίς
kʷid quid was τί
kʷo- quo, quod wo πο-
kʷō quō wie πῶς
kʷo-te o. ä. quando wann πότε

Vereinfacht kann man sagen:

Latein bewahrt qu-,

Germanisch entwickelt daraus hw-, später deutsch w-,

Griechisch spaltet es in t- und p- auf.

Fragewort und unbestimmtes Wort

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Im Altgriechischen ist außerdem der Akzent bedeutend:

  • τίς; – wer?
  • τις – jemand
  • ποῦ; – wo?
  • που – irgendwo
  • πῶς; – wie?
  • πως – irgendwie
  • πότε; – wann?
  • ποτέ – irgendwann, einst

Das Fragewort ist gewöhnlich auf der ersten Silbe betont beziehungsweise trägt einen anderen Akzent als die entsprechende unbestimmte Form.

Fragewörter Wortbildungen

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Genau darum geht es: Wie wurde aus einem Fragewortstamm durch Ableitung oder Zusammensetzung ein neues Wort gebildet?

Im Altgriechischen geschieht das hauptsächlich mit den Fragewortstämmen:

τι- und πο-

Beide gehen historisch auf den indogermanischen Frage-/Relativstamm kʷi- / kʷo- zurück. Das Griechische hat den ursprünglichen Labiovelar kʷ je nach Lautumgebung zu τ oder π entwickelt.

1. Zunächst eine wichtige Berichtigung zum Lateinischen

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Ihre Beispiele gehören nicht alle demselben Bildungstyp an.

quālis → quālitās

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Das ist eine echte Ableitung:

  • quālis? – „wie beschaffen?, welcher Art?“
  • quālitās – „Beschaffenheit, Qualität“

Also ungefähr:

„wie beschaffen?“ → „die Beschaffenheit“

quantus → quantum / quantitas

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Ebenfalls eine Fragewortbildung:

  • quantus? – „wie groß?, wie viel?“
  • quantum? – „wie viel?“ beziehungsweise substantivisch „eine Menge“
  • quantitās – „Größe, Menge“

quaestiō

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quaestiō ist dagegen unmittelbar vom Verb quaerere „suchen, erfragen, untersuchen“ gebildet:

quaerere → quaestus → quaestiō

Es ist also morphologisch nicht einfach:

qu- + Endung

sondern ein Verbalabstraktum: „das Suchen, Befragen, Untersuchen“. Die spätere Bedeutung „Frage“ entstand aus diesem Such- und Untersuchungsvorgang. (Etymologie Wörterbuch)

Ein sehr alter Zusammenhang von quaerere mit dem indogermanischen Fragewortstamm wird zwar erwogen; für die lateinische Wortbildung selbst bleibt quaestiō aber eine Ableitung von quaerere, nicht unmittelbar von quis oder quid.

2. Das altgriechische System

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Das Griechische bildet aus dem Frageelement πο- ganze Reihen, indem unterschiedliche Endungen oder zweite Bestandteile angefügt werden.

τίς / τί – wer? / was?

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Hier liegt der Stamm τι- vor:

  • τίς; – wer?
  • τί; – was?
  • τίνος; – wessen?
  • τίνι; – wem?
  • τίνα; – wen?/was?

Das sind zunächst Flexionsformen, keine Komposita.

Aus τί entstehen aber auch Verbindungen:

  • διὰ τί; – „weswegen?“, wörtlich „durch was?“
  • εἰς τί; – „wozu?“, wörtlich „in was?“
  • τί μήν; – „wie denn?, gewiss“
  • τί ποτε; – „was nur?, was wohl?“
ποῖος – welcher Art?
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ποῖος; – welcher?, was für einer?, wie beschaffen?

Die Bildung enthält den Fragewortstamm πο- und ein adjektivisches Bildungselement.

Bedeutungsgemäß entspricht es lateinisch quālis:

Lateinisch Altgriechisch Deutsch
quālis? ποῖος; welcher Art?, wie beschaffen?
quālitās ποιότης Beschaffenheit, Qualität

Hier finden wir genau die von Ihnen gesuchte Ableitung:

ποῖος → ποιότης

ποιότης bedeutet „Beschaffenheit“ oder „Eigenschaft“: das, wodurch etwas ein bestimmtes ποῖον, ein „So-Beschaffenes“, ist. Das ist das unmittelbare griechische Gegenstück zu:

quālis → quālitās

Allerdings ist ποιότης als philosophisches Abstraktum erst später besonders ausgeprägt; die sprachliche Grundlage ποῖος ist älter.

πόσος – wie groß?, wie viel?
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πόσος; – wie groß?, wie viel?, wie zahlreich?

Daraus entstehen:

  • ποσόν – ein „Wie-viel“, eine bestimmte Menge, Quantität
  • ποσότης – Größenmenge, Quantität
  • ποσοστός – der wievielte?
  • später ποσοστόν – Anteil, Prozentsatz

Die Parallele ist sehr genau:

Lateinisch Altgriechisch Deutsch
quantus? πόσος; wie groß?, wie viel?
quantum ποσόν eine Menge, ein Quantum
quantitās ποσότης Quantität

Also:

πο- + Größenbildung → πόσος πόσος → ποσόν / ποσότης

πότερος – welcher von beiden?
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πότερος; – welcher von zweien?

Die Endung -τερος bildet eine Gegenüberstellung zwischen zwei Seiten. Man findet sie auch in anderen vergleichenden und unterscheidenden Bildungen. Ungefähr:

πο- „welch-“ + -τερος „von zwei Seiten einer“ → „welcher von beiden?“

Lateinisch entspricht uter?

πότε – wann?
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πότε; – wann?

Hier verbindet sich der Fragewortstamm mit einem alten zeitlich beziehungsweise distributiv verwendeten Element -τε.

Dazu gehört eine ganze korrelative Reihe:

Frage unbestimmt demonstrativ/relativ
πότε; wann? ποτέ irgendwann τότε dann
πόθεν; woher? ποθέν irgendwoher ὅθεν woher, von wo
ποῦ; wo? που irgendwo οὗ wo
πῶς; wie? πως irgendwie ὡς wie, so wie

Der Unterschied zwischen Frage und unbestimmter Bedeutung kann allein durch den Akzent gekennzeichnet sein:

πότε; – wann? ποτέ – irgendwann, einst

πόθεν – woher?
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πόθεν; – woher?, aus welcher Quelle?, aufgrund wovon?

Die Endung -θεν trägt die Bedeutung:

„von … her“, „aus … heraus“

Daher:

  • πόθεν; – woher?
  • ἔνθεν – von hier
  • ἔνθεν καὶ ἔνθεν – von hier und von dort / auf beiden Seiten
  • ὅθεν – woher, von wo
  • οὐρανόθεν – vom Himmel her
  • Διόθεν – von Zeus her

Hier ist -θεν tatsächlich ein produktives wortbildendes Element.

ποῖ – wohin?
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ποῖ; – wohin?

Das Wort enthält den Fragewortstamm πο- und eine alte Richtungsbildung.

Vergleichbare Formen:

  • οἴκαδε – nach Hause
  • Ἀθήναζε – nach Athen
  • ἐκεῖσε – dorthin

Die griechische Sprache unterscheidet also häufig genauer:

  • ποῦ; – wo?
  • ποῖ; – wohin?
  • πόθεν; – woher?
πῇ – wo?, wohin?, auf welchem Wege?
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πῇ; – auf welchem Wege?, wo?, wohin?, wie?

Hier überschneiden sich örtliche und modale Bedeutung:

„auf welchem Weg?“ → „wie?“

Das ist semantisch bemerkenswert, weil die Art und Weise als Weg, auf dem etwas geschieht, ausgedrückt wird.

πῶς – wie?
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πῶς; – wie?, auf welche Weise?

Dazu gehören spätere oder abgeleitete Bildungen wie:

  • πως – irgendwie
  • ὅπως – wie; auf welche Weise; damit
  • πωσδήποτε – auf irgendeine Weise, jedenfalls

3. Eigentliche Komposita mit Fragewörtern

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Das Altgriechische verwendet Fragewörter häufig nicht wie ein gewöhnliches Präfix. Es bildet vielmehr korrelative Zusammensetzungen und verstärkte Frageformen.

ὅστις – wer auch immer / welcher

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ὅς + τις → ὅστις

Wörtlich ungefähr:

„der, wer es auch sei“

Es verbindet:

  • ὅς – der, welcher
  • τις – jemand beziehungsweise in der betonten Form „wer?“

Daraus entsteht ein indefinit-relatives Wort:

„wer auch immer“, „jeder, der“, „welcher auch“

Entsprechende Formen:

  • ὅστις – wer auch immer
  • ὅ τι – was auch immer
  • οἵτινες – welche auch immer

Die Reihe mit ὁπο-

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Besonders wichtig ist das zusammengesetzte Element:

ὁπο-

Es verbindet ein relativisches Element ὁ-/ὅ- mit dem Fragewortstamm πο-.

Daraus entstehen:

  • ὁποῖος – von welcher Art auch immer
  • ὁπόσος – wie groß oder wie viel auch immer
  • ὁπότερος – welcher von beiden auch immer
  • ὁπότε – wann immer
  • ὁπόθεν – woher auch immer
  • ὁπόσος – wie viel auch immer

Das Bildungsschema lautet:

Frageform: ποῖος; – welcher Art? indefinit-relative Form: ὁποῖος – welcher Art auch immer

Frageform: πότε; – wann? indefinit-relative Form: ὁπότε – wann immer

Frageform: πόσος; – wie viel? indefinit-relative Form: ὁπόσος – wie viel auch immer

Das ist eine sehr produktive altgriechische Art, Fragewortmaterial in größere Wortbildungen einzubauen.

Verstärkung durch ποτε

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ποτε kann einem Fragewort beigefügt werden und Unbestimmtheit, Verwunderung oder Nachdruck ausdrücken:

  • τίς ποτε; – wer denn?, wer nur?
  • τί ποτε; – was wohl?, was nur?
  • πῶς ποτε; – wie nur?
  • ποῦ ποτε; – wo denn überhaupt?

Hier ist ποτε nicht mehr einfach nur „irgendwann“, sondern eine verstärkende Partikel:

„wer irgendwann?“ → „wer nur überhaupt?“

οὐδέποτε / μηδέποτε – niemals

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Aus ποτε „irgendwann, je“ entstehen mit Negationen:

  • οὐδέποτε – niemals, zu keiner Zeit
  • μηδέποτε – niemals, besonders in nichtindikativischen Zusammenhängen

Morphologisch:

οὐδέ + ποτε

„auch nicht irgendwann“

→ „niemals“

Hier wird ein ehemaliges Frage-/Indefinitelement Bestandteil eines Kompositums.

ὁπωσοῦν – wie auch immer

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ὅπως + οὖν → ὁπωσοῦν

Bedeutung:

  • wie auch immer
  • auf irgendeine Weise
  • jedenfalls irgendwie

Ähnliche Bildungen verwenden -οῦν, um eine offene, beliebige Auswahl auszudrücken:

  • ὁστισοῦν – wer auch immer
  • ὁποιοσοῦν – welcher Art auch immer
  • ὁποσοσοῦν – wie viel auch immer

4. Das griechische Korrelationssystem

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Die eigentliche Stärke des Griechischen liegt nicht darin, dass πο- zahllose gewöhnliche Substantive bildet. Vielmehr bestehen systematische Reihen:

Bedeutung fragend unbestimmt relativ demonstrativ
Person/Sache τίς; τί; τις, τι ὅς, ὅ οὗτος, τόδε
Beschaffenheit ποῖος; ποιός ὁποῖος τοῖος / τοιοῦτος
Menge πόσος; ποσός ὁπόσος τόσος / τοσοῦτος
einer von zweien πότερος; — ὁπότερος ἕτερος / οὗτος
Zeit πότε; ποτέ ὁπότε τότε
Ort ποῦ; που ὅπου ἐκεῖ / αὐτοῦ
Herkunft πόθεν; ποθέν ὅθεν / ὁπόθεν ἔνθεν
Art und Weise πῶς; πως ὅπως οὕτως

Man erkennt ein regelhaftes Wechselspiel der Anfänge:

  • π-/τ-: Frage beziehungsweise indefinite Form
  • ὁ-/ὅ-: relative oder verallgemeinernde Form
  • τ-: hinweisende, demonstrative Form

Besonders deutlich:

ποῖος; – welcher Art?

ὁποῖος – welcher Art auch immer

τοῖος / τοιοῦτος – solcher Art

πόσος; – wie viel?

ὁπόσος – wie viel auch immer

τόσος / τοσοῦτος – so viel

πότε; – wann?

ὁπότε – wann immer

τότε – dann

Das τ- in der demonstrativen Reihe ist dabei nicht dasselbe wie das τ- von τίς, obwohl beide historisch zum pronominalen System gehören.

5. Substantive aus Fragewörtern

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Das Griechische kann Frageadjektive substantivieren oder Abstrakta daraus bilden.

τὸ τί
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Der neutrale Artikel plus Fragewort:

τὸ τί – „das Was“

Das kann bedeuten:

  • was etwas ist
  • das Wesen einer Sache
  • die Antwort auf die Was-Frage

Daraus entsteht besonders in philosophischer Sprache:

τὸ τί ἐστι – „das, was es ist“ also: das Wesen oder die Wesensbestimmung

τὸ ποῖον
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τὸ ποῖον – „das Wie-beschaffen“, die Beschaffenheit

Daraus:

ποιότης – Qualität, Beschaffenheit

τὸ ποσόν

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τὸ ποσόν – „das Wie-viel“, die bestimmte Größe oder Menge

Daraus:

ποσότης – Quantität

τὸ πότε / τὸ ποῦ / τὸ πῶς
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In philosophischer oder metasprachlicher Verwendung können auch andere Fragewörter substantiviert werden:

  • τὸ πότε – das Wann, die Zeitbestimmung
  • τὸ ποῦ – das Wo, die Ortsbestimmung
  • τὸ πῶς – das Wie, die Art und Weise
  • τὸ διὰ τί – das Warum beziehungsweise die Ursache

Hier zeigt sich ein besonders griechischer Bildungsweg:

Nicht immer wird ein neues Lexem geschaffen; stattdessen wird das Fragewort durch den Artikel τό zum Begriff gemacht.

6. Vergleich mit dem Lateinischen

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Gedanke Lateinisch Altgriechisch
welcher Art? quālis? ποῖος;
Qualität quālitās ποιότης
wie groß / wie viel? quantus? πόσος;
Quantum quantum ποσόν
Quantität quantitās ποσότης
wer? quis? τίς;
was? quid? τί;
wann? quandō? πότε;
wo? ubi? ποῦ;
wie? quōmodo? πῶς;
Untersuchung/Frage quaestiō ζήτησις / ἐρώτησις
das Was quid / quidditās, später τὸ τί / τὸ τί ἐστι

Das Kernergebnis

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Das griechische Gegenstück zum lateinischen qu- ist in der Wortbildung vor allem:

τι- / πο-

Die wichtigsten daraus gebildeten Reihen sind:

τίς, τί – wer, was

ποῖος – welcher Art

πόσος – wie viel

πότερος – welcher von beiden

πότε – wann

ποῦ – wo

ποῖ – wohin

πόθεν – woher

πῶς – wie

Für abstrakte Begriffe sind besonders wichtig:

ποῖος → ποιότης „wie beschaffen?“ → „Beschaffenheit, Qualität“

πόσος → ποσόν / ποσότης „wie viel?“ → „Quantum / Quantität“

τί → τὸ τί „was?“ → „das Was beziehungsweise Wesen“

Damit ist Ihre Suche nicht primär auf Komposita im engen Sinne zu richten, sondern auf drei griechische Verfahren:

  1. Ableitung: ποῖος → ποιότης
  2. Substantivierung: πόσος → τὸ ποσόν
  3. korrelative Zusammensetzung: ποῖος → ὁποῖος → τοιοῦτος