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Griechische Schriftzeichen

aus AufEinWort, der freien Forschung

Zeichen

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Klassische Zeichen

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Zeichen Var.⁠1) Name⁠2)
(altgriech. Schreibung)
Altgriech.
Transkription
Altgriech.
Aussprache⁠3)
Neugriech. Name
(neugriech. Schreibung)
Neugriech.
Transkription⁠4)
Neugriech.
Aussprache⁠5)
Α, α Alpha (ἄλφα) a [​a​], [​aː​] álfa (άλφα) a (αι = e) [​a​] ([​ɛ​])
Β, β ϐ Beta (βῆτα) b [​b​] víta (βήτα) v [​v​]
Γ, γ Gamma (γάμμα) g [​g​] gám(m)a (γάμ[μ]α) g (γγ = ng, γκ = ⟨n⟩g⁠6),
γχ = nch, γξ = nx)
[​ɣ​] ([​ŋ​]), vor E- und I-Lauten [​ʝ​]
Δ, δ Delta (δέλτα) d [​d​] délta (δέλτα) d [​ð​]
Ε, ε ϵ Epsilon (ἒ ψιλόν),
ursprünglich Ei (εἶ)[1]
e [​e​] (ει = [​eː​]) épsilon (έψιλον) e (ει = i) [​ɛ​] ([​i​])
Ζ, ζ Zeta (ζῆτα) z [​zd​], [​dz​] zíta (ζήτα) z [​z​]
Η, η Eta (ἦτα) ē [​ɛː​] íta (ήτα) i [​i​]
Θ, θ ϑ Theta (θῆτα) th [​tʰ​] thíta (θήτα) th [​θ​]
Ι, ι Iota (ἰῶτα) i [​i​], [​iː​] ióta (ιώτα) i (αι = e) [​i​], [​j​] ([​ɛ​])
Κ, κ ϰ Kappa (κάππα) k [​k​] káp(p)a (κάπ[π]α) k (γκ = ⟨n⟩g⁠6)) [​k​], [​c​], [​ɟ​] ([​ɡ​], [​ŋ​])
Λ, λ Lambda (λάμβδα) l [​l​] lámda (λάμδα) l [​l​]
Μ, μ My (μῦ) m [​m​] mi (μι) m (μπ = ⟨m⟩b⁠7), μψ = ⟨m⟩bz⁠7)) [​m​] ([⟨m⟩​b​], [⟨m⟩​bz​]), vor β und φ: [​ɱ​]
Ν, ν Ny (νῦ) n [​n​] ni (νι) n (ντ = ⟨n⟩d⁠7)) [​n​] ([⟨n⟩​d​])
Ξ, ξ Xi (ξῖ) x [​ks​] xi (ξι) x [​ks​], [​gz​]
Ο, ο Omikron (ὂ μικρόν),
ursprünglich Ou (οὖ)[2]
o (ου = ou) [​o​] ([​u​]) ómikron (όμικρον) o (οι = i, ου = ou) [​ɔ​] ([​i​], [​u​])
Π, π ϖ Pi (πῖ) p [​p​] pi (πι) p (μπ = ⟨m⟩b⁠7)) [​p​] ([⟨m⟩​b​])
Ρ, ρ ϱ Rho (ῥῶ) r(h) [​r​], [​rʰ​] ro (ρω) r [​r​]
Σ, σ ς,⁠8) Ϲ, ϲ⁠9) Sigma (σῖγμα) s [​s​], [​z​] sígma (σίγμα) s [​s​]
Τ, τ Tau (ταῦ) t [​t​] taf (ταυ) t (ντ = ⟨n⟩d⁠7)) [​t​] ([⟨n⟩​d​])
Υ, υ ϒ Ypsilon (ὖ ψιλόν) y (bei αυ,
ευ, ου: u)
[​y​], [​yː​] ýpsilon (ύψιλον) y (ου = ou, sonst nach Vokal v oder f; υι = i) [​i​] ([​u​], [​v​], [​f​])
Φ, φ ϕ Phi (φῖ) ph [​pʰ​] fi (φι) f [​f​]
Χ, χ Chi (χῖ),
ursprüng­lich Chei (χεῖ)[3]
ch [​kʰ​] chi (χι) ch [​x​], [​ç​]
Ψ, ψ Psi (ψῖ) ps [​ps​] psi (ψι) ps (μψ = ⟨m⟩bz⁠7)) [​ps​], [​bz​] ([⟨m⟩​bz​])
Ω, ω Ѡ, ѡ⁠10) Omega (ὦ μέγα) ō [​ɔː​] oméga (ωμέγα) o [​ɔ​]

Nichtklassische Zeichen

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Zeichen Var.⁠1) Name⁠2) Transkription Aussprache⁠3) Erläuterung
Ϝ, ϝ Ͷ, ͷ Digamma (Wau) w [​w​] Archaischer Buchstabe und später Zahlzeichen für 6
Ϛ, ϛ Stigma st [​st​] Mittelalterliche Ligatur für στ und als Zahlzeichen Ersatz für Ϝ
Ͱ, ͱ Heta h [​h​] Historisches Derivat von Eta als Konsonant
Ϻ, ϻ San s [​s​] Archaischer Buchstabe, alternativ zu Sigma
Ϙ, ϙ Ϟ, ϟ Koppa q [​k​] Archaischer Buchstabe und später Zahlzeichen für 90
Ͳ, ͳ Ϡ, ϡ Sampi ss [​s:​] Ionischer Buchstabe, später Zahlzeichen für 900
Ϸ, ϸ Scho sch [​ʃ​] Baktrischer Buchstabe

Anmerkungen:

1) Variante, alternative Glyphe für den Buchstaben

2) Deutscher Name des Buchstaben

3) Rekonstruierte Aussprache im 5. Jahrhundert v. Chr.; siehe auch Altgriechische Phonologie.

4) Die neugriechische Transkription wird nicht einheitlich gehandhabt. Die hier verwendete Transkription richtet sich nach der in der Wikipedia verwendeten Namenskonvention Neugriechisch.

5) Siehe ausführlich in Aussprache des Neugriechischen.

6) Das n entfällt am Wortanfang.

7) Nicht vor stimmlosen Konsonanten; das m oder n entfällt am Wortanfang.

8) Nur und immer[4] am Wortende, außer es folgt ein Apostroph. (Beispiel: μέσα kann zu μες oder μεσ’ verkürzt werden.)

9) Die C-ähnliche Form des Sigmas, bekannt als lunares Sigma, wird im kirchlichen Kontext noch regelmäßig verwendet.

10) Die in spätantiken römisch-griechischen Inschriften bezeugte W-förmige Glyphe des Omega – siehe beispielsweise das Mosaik der drei Grazien – wurde in das kyrillische Alphabet übernommen und ist in Unicode nicht als griechischer, sondern als kyrillischer Buchstabe definiert (kyrillisches Omega). Zusätzlich existiert ein sehr ähnlich aussehendes lateinisches Omega, das in der Neuzeit entwickelt wurde.

Namen der Buchstaben

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Die Bezeichnungen der Buchstaben haben im Griechischen keine Bedeutung. Sie wurden größtenteils aus dem Phönizischen übernommen. Dort bezeichnen die Buchstabennamen Begriffe, denen nach dem akrophonischen Prinzip ein Lautwert zugeordnet wurde. Beispielsweise bedeutet aleph „Ochse“ und beth „Haus“.

Die Namen einiger Vokale gehen auf die byzantinische Zeit zurück. Ihre Bezeichnungen in klassischer Zeit unterschieden sich teils, z. B. wurden die Buchstaben Omikron und Omega schlicht οὖ ​[⁠oː⁠]​ und ὦ ​[⁠ɔː⁠]​ genannt. Erst als die Aussprache der beiden Buchstaben zusammenfiel, erhielten die Buchstabenbezeichnungen die unterscheidenden Zusätze mikrón und méga (Omikron bedeutet „kleines O“, Omega „großes“ bzw. „breites O“). Ähnlich verhält es sich bei den Namen Epsilon („einfaches E“) und Ypsilon („einfaches Y“ oder entsprechend der Aussprache etwa „einfaches Ü“), bei denen psilón zur Unterscheidung von den inzwischen gleichlautenden Buchstabenkombinationen αι und οι angefügt wurde.

Aussprache

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Die antiken und modernen Lautwerte der griechischen Buchstaben unterscheiden sich recht stark, weil die tiefgreifenden lautlichen Veränderungen, die die griechische Sprache in über zweieinhalb Jahrtausenden durchlebte, in der Orthografie nicht mitvollzogen wurden. Daher sind alt- und neugriechische Wörter im Schriftbild oft identisch oder sehr ähnlich, obwohl sich ihre Aussprache unterscheidet.

Altgriechisch

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→ Hauptartikel: Altgriechische Phonologie

<figure>[1]<figcaption>Frühform des griechischen Alphabets. Archäologisches Nationalmuseum, Athen</figcaption></figure>

In der antiken Aussprache des Griechischen war die Laut-Buchstaben-Zuordnung recht eindeutig. Bei der Darstellung der Vokale musste das Altgriechische aber mit sieben Buchstaben für 12 Phoneme auskommen. Alpha, Iota und Ypsilon konnten für lange oder für kurze Laute stehen. Bei den e- und o-Lauten wurde dagegen zwischen Epsilon bzw. Omikron für die Kurzvokale ​[⁠e⁠]​, ​[⁠o⁠]​ und Eta bzw. Omega für die offenen Langvokale ​[⁠ɛː⁠]​, ​[⁠ɔː⁠]​ unterschieden. Für die geschlossenen Langvokale ​[⁠eː⁠]​ und ​[⁠oː⁠]​ verwendete man indes die Digraphen Epsilon-Iota (ει) und Omikron-Ypsilon (ου). Daneben ist zu beachten, dass die Diphthonge Alpha-Ypsilon (αυ) und Epsilon-Ypsilon (ευ) als [au] und [eu] gesprochen wurden.

Die im Schulunterricht westlicher Länder etablierte Aussprache ist länderspezifisch akademisch (z. B. im deutschen Schulsystem für ευ [ɔʏ] sowie für τ und θ unterschiedslos [tʰ]) und weicht in einigen Punkten von der heute nach wissenschaftlichen Kriterien rekonstruierten Aussprache ab. So wurden Theta, Phi und Chi in der Antike als aspirierte Verschlusslaute und nicht als Reibelaute gesprochen. In Griechenland selbst wird heute für alle Texte, auch für altgriechische, die neugriechische Aussprache verwendet. Auch in anderen orthodoxen Ländern ist die dem Neugriechischen nahestehende byzantinische statt der antiken Aussprache Grundlage für die Aussprache griechischer Wörter.

Neugriechisch

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Im Neugriechischen ist die Orthographie durch den Lautwandel weit weniger phonematisch. Durch den Zusammenfall vieler altgriechischer Vokalphoneme kann z. B. der Laut [i] im Neugriechischen mit ι, η, υ, ει, υι oder οι geschrieben werden. Dadurch ist das Erlernen der griechischen Rechtschreibung auch für Muttersprachler mit Schwierigkeiten verbunden.

Die wichtigste Änderung bei der Aussprache der Konsonanten betrifft die stimmhaften und die aspirierten Verschlusslaute (β, γ, δ, θ, φ, χ) des Altgriechischen, die zu Reibelauten geworden sind. Daneben setzt das Neugriechische in größerem Maße Digraphen ein, z. B. stehen anlautende μπ, γκ und ντ für [b], [ɡ] und [d].

ⓘ/?

Transkription

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Für die Transkription altgriechischer Wörter in die lateinische Schrift gibt es eine recht eindeutige Norm (siehe Tabelle oben). Einzig bei der Wiedergabe der Buchstaben η und ω (mit oder ohne Makron), des Digraphen ου (ouoder u) und des einfachen υ (normalerweise y, in Diphthongen u; v. a. im englisch-amerikanischen Sprachraum auch generell als u) gibt es kleinere Unterschiede.

Die Umschrift des Neugriechischen wird nicht einheitlich gehandhabt, eine existierende ISO-Norm konnte sich bislang nicht durchsetzen. Zum Teil orientiert sich die Umschrift an der Aussprache, zum Teil am griechischen Schriftbild.

Weitere Zeichen

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Einige Zeichen aus dem phönizischen Alphabet existierten in bestimmten älteren Formen des griechischen Alphabets. Durch die Standardisierung des Alphabets wurden sie abgeschafft. Die Buchstaben Digamma, Koppa und Sampi blieben aber als Zahlenzeichen bestehen.

  • Das Digamma (δίγαμμα, Ϝ ϝ) ging wie das Ypsilon aus dem phönizischen Waw hervor und bezeichnete ursprünglich den Laut [w] (wie in englisch water). Als dieser Laut in den meisten Dialekten wegfiel, wurde das Zeichen überflüssig. Die Bezeichnung Digamma („Doppelgamma“) ist jünger und bezieht sich auf die Form, die wie zwei aufeinander gelegte Gammas (Γ) aussieht.
  • Das San (Ϻ ϻ) entsprach dem phönizischen Zade. Es stand meistens für [s], wurde aber schon früh durch das Sigma ersetzt. Im arkadisch-kyprischen Dialekt hatte es den Lautwert [ts].
  • Das Koppa (κόππα, Ϙ ϙ) entsprach dem phönizischen Qoph, das den semitischen [q]-Laut bezeichnete. Im Griechischen wurde das Koppa anfangs für [k] vor [o] oder [u] verwendet.
  • Der Ursprung des Sampi (Ͳ ͳ) ist nicht eindeutig geklärt, es könnte vom San abstammen. Der genaue Lautwert ist nicht sicher erschließbar, Möglichkeiten sind [ss] oder [ks].

Infolge der Übernahme des griechischen Alphabets für andere Sprachen wurde ein Zeichen ergänzt, dessen Lautwert es im Griechischen nicht gab:

Moderne Zeichen

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Im 19. Jahrhundert wurde aus dem lateinischen Alphabet das kleine j unter dem aus dem Deutschen entlehnten Namen Jot (griechisch γιοτ giot) zur Darstellung innerhalb griechischer Wörter im wissenschaftlichen Kontext übernommen, um vor allem in frühaltgriechischen und protogriechischen Texten das Phonem /j/ in Abgrenzung zum vokalischen /i/ wiedergeben zu können.

Im Unicode-Block Griechisch und Koptisch wurden diesem Buchstaben die Positionen U+037F und U+03F3 zugewiesen.

Ligaturen

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<figure>[2]<figcaption>Text von 1821 (Konstantinos Nikolopoulos) mit den genannten drei Ligaturen</figcaption></figure>

Des Weiteren gibt es Ligaturen aus byzantinischer Zeit. Diese wurden in der Minuskel-Handschrift entwickelt, und im frühen Buchdruck wurden einige von ihnen weiterverwendet. Heute sind jedoch nur noch drei von ihnen gebräuchlich:

  • das Stigma (Ϛ ϛ), zusammengesetzt aus Sigma und Tau
  • die Verbindung aus Omikron und Ypsilon als Ersatz für die häufig benötigte Vokalverbindung „ου“ mit dem Lautwert /u/ (Ȣ ȣ, in moderner Typografie auch Ʊ ʊ)
  • die Ligatur für „και ke“ (Ϗ ϗ), deutsch „und“, gebräuchlich analog zum „Kaufmanns-Und“ (&).
  • Beispiele für byzantinische handschriftliche Ligaturen
  • -εῖ-
    (-ei-)
  • -γερ-
    (-ger-)
  • καὶ
    (kai)
  • -μω-
    (-mō-)
  • -ος
    (-os)
  • οὖν
    (oûn)
  • φησὶ
    (phēsi)

Spiritus und Akzente

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→ Hauptartikel: Polytonische Orthographie

<figure>[10]<figcaption>Beispiel für die Glyphe Ͱ für [h] am Beispiel ἭΡΑ (Hera)</figcaption></figure>

Als der Buchstabe H, der ursprünglich für [h] stand, den Lautwert [​[⁠ɛː⁠]​] erhielt, entwickelte man durch Halbierung des H das Zeichen Ͱ (Heta), um weiterhin den [h]-Laut wiedergeben zu können. Später entwickelte sich daraus der Spiritus asper, ein diakritisches Zeichen, das wie ein hochgestelltes kleines c aussieht und über dem anlautenden Vokal steht. In Analogie zum Spiritus asper wurde später der Spiritus lenis, der die Form eines spiegelverkehrten Spiritus asper hat, für einen vokalischen Anlaut ohne [h] entwickelt.

Beispiele:

  • Spiritus asper (῾): ὕδωρ hydōr („Wasser“), ῥυθμός rhythmos („Rhythmus“), Ἕλλας Hellas („Griechenland“)
  • Spiritus lenis (᾽): ἐγώ egō („ich“), Ἔρως Erōs („Liebe“)

Das Altgriechische verfügte über einen musikalischen Akzent mit drei verschiedenen Tönen. Diese können bedeutungsunterscheidend sein, z. B. bedeutet pan mit steigend-fallendem Ton „alles“, während dasselbe Wort im steigenden Ton der Name des Gottes Pan ist. Der musikalische Akzent wandelte sich schon in hellenistischer Zeit zu einem dynamischen Akzent, wie er im Deutschen und den meisten anderen europäischen Sprachen vorkommt. Um die antiken Texte weiterhin korrekt aussprechen zu können, entwickelte man drei Zeichen als Bezeichnung der Töne:

  • der Akut, griechisch Oxeia, (´) für den Hochton, Beispiel: Διοτίμα Diotíma
  • der Gravis, griechisch Bareia, (`) für den Tiefton, Beispiel: καὶ αὐτὸς τιμῶ kaì autòs timô („auch ich selbst ehre“)
  • der Zirkumflex, griechisch Perispomenē, (῀) für den Steig- und Fallton, Beispiel: Φαῖδρος Phaîdros

Im modernen Griechisch (das keinen h-Laut mehr hat und auch keine Töne mehr kennt) wurden diese Akzente und Spiritus 1982 abgeschafft. Die Akzente wurden durch ein einziges Zeichen, den Tonos (τόνος) ersetzt, der heute in mehrsilbigen Wörtern die betonte Silbe kennzeichnet.[Anm. 1] Dieses vereinfachte System wird „monotonisch“ (μονοτονικό monotoniko) genannt; hin und wieder wird jedoch noch das alte, „polytonische“ Akzentsystem (πολυτονικό polytoniko) inklusive Spiritus verwendet – sowohl in literarischen Produktionen als auch in privaten Alltagstexten.

Anmerkung

  1. Im Unicode-Standard gibt es zwar zwei unterschiedliche allein stehende Zeichen für griechischen Akut sowie Tonos (U+0384) und lateinischen Akut (U+00B4), aber nur ein vereinheitlichtes kombinierendes Zeichen(U+0301), das für beide Schriftsysteme verwendet werden darf.

Weitere diakritische Zeichen

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Das Trema (¨) zeigt im Altgriechischen an, dass zwei Vokale keinen Diphthong bilden, sondern in zwei Silben gesprochen werden. So wird Ἀτρεΐδης („Atride, Sohn des Atreus“) viersilbig als Atre-idēs gesprochen. Im Neugriechischen kennzeichnet das Trema die getrennte Aussprache eines der Digraphen (οϊ, οϋ, αϊ, εϊ), z. B. das „Boot“ καΐκι, sprich [ka'iki], wäre ohne Trema [kɛki].

In den Langdiphthongen ēi, ōi und āi verstummte das i bereits früh. Ab dem 12. Jahrhundert wurde es als Iota subscriptum („untergeschriebenes Iota“) unter den vorangehenden Vokal gesetzt, Beispiel: τῇ statt τηῖ (tē „der“, Dativ des bestimmten femininen Artikels). Bei Großbuchstaben wird das Iota meist als Iota adscriptum („dazugeschriebenes Iota“) neben den vorangehenden Vokal gesetzt, Beispiel: Ἅιδης, sprich Hādēs („Hades, Unterwelt“). Im Neugriechischen wurde das Iota subscriptum im Zuge der Reform von 1982 abgeschafft.