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schottischer Ritus (A.A.S.R.)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Schottischer Ritus (A.A.S.R.)

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Albert Pike (1809–1891) als „Souveräner Großkommandeur“

Das Hochgradsystem des Alten Angenommenen Schottischen Ritus (A.A.S.R.) beinhaltet folgende Grade (die Bezeichnungen folgen weltweit meist der Tradition der Südlichen Jurisdiktion der Vereinigten Staaten, von welcher die Bezeichnungen der Nördlichen Jurisdiktion der Vereinigten Staaten bisweilen abweichen)
(Johannisgrade: 1° Lehrling – 2° Geselle – 3° Meister):

Hochgrade:

  • Perfektionsgrade:
    4° Geheimer Meister – 5° Vollkommener Meister – 6° Geheimer Sekretär – 7° Vorsteher und Richter – 8° Intendant der Gebäude – 9° Auserwählter Meister der Neun – 10° Erlauchter Auserwählter der Fünfzehn – 11° Erhabener Auserwählter Ritter – 12° Großarchitekt – 13° Meister vom Königlichen Gewölbe – 14° Auserwählter Maurer
  • Kapitelgrade:
    15° Ritter vom Osten oder Ritter vom Schwert – 16° Meister von Jerusalem – 17° Ritter vom Osten und Westen – 18° Ritter vom Rosenkreuz
  • Philosophische oder Areopag-Grade:
    19° Hoher Priester oder Erhabener Schotte – 20° Obermeister der Symbolischen Logen – 21° Noachite oder Preußischer Ritter – 22° Ritter der Königlichen Axt – 23° Meister des Allerheiligsten – 24° Obermeister des Allerheiligsten – 25° Ritter der Ehernen Schlange – 26° Schottischer Trinitarier – 27° Obermeister des Tempels – 28° Sonnenritter – 29° Groß-Schotte des Heiligen Andreas – 30° Ritter Kadosch
  • Konsistorialgrade:
    31° Groß-Richter – 32° Meister des Königlichen Geheimnisses
  • Grad des Obersten Rates:
    33° General-Inspektor

Tatsächlich bearbeitet werden in Deutschland (wie auch in den meisten anderen Jurisdiktionen) die Grade 4° (Geheimer Meister), 14° (Auserwählter Maurer), 18° (Ritter vom Rosenkreuz), 30° (Ritter Kadosch), 32° (Meister des Königlichen Geheimnisses) und 33° (General-Inspektor), die anderen Grade werden nur durch „Mitteilung“ verliehen (z. B. der 15. bis 17. Grad anlässlich der Erteilung des 18. Grades). Insbesondere in den Vereinigten Staaten ist man bemüht, auch die Zwischengrade tatsächlich zu bearbeiten, wobei jene Brüder, die den Grad schon früher durch „Mitteilung“ erteilt bekamen, eingeladen sind, der tatsächlichen Bearbeitung des Grades (welche in amerikanischen Ateliers geradezu den Charakter einer „Aufführung“ haben kann – man spricht auch davon „to stage a degree“) beizuwohnen. Der Oberste Rat, dem nur einige Brüder des 33. Grades angehören, dient administrativen Zwecken. In vielen Ländern gibt es seit 1929 ein sogenanntes Konkordat mit der Großloge von England. Es gibt jedoch Staaten, in denen der AASR auch die blauen Grade 1 bis 3 bearbeitet. Dies ist beispielsweise in ganz Südamerika der Fall.

Der A.A.S.R. ist angeblich das weltweit am weitesten verbreitete Hochgradsystem der Freimaurerei. Wer sich entschließt, im Schottischen Ritus zu arbeiten, muss für Studium und Ritualarbeiten viel Zeit einplanen. Es bestehen in Deutschland Besuchsabkommen mit den weiterführenden Graden der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ und des Schwedischen Lehrsystems der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland.

Inhalte

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Die Inhalte der einzelnen Grade des A.A.S.R. lenken die Aufmerksamkeit auf gewisse Teilaspekte des freimaurerischen Gedankenguts, wie Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Diese Werte werden durch die reiche Symbolsprache des Systems vermittelt, welche unterschiedlicher Herkunft ist, wie schon die Namen der Grade andeuten. Vor allem Ritterlichkeit spielt eine zentrale Rolle.

Wie auch in den blauen Graden wird Wert auf Zahlensymbolik gelegt. Etwa die sieben Kardinaltugenden oder die sieben Stufen des Lebens. Es soll vermittelt werden, dass man sich philosophischen Wahrheiten nur in Stufen nähern kann und, um sie erkennen zu können, alle unnützen Belastungen ablegen muss.

Der A.A.S.R. vermittelt ethische Werte, indem der Freimaurer lernt, seine Erkenntnisse aus der „profanen“ Welt mit den geistigen Inhalten des Ordens zu verbinden, um das Zusammenleben der Menschen zu verbessern und die Zukunft dahingehend zu gestalten.

Organisation

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Für einzelne Länder existieren sog. Oberste Räte, welche die Ateliers in sich vereinigen. Letztere sind in fünf Abteilungen unterteilt:

  • Perfektionslogen (4. bis 14. Grad)
  • Kapitel (15. bis 18. Grad)
  • Areopage (19. bis 30. Grad)
  • Konsistorien (31. und 32. Grad, in manchen Staaten existiert für den 31. Grad auch eine eigene Abteilung, „Tribunal“ genannt)
  • Oberster Rat (33. Grad)

Geschichte

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Der A.A.S.R. wurde 1801 in Charleston, West Virginia (USA), gegründet. Die Legende, er wäre von Friedrich dem Großen ins Leben gerufen worden, lässt sich nicht historisch belegen. 1804 wurde der erste europäische Oberste Rat durch Graf de Grasse-Tilly (Oberster Rat von Frankreich) eingesetzt. In Deutschland, der damaligen Weimarer Republik, wurde der A.A.S.R. durch das Atelier „Labor“ des Obersten Rates von Österreich im Jahre 1930 gestiftet.