Naturrecht
Naturrecht (lateinisch ius naturae, aus ius ‚Recht‘ und natura ‚Natur‘; auch lateinisch ius naturale, natürliches Recht; seltener überpositives Recht) ist in der Rechtsphilosophie die Bezeichnung für ein universell gültiges Ordnungsprinzip, dessen Grundannahme die Idee bezeichnet, dass aus der Natur des Menschen die Normen des menschlichen Zusammenlebens zu begründen sind. Naturrecht ist nicht naturethisch als „Recht der Natur“ zu verstehen, denn im Mittelpunkt steht der Werte bildende Mensch mit seinen Naturanlagen.
Die Frage der Umsetzung apriorischer Ideen zu rechtschaffenem Tun, Wahrheit, Gutem und Schönem, die im Zeitalter der Aufklärung zur Formulierung naturrechtlicher Vertragstheorien führte, wurde bereits in der Philosophie der griechischen Antike aufgeworfen. Platon und Aristoteles argumentierten zudem, dass es des Mediums der Vernunft bedürfe, diese Werte für den Menschen urbar zu machen, insbesondere auch gegenüber Trieben und Begierden zu schützen und Balance zu schaffen. Die Sophisten stellten diesen essentialistischen Ansätzen nominalistischeRechtsprinzipien entgegen.
Das neuzeitliche und moderne Naturrecht wurde maßgeblich von den Aufklärungsphilosophen Hobbes, Locke und Rousseau beeinflusst. Für die heutige Rezeption erlangte das Naturrecht im Wechsel des 18. auf das 19. Jahrhundert Bedeutung im vom Menschen gesetzten Recht, dem positiven Recht. Für dieses steht eine Mehrzahl von bedeutenden Kodifikationen, etwa das preußische Landrecht, der Code civil oder das österreichische Bürgerliche Recht. Als höchstrangige Rechtsquelle dienen sie zur Legitimierung rechtlicher Anschauungen.
In einem engeren Sinne verwenden die Moralphilosophie und die Theologie das Naturrecht als Maßstab für diejenigen Prinzipien, aus denen die Sollsätze und die Bestimmung der Gerechtigkeit für ein naturgegebenes Miteinander abgeleitet werden. Der Rechtspositivismus vertritt dagegen die Auffassung, dass verfassungsmäßig zustande gekommenes Recht keine höhere Begründung braucht.
Während Naturrecht über die römische Republik hinaus bis in die klassische Zeit der Kaiser in Rom kaum Bedeutung hatte, gewann es in der nachklassischen Zeit Gewicht und setzte sich neben das ius gentium beziehungsweise nahm seine Stelle ein. Die katholische Kirche hält bis ins 21. Jahrhundert am Begriff Naturrecht fest.
Die säkularen rechtsphilosophischen Ausprägungen des Naturrechts, die nicht aus religiösen Grundwerten hergeleitet sind, sondern von der Erkennbarkeit durch menschliche Vernunft, werden als Vernunftrecht bezeichnet.
Dem Begriff des Naturrechts liegt begrifflich aus der Antike herrührend die Überzeugung zugrunde, dass „die Normen des menschlichen Zusammenlebens durch die Natur des Menschen begründet werden können und müssen.“[1] Dieses umfasst sowohl unstrittige Rechtsgrundlagen (Prämissen) in der Tradition antiker Philosophen wie Heraklit, der Sophisten, Aristoteles und Platon, die aus einer Idee einer objektiven oder absoluten Wahrheit herstammen,[2] als auch die Vorstellung, jeder Mensch sei „von Natur aus“ (also nicht durch Konvention) mit unveräußerlichen Rechtenausgestattet – unabhängig von Geschlecht, Alter, Ort, Staatszugehörigkeit oder der Zeit und der Staatsform, in der er lebt.[3] Natur wird dabei als Merkmal des „Wesens“ des Menschen verstanden, nicht etwa als „Rechte der Natur“ im naturethischen Sinne. Insoweit ist die Naturrechtsidee eng mit der Idee der Menschenrechte verbunden.[4] Die Naturrechte werden demnach als vor- und überstaatliche „ewige“ Rechte angesehen. Die Idee des antiken Naturrechts entsteht bei Heraklit, Platon und Aristoteles gleichwohl über eine einheitliche Betrachtungsweise, die Koinzidenz menschlicher Natur (Physis) und menschengemachter Gesetze (Nomos). Verankert sind Physis und Nomos im Logos, mithin der göttlichen Einheit der Weltgesetze. Hieraus leiten sich die Gesetze der Natur und der Vernunft ab, welche die Gesetze für gemeinschaftliches Zusammenleben aufstellt.[5]
Daneben gibt es eine Auffassung von Naturrecht als „Recht des Stärkeren“.[6] Unter der Voraussetzung der Gemeinnützigkeit bedeutete dies, dass gleiche Rechte den Sieg der besseren Leistung über angestammte Berechtigungen ermöglichen sollten. Im Sozialdarwinismus und Faschismus hat sich daraus allerdings ein paradoxes„angestammtes Recht der besseren Leistung“ ergeben – ähnlich wie zuvor beim Gottesgnadentum die „von Gottes Gnaden erwirkte“ Legitimation der nicht anzutastenden Monarchenposition aufgefasst worden war.
Die Berufung auf überpositives Recht geht davon aus, dass bestimmte Rechtssätze unabhängig von der konkreten Ausgestaltung durch die Rechtsordnung „schlechthin“ Geltung beanspruchen und somit durch einen positiven Akt der Rechtsetzung weder geschaffen werden müssen noch außer Kraft gesetzt werden können.
Fragestellungen des Naturrechts haben sich von alters her auf Aspekte konzentriert, mit denen sich sowohl Rechtsphilosophie als auch Philosophie und Theologie befassen. Das Naturrecht als wesentliches Teilgebiet der Rechtsphilosophie bildet eine der Grundlagen der Rechtswissenschaft, die im Sinne eines Vernunftnaturrechts beispielsweise versucht „Gebote der Moral“ zu formulieren[7] oder kritische Standards des geltenden Rechts zu schaffen, indem Widersprüche zum menschlich gesetzten Recht charakterisiert werden.[8][9]
Ferner ist das Naturrecht als Maßstab und Korrektiv des positiven Rechts zu verstehen. Diese Auffassung vertritt auch die römisch-katholische Kirche.[10]
In der neuzeitlichen Tradition, die sich entschieden als „nachchristlich“ präsentiert, wird bei der Begriffsbestimmung allein auf die menschliche Vernunft abgestellt.[11]
Die im Naturrecht gelehrten Rechtsprinzipien werden unterschiedlichen, aber immer vom Menschen nicht beeinflussbaren Quellen zugesprochen. Als Beispiele seien genannt:
- Gott oder eine bestimmte Gottheit, der die Rechtsprinzipien bei der Schöpfung geschaffen hat,
- der als göttliches Gesetz gedeutete Logos, der die Welt ordnet und ihre Abläufe regelt,
- das in das menschliche Individuum eingeschriebene und wirkende Naturgesetz (Fähigkeit zur Selbsterkenntnisund Orientierung des Gewissens) im Unterschied zu den von den Menschen so definierten rein instinktiven Naturgesetzen des Tierreiches,
- bestimmte naturwissenschaftliche Notwendigkeiten, die sich in der Natur zeigen,
- die Natur als solche,
- die Vernunft.
Trotz der Möglichkeit, als Quelle des Naturrechts sowohl Gott als auch den Menschen anzusetzen, kann es nicht im Sinne der modernen Naturwissenschaft verworfen werden, sondern bildet einen Hauptgegenstand der Moral- und Rechtsphilosophie. Nach Johannes Messner besteht das für das Naturrecht als Hauptbasis angesehene (spezifisch menschliche) Naturgesetz „nicht in einem unveränderlich für alle Zeiten gleichen Moralkodex, vielmehr in den das vollmenschliche Sein bedingenden und den Menschen verpflichtenden Grundwerten oder Grundprinzipien, die nur in ihrem allgemeinen Gehalt unveränderlich und nur insoweit absolute Geltung besitzen, als sie dem unveränderlichen und selbst einen absoluten Wert darstellenden Grundwesen der Personnatur des Menschen entsprechen“.
Für den Rechtspositivismus sind nur solche Normen verbindlich, die durch einen rechtsetzenden Akt erlassen worden sind. Überpositives Recht allein – als ein Bestand moralischer Grundsätze – unterliegt dann aus Sicht der positivistischen Rechtslehre einerseits nicht dem Zugriff des positiven Rechts, hat aber andererseits auch keine Rechtswirksamkeit. Der Druck konsensfähiger Meinungen kann jedoch auf den Gesetzgeber Einfluss gewinnen, überpositive Grundsätze zum Gesetz (positives Recht) zu erheben.[77]
In bestimmten Rechtsgebieten liefert das Naturrecht die wesentliche Argumentationsgrundlage zur Bestimmung der unverfügbaren Mindestinhalte von Normen.[78] Besonders auffällig werden Verhaltensgebote oder -befehle, die den Menschenrechten oder dem Völkerrecht vorgegeben sind und über nationale positivistische Regelungen hinausgehen müssen. „Das Naturrecht ist dann jener Teil des menschlichen Naturgesetzes, der sich auf das gemeinschaftliche Leben bezieht“, denn erst wo Gemeinschaft, dort auch Recht, weshalb Johannes Messner es so definiert:
„Naturrecht ist Existenzordnung, Grundordnung des Existierens des Menschen als Mensch, im wahrsten und vollsten Sinn von ‚Existieren‘, die Ordnung, deren Forderungen ihm mit diesem Existieren in ihrem bestimmten Inhalt bewusst werden gemäß dem Prinzip, daß alle Erkenntnis durch die Erfahrung bedingt ist, auch die der Prinzipien der Rechtsvernunft als Teil der praktischen Vernunft. So erfasst, werden diese Forderungen von der voll entfalteten Vernunft in ihrer allgemeinen in sich gewissen Wahrheit und in ihrer allgemeinen verpflichtenden Geltung eingesehen.“
Die Idee des Naturrechts entstammt in gewissen Aspekten dem Theismus, der ein göttliches Gesetz annimmt, das sich auch als Naturrecht zeige. Mit dem Wegfall Gottes innerhalb eines naturalistischen Weltbildes ergibt sich für die Naturrechtstheorie die Frage, wie Rechtsnormen jenseits menschlicher Institutionen entstehen können, insbesondere Normen, die für alle Menschen unabhängig von ihrer Kultur gelten sollen. Gibt es hierauf keine befriedigende Antwort, dann ist Naturrecht tatsächlich eine falsch bezeichnete ethische Theorie; dann kann es auch nicht zutreffen, dass etwa Gerichte angesichts zutiefst ungerechter positiver Gesetze nicht nach diesen Gesetzen, sondern stattdessen nach grundlegenden Moralprinzipien urteilen sollten. Diese Deutung entspricht der Begriffsgeschichte. Bei Christian Wolff bezeichnet der Ausdruck Lex naturae einfach das Sittengesetz, die moralischen Pflichten sind officia naturalia.[79]
Am Anfang der Naturrechtskritik steht die Einsicht, dass schon das Wort Naturrecht vieldeutig ist.[80] Aus einer (angeblich) gottgestifteten Seinsordnung (so die katholische Naturrechtslehre), aus einem (angeblichen) Ur- oder Idealzustand der menschlichen Gesellschaft oder aus der „Natur des Menschen“ lasse sich als Naturrecht nur das herauslesen, was man zuvor als theologische oder moralische Prämissen hineingelegt habe. Solches normativ aufgeladene Naturrechtberuht also auf einem Zirkelschluss.[81] Wenn der Inhalt des Naturrechts hingegen nur allgemeingültige Sätze wie „Das Gute ist zu tun, das Böse zu lassen“ beinhaltet, liegt kein Zirkelschluss vor.
Die Vieldeutigkeit des Naturrechts hebt auf andere Weise auch Erik Wolf hervor. Er schreibt: „Im Laufe der neueren Zeit hat man den fürstlichen Absolutismus so gut wie die unmittelbare Demokratie, das jus majestatis so gut wie das jus revolutionis, das Recht auf Arbeit wie das Recht auf Zinsgenuss, den Individualismus wie den Kollektivismus, den Krieg wie den Frieden auf einen den Naturgesetzen entsprechenden Ur- oder Idealzustand begründet. So birgt die Naturrechtslehre in sich unvereinbare Widersprüche. Sie kann im guten Sinne gebraucht wie im bösen mißbraucht werden, je nachdem es der zugrunde gelegte, schillernde Begriff der ‚Natur‘ erlaubt.“[82] Helmut Thielicke pflichtet dem bei und meint, dass Wolf „mit Recht darauf aufmerksam [macht], daß ein auf die Vernunft sich stützendes Naturrecht nicht in der Lage sei, Einheitlichkeit zu begründen und eine sichere Grundlage für das Recht zu bieten.“[83]Dass das Naturrecht vieldeutig ist, ist auch daraus ersichtlich, dass die Sklaverei, die nach heutigem Verständnis wohl den gravierendsten Bruch der Menschenrechte darstellt, von der griechisch-römischen Antike bis ins 19. Jahrhundert naturrechtlich begründet wurde.[84]
- Heraklit (Vordenker)
- Platon
- Aristoteles
- Marcus Tullius Cicero
- Seneca
- Thomas von Aquin
- Francisco de Vitoria
- Dominico de Soto
- Johann Oldendorp
- Schule von Salamanca (Übergang zur Neuzeit)
- Johannes Althusius
- Francisco Suárez
- Jean Barbeyrac
- Hugo Grotius
- Thomas Hobbes
- John Locke
- Samuel von Pufendorf
- Christian Thomasius
- Christian Wolff
- Gottfried Achenwall
- Adam Friedrich von Glafey
- Nicolaus Hieronymus Gundling
- Johann Christoph Hoffbauer
- Ludwig Höpfner
- Immanuel Kant
- Karl Anton von Martini
- Jean-Jacques Rousseau
- Adam Smith
- John Adams
- Anton Bauer
- Gottlieb Hufeland
- Johann Adam von Ickstatt
- Thomas Jefferson
- Wilhelm Traugott Krug
- James Madison
- Johann Christian Friedrich Meister
- Lysander Spooner
- Franz von Zeiller
- Gustav Radbruch[85]
- Robert Alexy
- Emídio Brasileiro
- Ronald Dworkin
- Benedikt XVI.
- Robert Spaemann
- Hans-Hermann Hoppe
- Johannes Messner
- Oliver O’Donovan
- Ayn Rand
- Murray Rothbard
- Carl Schmitt[86]
- Leo Strauss
- Wolfgang Waldstein
- Eric Allen Engle
- Jeremy Bentham
- Gustav Radbruch (bis 1933 – allerdings strittig)
- Hans Kelsen
- Alf Ross
- Peter Stemmer
- Ernst Topitsch
- Reinhold Zippelius
- Karl Barth
- H. L. A. Hart
- Norbert Hoerster
- Naturzustand
- Naturrechtstheorie (Eigentumstheorie)
- Ernst-Wolfgang Böckenförde, Franz Böckle: Naturrecht in der Kritik. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1973, ISBN 3-7867-0390-6.
- Franz Böckle (Hrsg.): Das Naturrecht im Disput. 3 Vorträge beim Kongress der Deutschsprachigen Moraltheologen 1965 in Bensberg. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1966, DNB 457671343.
- Franz Böckle, Ludwig Bertsch: Der umstrittene Naturbegriff. Person – Natur – Sexualität in der kirchlichen Morallehre. In: Schriften der Katholischen Akademie in Bayern. Band 124. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1987, ISBN 3-491-77687-2.
- Ernst Bloch: Naturrecht und menschliche Würde. In: Gesamtausgabe der Werke. Band 6. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1961.
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- Reinhold Zippelius: Rechtsphilosophie. 6. Auflage. § 12, C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61191-9.
- Reinhold Zippelius: Geschichte der Staatsideen. 10. Auflage. C.H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49494-3.
- Christian Machek: Die Rückkehr zu den Ursprüngen der politischen Philosophie. Die katholische Soziallehre, Leo Strauss und Eric Voegelin als Repräsentanten des klassischen Naturrechts in der Auseinandersetzung mit dem modernen Denken. Schöningh, Paderborn [u. a.] 2012, ISBN 978-3-506-77548-1 (zugleich Dissertation, Universität Wien).
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- Lysander Spooner: Natural Law; or The Science of Justice. In: lysanderspooner.org. Archiviert vom am 2. Januar 2002 (englisch).
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- Moritz Findeisen: Wie das Naturrecht zur moralischen Allzweckwaffe der Kirche wurde. In: katholisch.de.28. Oktober 2020.
Enzlnchwse
[✐ | ✎]- ↑ Zitat Naturrecht, naturphilosophie.org, abgerufen am 27. Januar 2015.
- ↑ Zurechnungsposition bei Platon ist Eidos (Idee), dazu eingehend Johann Sauter: Die philosophischen Grundlagen des Naturrechts.Wien 1932, S. 13 ff.; Zurechnungsposition bei Aristoteles ist Telos (Ziel, Zweck, praktische Vernunft), dazu eingehender Joachim Ritter: ‚Naturrecht‘ bei Aristoteles. Stuttgart/Berlin/Köln 1961, S. 14 ff.
- ↑ Diese Zurechnungsposition geht vornehmlich auf die Sophistik zurück, vgl. Erik Wolf: Griechisches Rechtsdenken. Band II. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1952, S. 103 ff.; 134 ff.
- ↑ Fabian von Rabenau: Das Naturrecht der Gegenwart und die Unverfügbarkeit des Rechts. Eine Analyse über den Stellenwert des Naturrechtsdenkens in der aktuellen Rechtswissenschaft. 1. Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 2022, ISBN 978-3-428-18560-3, S. 216 ff.
- ↑ Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) e. V.
- ↑ Erik Wolf: Griechisches Rechtsdenken. Band IV.2. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1970, S. 197 ff.
- ↑ Jan Schröder: Naturrecht bricht positives Recht in der Staatstheorie des 18. Jahrhunderts?. In: Dieter Schwab, Dieter Giesen, Joseph Listl, Hans-Wolfgang Strätz (Hrsg.): Staat, Kirche, Wissenschaft in einer pluralistischen Gesellschaft. Festschrift für Paul Mikat. Berlin 1989, S. 419–433.
- ↑ Florian Rödl: Zur Kritik rechtspositivistischer Menschenrechtskonzeption. In: Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch (Hrsg.): Die Begründung der Menschenrechte. Kontroversen im Spannungsfeld von positivem Recht, Naturrecht und Vernunftrecht.Perspektiven der Ethik 11, Mohr Siebeck, Tübingen 2017, ISBN 978-3-16-154057-8, S. 29–42.
- ↑ a b Fabian Wittreck: Naturrecht und die Begründung der Menschenrechte. In: Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch (Hrsg.): Die Begründung der Menschenrechte. Kontroversen im Spannungsfeld von positivem Recht, Naturrecht und Vernunftrecht. Perspektiven der Ethik 11, Mohr Siebeck, 2017, S. 43–46.
- ↑ Zusammenfassend Alexander Hollerbach: Das christliche Naturrecht im Zusammenhang des allgemeinen Naturrechtsdenkens. In: Ernst-Wolfgang Böckenförde, Franz Böckle: Naturrecht in der Kritik. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1973, S. 9–38.
- ↑ Hasso Hofmann: Von den Ursprüngen deutschen Rechtsstaatsdenkens in der nachchristlichen Sozialphilosophie – Eine Erinnerung an Hugo Grotius (1583–1645) und Samuel von Pufendorf(1632–1694). In: Hasso Hofmann: Recht – Politik – Verfassung.Frankfurt am Main 1986, S. 74–84 (insb. 82–84).
- ↑ Helmut Coing: Europäisches Privatrecht. Band 1: Älteres Gemeines Recht (1500–1800). München 1985, S. 72–75; Band 2: Europäisches Privatrecht 1800–1914. München 1989, S. 24.
- ↑ W. K. Guthrie: Die griechischen Philosophen von Thales bis Aristoteles. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1950, S. 55.
- ↑ a b Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Beck, München 2006, S. 144–148.
- ↑ Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Band 1. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-596-26135-X, S. 146.
- ↑ Anthropos physei politikon zoon esti, Aristot. Pol. 1253a1-11; Uwe Wesel weist in diesem Zusammenhang auf die häufige Fehlübersetzung hin, dass politikos nicht politisch sondern staatlichheißt.
- ↑ Hans Welzel: Naturrecht und materiale Gerechtigkeit. 4. Auflage, Göttingen 1962, S. 12 ff.; Helga Scholten: Die Sophistik. Eine Bedrohung für die Religion und Politik der Polis? Berlin 2003, S. 206 ff., 228 ff.
- ↑ Phillip Mitsis: The Stoics and Aquinas on virtue and natural law. In: The Studia Philonica Annual 15 (2003), S. 35–53.
- ↑ Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch: Die Begründung der Menschenrechte: eine Skizze der gegenwärtigen Debatte.In: Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch (Hrsg.): Die Begründung der Menschenrechte. Kontroversen im Spannungsfeld von positivem Recht, Naturrecht und Vernunftrecht. Perspektiven der Ethik 11, Mohr Siebeck, 2017, S. 1 ff. (17).
- ↑ Titus Livius, Ab urbe condita 3,31,8.
- ↑ Titus Livius, Ab urbe condita 3,32,4. Zu den Erweiterungen um zwei weitere Tafeln vgl. Livius, Ab urbe condita3,34,6–7; 3,37,4.
- ↑ Vgl. hierzu Ulrich Manthe: Geschichte des römischen Rechts(= Beck’sche Reihe 2132). Beck, München 2000, ISBN 3-406-44732-5, S. 40 f.
- ↑ a b Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht.Böhlau, Wien 1981 (9. Auflage 2001) (Böhlau-Studien-Bücher), ISBN 3-205-07171-9, S. 30 (63, 67).
- ↑ Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Beck, München 2006, S. 199–202 (202).
- ↑ Übersetzung von Johannes Mewaldt in Epikur: Philosophie der Freude. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1973, ISBN 3-520-19805-3, S. 61 f., dort auch die Fußnote über den Bezug des 33. Hauptlehrsatzes auf Platons Ideenlehre.
- ↑ Cicero, De legibus I, de natura hominis et iuris et civitatis (Cic. Leg. 1, 15–30): De institutis rerum publicarum ac de optimis legibus, übersetzt: Die Herleitung des Rechts aus der Natur (des Menschen).
- ↑ Max Kaser: Römische Rechtsquellen und angewandte Juristenmethode. In: Forschungen zum Römischen Recht.Band 36. Böhlau, Wien/Köln/Graz 1986, ISBN 3-205-05001-0, S. 38 f.
- ↑ Rhetorica ad Herennium 2, 10, 14 und 2, 13, 19.
- ↑ Reinhold Zippelius: Geschichte der Staatsideen. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49494-3, S. 56.
- ↑ De Civitate Dei, 2. Buch, Kap. 21 in deutscher Übersetzung (online).
- ↑ a b c Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Beck, München 2006, ISBN 3-406-47543-4, S. 321 f.
- ↑ Thomas von Aquin: Summa theologica. Die deutsche Thomas-Ausgabe (lat./dt.). Graz/Wien/Köln 1933 ff.; I, II 91,2 (participatio legis aeternae in rationali creatura).
- ↑ Thomas von Aquin: Summa theologica. Die deutsche Thomas-Ausgabe (lat./dt.), Graz/Wien/Köln 1933 ff.; I, II 93,1 (ratio divinae spietiae secundum quod es directiva Omnium actuum et motionum).
- ↑ Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch: Die Begründung der Menschenrechte: eine Skizze der gegenwärtigen Debatte.In: Margit Wasmaier-Sailer, Matthias Hoesch (Hrsg.): Die Begründung der Menschenrechte. Kontroversen im Spannungsfeld von positivem Recht, Naturrecht und Vernunftrecht. Perspektiven der Ethik 11, Mohr Siebeck, 2017, S. 121–125 (123).
- ↑ Thomas von Aquin: Summa theologica. Die deutsche Thomas-Ausgabe (lat./dt.). Graz/Wien/Köln 1933 ff.; I, II 93,2 (quod legem aeternam nullus potest cognoscere secundum quod in seipsa est).
- ↑ a b c Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Beck, München 2006, S. 374–381.
- ↑ Diethlem Klippel: Naturrecht / Rechtsphilosophie. In: Heinz Thoma (Hrsg.): Handbuch Europäische Aufklärung: Begriffe, Konzepte, Wirkung. Springer, 2015, S. 375.
- ↑ Montaigne: Essais. Zweites Buch. Übers. von Hans Stilett, Frankfurt 1998, S. 381.
- ↑ Montaigne, Essais. Zweites Buch. 1998, S. 382.
- ↑ Grotius-Zitate aus: De iure belli ac pacis (Über das Recht in Krieg und Frieden), 1625, zitiert nach Reinhold Zippelius, Geschichte der Staatsideen. München 1971, ISBN 3-406-49494-3, S. 126 f.
- ↑ Dominik Recknagel: Einheit des Denkens trotz konfessioneller Spaltung. Parallelen zwischen den Rechtslehren von Francisco Suárez und Hugo Grotius (= Treffpunkt Philosophie. Band 10). Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, S. 102.
- ↑ Vgl. Thomas Hobbes: De Cive; Textausgabe: Elementorum Philosophiæ: sectio tertia; de cive. Paris 1642.
- ↑ Samuel von Pufendorf: De iure naturae et gentium (Über das Natur- und Völkerrecht), 1672; derselbe: De Officio Hominis et Civis prout ipsi praescribuntur Lege Naturali. 1673.
- ↑ H. Hohlwein: Pufendorf, Samuel Freiherr von. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. 3. Auflage, Band V, 1961, Sp. 721.
- ↑ H. Hohlwein: Pufendorf, Samuel Freiherr von. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart 3. Band V, Sp. 721; Jeremy Waldron: God, Locke, and Equality. Cambridge University Press, 2002, ISBN 978-0-521-89057-1, S. 192.
- ↑ Jeremy Waldron, God, Locke, and Equality, S. 97, 101, 155, 192, 194, 196, 207, 208, 217, 230.
- ↑ Jeremy Waldron, God, Locke, and Equality, S. 22 ff.
- ↑ Franz Wieacker: Privatrechtsgeschichte der Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Entwicklung.Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1952; 2. Auflage 1967, S. 322 ff.
- ↑ Hans Schlosser: Grundzüge der neueren Privatrechtsgeschichte. 5. Auflage, UTB, Stuttgart 1985, S. 74 ff.
- ↑ Dietmar Willoweit: Das Rechtsstudium – Bildung mit Praxisbezug? – Wider den Provinzialismus der deutschen Juristenausbildung. In: Winfried Böhm, Martin Lindauer (Hrsg.): „Nicht Vielwissen sättigt die Seele“. Wissen, Erkennen, Bildung, Ausbildung heute (= 3. Symposium der Universität Würzburg). Ernst Klett, Stuttgart 1988, ISBN 3-12-984580-1, S. 229–243, hier S. 230 f.
- ↑ Immanuel Kant: Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre(= Klassiker auslegen. Band 19), hrsg. von Otfried Höffe. Akademie Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-05-003025-9, Einführung, S. 17 ff.
- ↑ Ursprünglich in den ersten Entwürfen hieß es noch: Recht auf „Leben, Freiheit und Eigentum“, nach John Locke – später für die endgültige Fassung wurde von Jefferson property noch durch pursuit of happiness ersetzt.
- ↑ Vgl. hierzu Eintrag zu Naturrecht im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
- ↑ Naturrecht. In: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre: publiclaw.at Glossar.
- ↑ a b Die §§ 16 und 17 gehen auf Karl Anton von Martini zurück. Angabe in Heinz Barta: Karl Anton von Martinis bleibende Bedeutung für die österreichische und europäische Rechtswissenschaft.Vortragspublikation, o. D. (DOC-Datei, uibk.ac.at).
- ↑ a b c Wilhelm Brauneder: Europäische Privatrechtsgeschichte. Reihe Uni-Taschenbücher, Band 3487. UTB, 2014, ISBN 978-3-8252-3487-4, S. 117 f.; Zitat S. 17 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3. Auflage, Beck, München 2006, S. 453–457 (456).
- ↑ Etwa die auf Martini und J. von Azzoni zurückgehende Irrtums-Lehre bei Vertragsabschlüssen, vgl. Gregor Lässer, Martinis Rechtsphilosophie und das österreichische Privatrecht. Von Martinis „Lehrbegriff des Naturrechts“ (1762) zum ABGB (1811/12) (= Recht und Kultur 5). Lit Verlag, Wien 2008. Besprochen von Gunter Wesener. Auf: koeblergerhard.de, abgerufen am 27. Januar 2014; Heinz Barta: Zivilrecht – Grundriss und Einführung in das Rechtsdenken. Kapitel 5 E: Willensmängel – Irrtum, S. 330 ff. (online, uibk.ac.at).
- ↑ Digesten 50, 17, 206.
- ↑ Berthold Kupisch: Ungerechtfertigte Bereicherung, Geschichtliche Entwicklungen. Decker & Müller, Heidelberg 1987, ISBN 978-3-8226-2587-3, S. 30 ff.; vgl. auch Berthold Kupisch: Die Versionsklage: Ihre Entwicklung von der gemeinrechtlichen Theorie des 17. Jahrhunderts bis zum österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch.(Dissertation) C. Winter, Heidelberg 1965, S. 17.
- ↑ Larenz: Rechts- und Staatsphilosophie der Gegenwart. 2. Auflage. 1935, S. 150 ff.
- ↑ Zitiert nach Detlef Horster, Rechtsphilosophie. Reclam-Taschenbuch Nr. 20355. Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-020355-2, S. 72.
- ↑ Zum nationalsozialistischen Naturrechtsentwurf von Hans-Helmut Dietze: Fabian Wittreck, Nationalsozialistische Rechtslehre und Naturrecht. Affinität und Aversion. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149864-0, S. 37 ff.
- ↑ Fabian Wittreck: Nationalsozialistische Rechtslehre und Naturrecht. Affinität und Aversion. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, S. 52.
- ↑ W. Wertenbruch: Menschenrechte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart 3. Band IV, Sp. 869–870.
- ↑ Manfred Baldus: Kämpfe um die Menschenwürde. Berlin 2016, S. 26 ff.
- ↑ Lukas C. Gundling: Ein Naturrechtseinfluss auf das Grundgesetz? Eine kommentierte Rekonstruktion der Naturrechtsdiskussion im Parlamentarischen Rat. Stuttgart 2016, S. 86 ff.
- ↑ Vgl. Präambel GG.
- ↑ Schöbener/Knauff, Allgemeine Staatslehre, 4. Aufl., 2019, § 5 Rn. 124–127.
- ↑ BVerfGE 3, S. 225 ff.; 6, S. 132 ff.
- ↑ BGH, Urteil vom 3. November 1992 – 5 StR 370/92 – (BGHSt 39, 1) zur Strafbarkeit von Mauerschützen.
- ↑ Gustav Radbruch, Rechtsphilopsophie, 2. Aufl., Anhang 3, Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht.
- ↑ Aurelius Augustinus, De libero arbitrio – Der freie Wille (Über den freien Willen), I,11.
- ↑ Bis 1992 wurde sie seitens der Weltgesundheitsorganisation noch als Krankheit geführt, vgl. Bis wann führte die WHO Homosexualität als Krankheit?, Artikel auf Spektrum.de, abgerufen am 15. März 2015.
- ↑ Vgl. auch Christoph Seidler: Umstrittene „Therapie“: Katholische Ärzte wollen Homosexuelle mit Homöopathie kurieren, Spiegel Online, 1. Juni 2011.
- ↑ Matt Ridley, Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität.München 1995 (zuerst 1993).
- ↑ Reinhold Zippelius, Rechtsphilosophie. 6. Auflage, Beck, München 2011, § 6 VI.
- ↑ Fabian Wittreck: Die Radbruch’sche Formel als klassischer Text der Rechtsphilosophie – Teil 2. In: Ad legendum2008, S. 186–188; abweichend hierzu: Arthur F. Utz: Die Grundpositionen der Naturrechtstheorien. In: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 83 (1997), S. 307–315.
- ↑ Christiani Wolfii, Philosophia Practica Universalis, Methodo Scientifica Pertractata, pars prior, theriam complectens, qua omnis actionum humanarum differentia, omnisque juris ac obligationum omnium, principia, a priori demonstrantur.Frankfurt am Main/Leipzig 1738, Nachdr. durch Georg Olms Verlag, Hildesheim/New York 1971, §§ 129, 130, 135, 273.
- ↑ Reinhold Zippelius: Rechtsphilosophie. 6. Auflage, Beck, München 2011, § 12 I–IV.
- ↑ Reinhold Zippelius: Rechtsphilosophie. 6. Auflage, Beck, München 2011, § 12 VI.
- ↑ Erik Wolf, Rechtsgedanke und biblische Weisung. Furche-Verlag, Tübingen 1948, S. 17.
- ↑ Zit. nach Helmut Thielicke, Theologische Ethik. 1. Band, 2. Auflage, Verlag J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1958, S. 657 f.
- ↑ Heinz-Dietrich Wendland: Sklaverei und Christentum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. 3. Auflage, Band VI, 1962, Sp. 101–103.
- ↑ Nach 1933 eingeschränkt, vertrat er einen gemäß der Radbruchschen Formel für Extremsituationen korrigierten Positivismus.