Andere Form der Verfälschung
angelegt 14.05.2021
(Vortsetzung von: Alles dreht sich um die Essener-Taufe und um die Unzucht der Seele)
Und hier komme ich zu den eigentlichen Beweisen für die Authentizität des Essener-Evangeliums. Ich habe am Anfang erwähnt, dass der lange Vorspann nötig war, um die Vorgehensweise des Verfälschers des Essener-Evangeliums zu demonstrieren, damit der Leser diese Methodik erkennt. Der Verfälscher des Essener Evangeliums gab sich Mühe, praktisch jedes Thema aus dem Essener-Evangelium zu übernehmen und, einer bestimmten Absicht verfolgend, falsch im Neuen Testament wiederzugeben. Das gleichmäßige Verteilen der Täufer-Predigten in das Neue Testament führte dazu, dass die veränderte Form im Neuen Testament nach Motiv und mit derselben Strategie ein einziges Mal vorkam.
Hier einige Überschriften aus dem Neuen Testament, deren Quelle Bücher aus dem Essener Evangelium sind, die der Verfälscher umgeschrieben hat, um sie zu thematisieren und auszuräumen.
Der Missbrauch der Zungen. (vgl. oben)
Die Johannes-Offenbarung. (vgl. oben)
Die verborgenen Lehren der Essener.
Die Lehre des wahren Lehrers
Bei den folgenden Themen haben wir mit einer anderen Art der Verfälschung zu tun. Der Verfälscher wusste, dass das Essener Evangelium in bestimmte Themen aufgeteilt war:
zum Beispiel: das Geschenk der Zungen, das Geheime Evangelium der Essener. Er wollte nicht versäumen, auch in seiner Fälschung diese Botschaft des Esseners zu thematisieren.
Das Geschenk der Zungen ist ein Geschenk Gottes an diejenigen, die sieben Jahre konsequent nach der Lehre des Essener Täufers gelebt haben. Es ist die Fähigkeit über die Elemente oder über die Engel, zu verfügen. Die Engel sind ein zweischneidiges Schwert, sie können zerstören oder schützen. Sie können aber einem Wiedergeborenen keinen Schaden anrichten, denn sie schützen ihn. Der Essener Täufer sagt:
Und sieben Jahre lang wurden euch diese Worte nicht gegeben, denn der, der das Geschenk der Zungen benutzt, Reichtümer zu suchen oder seine Feinde zu beherrschen, der wird nicht länger ein Sohn des Lichts sein, sondern ein Kind des Teufels und eine Kreatur der Finsternis.
Der Verschwörer verändert den wahren Sinn der Metapher, indem er den „Missbrauch der Zungen“ aus dem Essener-Evangelium, in „Missbrauch der Sprache“ abändert. Er meint dies im Sinne von Schmähung, üble Nachrede, Verleumdung usw. und arrangiert es in dem Brief (Jak 3,1-5).
Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisset, daß wir ein schwereres {W. größeres} Urteil {O. Gericht} empfangen werden; denn wir alle straucheln oft. {O. viel, in vieler Hinsicht} Wenn jemand nicht im Worte strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln. Siehe, den Pferden legen wir die Gebisse in die Mäuler, damit sie uns gehorchen, und lenken ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, die so groß sind, und von heftigen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin irgend der Trieb des Steuermanns will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Wald {O. Holzstoß} zündet es an!, welch ein Feuer zündet welch einen Wald an. (Jak 3,15)
Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern gesetzt, {O. stellt sich dar} als die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Natur {O. des Lebens, des Daseins} anzündet und von der Hölle angezündet wird. Denn jede Natur, sowohl der Tiere als auch der Vögel, sowohl der kriechenden als auch der Meertiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Natur; die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen: sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr preisen {O. segnen} wir den Herrn und Vater, {O. und den Vater} und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde {O. Gleichnis} Gottes geworden sind. Aus demselben Munde geht Segen {O. Preis} und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht also sein.
Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere? Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch kann Salziges nicht süßes Wasser hervorbringen. “ (Jak 3,612)
Zitat aus dem Evangelium der Essener:
„Denn keinem anderen Lebewesen im Reich der Erdenmutter wurde die Macht der Gedanken gegeben, denn alle Tiere, die kriechen und fliegen, leben nicht nach ihrem eigenen Denken, sondern nach dem einen Gesetz, das alles beherrscht. Nur den Menschensöhnen wurde die Macht der Gedanken gegeben, sogar jenes Denken, das die Fesseln des Todes zerbrechen kann. Denkt nicht, dass es keine Macht hat, weil man es nicht sieht. Wahrlich, ich sage euch, der Blitz, der die mächtige Eiche zerteilt, oder das Beben, das Risse in die Erde zieht, sind ein Kinderspiel verglichen mit der Macht des Denkens. Wahrlich, jeder Gedanke der Finsternis, mag er boshaft, ärgerlich oder rachsüchtig sein, verursacht Zerstörung wie ein Feuer, das unter einem windstillen Himmel durch trockenes Gehölz fegt. Aber der Mensch sieht weder das Blutbad, noch hört er die erbarmungsvollen Schreie der Opfer, denn er ist blind für die Welt des Geistes“.30
30 Ebenda: Aus dem Essener Buch von Jesus „Der Siebenfache Frieden“, S. 274275.
Für dieses Szenario nutzt der Plagiator ein Thema aus dem Essener-Evangelium über die Kontrolle der Gedanken, das er mit der Terminologie aus dem Geschenk der Zunge vermischt.
Nachdem der Verschwörer dem Kapitel aus dem Essener-Evangelium, das von der Zungen-Gabe handelt, einen anderen Sinn gegeben hatte, war er doch jenen, denen die „Gabe der Zungen“ im Zusammenhang mit der Offenbarung des Propheten im Gedächtnis geblieben war, Rede und Antwort schuldig.
Auch in diesem Fall mangelte es dem Verfälscher nicht an Fantasie. Im 1 Kor 14,2-20 können wir seine Lösung nachlesen. Die Gabe der Zunge wurde als ein unverständliches Kauderwelsch interpretiert. Diese neue "Sprache", die nicht einmal derjenige, der sie aussprach, verstand, sollte den Beweis erbringen, dass der Sprecher den Heiligen Geist empfangen hat. Das Problem war dadurch aus der Welt geschafft und wurde für eine gute Lösung für alle.
Denn wer in einer Sprache {O. Zunge} redet, redet nicht Menschen, sondern Gott; denn niemand versteht {W.hört} es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. Wer aber weissagt, redet den Menschen zur Erbauung und Ermahnung {O. Ermunterung} und Tröstung. Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Versammlung.
Ich wollte aber, dass ihr alle in Sprachen redetet, vielmehr aber, dass ihr weissagtet. Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslege, auf dass die Versammlung Erbauung empfange.
Jetzt aber, Brüder, wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was werde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede, entweder in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Weissagung oder in Lehre? [...]
Also auch ihr, wenn ihr durch die Sprache {O. Zunge} nicht eine verständliche Rede gebet, wie wird man wissen, was geredet wird? denn ihr werdet in den Wind reden.